{"id":462791,"date":"2026-09-16T17:10:34","date_gmt":"2026-09-16T15:10:34","guid":{"rendered":"https:\/\/hier-luebeck.de\/?p=462791"},"modified":"2026-09-16T17:10:34","modified_gmt":"2026-09-16T15:10:34","slug":"jeder-fuenfte-deutsche-hat-keine-koordinierende-arztpraxis","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/jeder-fuenfte-deutsche-hat-keine-koordinierende-arztpraxis\/","title":{"rendered":"Jeder f\u00fcnfte Deutsche hat keine koordinierende Arztpraxis"},"content":{"rendered":"<p>Bilder: Gemini KI generiert_(c) TBF \u00b7<\/p>\n<p><strong>Forsa-Umfrage zum Welttag der Patientensicherheit im Auftrag der KKH<\/strong><\/p>\n<p><strong>Hannover, 16. September 2026 \u2013\u00a0<\/strong>Wer wegen einer Erkrankung von mehreren \u00c4rztinnen und \u00c4rzten behandelt wird, braucht vor allem eines: eine gute Abstimmung. Doch genau daran scheint es, bei vielen Patientinnen und Patienten zu fehlen. Eine aktuelle Umfrage im Auftrag der KKH Kaufm\u00e4nnische Krankenkasse zum Welttag der Patientensicherheit am 17. September zeigt: Bei 20 Prozent der 18- bis 70-j\u00e4hrigen Befragten gibt es keine \u00c4rztin oder keinen Arzt, die oder der die gesamte Krankengeschichte kennt und die Behandlung durch verschiedene \u00c4rzte koordiniert.<br \/>\n\u201eDamit fehlt einem F\u00fcnftel der Befragten eine zentrale Anlaufstelle, die den \u00dcberblick \u00fcber ihre gesundheitliche Versorgung beh\u00e4lt\u201c, sagt Vijitha Sanjivkumar aus dem Kompetenzteam Medizin und Expertin f\u00fcr Patientensicherheit bei der KKH.<br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-462793\" src=\"https:\/\/hier-luebeck.de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/Gemini-KI-generiert_c-TBF-\u00b7-Jeder-fuenfte-Deutsche-hat-keine-koordinierende-Arztpraxis_002-320x175.jpg\" alt=\"\" width=\"320\" height=\"175\" srcset=\"https:\/\/hier-luebeck.de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/Gemini-KI-generiert_c-TBF-\u00b7-Jeder-fuenfte-Deutsche-hat-keine-koordinierende-Arztpraxis_002-320x175.jpg 320w, https:\/\/hier-luebeck.de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/Gemini-KI-generiert_c-TBF-\u00b7-Jeder-fuenfte-Deutsche-hat-keine-koordinierende-Arztpraxis_002.jpg 550w\" sizes=\"auto, (max-width: 320px) 100vw, 320px\" \/><br \/>\n<!--more--><\/p>\n<p>Das will die schwarz-rote Koalition mit der Einf\u00fchrung eines verbindlichen Prim\u00e4rversorgungssystems \u00e4ndern. Patientinnen und Patienten sollen sich laut den aktuellen Pl\u00e4nen k\u00fcnftig in der Regel zun\u00e4chst an eine Hausarztpraxis wenden. Dort soll der individuelle Behandlungsbedarf eingesch\u00e4tzt und bei Bedarf die weitere Versorgung koordiniert werden \u2013 etwa durch eine gezielte \u00dcberweisung an eine Facharztpraxis mit einem Termin innerhalb eines festgelegten Zeitraums. Vorgesehen ist zudem eine einheitliche, onlinegest\u00fctzte Ersteinsch\u00e4tzung von Beschwerden, die bereits vor dem Praxisbesuch Orientierung \u00fcber den richtigen Versorgungsweg geben soll. Das neue System soll voraussichtlich 2028 greifen.<\/p>\n<p><strong>Jeder dritte Befragte erhielt widerspr\u00fcchliche Empfehlungen<\/strong><\/p>\n<p>Wie wichtig eine koordinierte Versorgung ist, zeigen auch die Erfahrungen derjenigen, die wegen ihrer Beschwerden in mehreren Arztpraxen waren. 61 Prozent der Befragten gaben an, in den vergangenen drei Jahren gesundheitliche Beschwerden gehabt zu haben, wegen derer sie bei mehr als einem Arzt oder \u00c4rztin in Behandlung waren \u2013 beispielsweise zun\u00e4chst in der Hausarztpraxis und anschlie\u00dfend in einer Facharztpraxis. 43 Prozent dieser Patientinnen und Patienten mit mehrfachen Arztbesuchen mussten ihre Krankengeschichte oder Medikation mehrfach erkl\u00e4ren. Jeder Dritte erhielt sogar widerspr\u00fcchliche Empfehlungen.<\/p>\n<p>30 Prozent der Patienten, die in den letzten drei Jahren wegen einer Beschwerde bei mehreren \u00c4rzten in Behandlung waren, hatten den Eindruck, dass die behandelnde \u00c4rztin oder der behandelnde Arzt \u00fcber die bisherige Behandlung nicht ausreichend informiert war. Bei jedem Vierten lagen beim Termin nicht alle bisherigen Befunde oder Arztbriefe vor. Auch bei den weiteren Behandlungsschritten gab es Unsicherheiten: 21 Prozent hatten mindestens einmal den Eindruck, dass unklar war, wer den n\u00e4chsten Behandlungsschritt \u00fcbernehmen sollte. Bei 16 Prozent kam es zu mindestens einer unn\u00f6tigen Doppeluntersuchung. Bei knapp einem Drittel (30 Prozent) der Befragten mit Behandlung durch mehrere \u00c4rzte trat keines dieser Probleme auf.<\/p>\n<p>\u201ePatientensicherheit darf nicht nur davon abh\u00e4ngen, wie gut einzelne Patientinnen und Patienten selbst ihre Behandlung organisieren k\u00f6nnen. Wir brauchen Strukturen, die dabei unterst\u00fctzen, Orientierung und Koordination in der Versorgung zu verankern. Ein modernes Prim\u00e4rversorgungssystem kann hierf\u00fcr einen wichtigen Rahmen schaffen\u201c, so Vijitha Sanjivkumar.<\/p>\n<p><strong>KKH fordert: Prim\u00e4rversorgungssystem jetzt gesetzlich auf den Weg bringen<\/strong><\/p>\n<p>Vor diesem Hintergrund fordert die KKH die Bundesregierung auf, die geplante Neuordnung der Prim\u00e4rversorgung schnellstm\u00f6glich gesetzlich auf den Weg zu bringen. \u201eEin gut ausgestaltetes Prim\u00e4rversorgungssystem sollte Patientinnen und Patienten vor allem dabei unterst\u00fctzen, schnell und unkompliziert die f\u00fcr sie passende medizinische Versorgung zu finden. Dazu braucht es aus Sicht der KKH eine verl\u00e4ssliche und einheitliche Ersteinsch\u00e4tzung, die Orientierung gibt und den Weg zur richtigen Anlaufstelle erleichtert. Digitale L\u00f6sungen wie eine elektronische \u00dcberweisung und eine gemeinsame GKV-Terminplattform k\u00f6nnen zus\u00e4tzlich daf\u00fcr sorgen, dass Patientinnen und Patienten nach der Ersteinsch\u00e4tzung m\u00f6glichst direkt und zeitnah einen passenden Termin erhalten\u201c, erkl\u00e4rt Stephanie Engelmann, Vorstandsmitglied bei der KKH. Auch die Kompetenzen weiterer Gesundheitsfachberufe sollten st\u00e4rker genutzt werden. Physician Assistants und nicht\u00e4rztliche Praxisassistentinnen und -assistenten (N\u00e4Pa) k\u00f6nnen \u00c4rztinnen und \u00c4rzte bei geeigneten Aufgaben unterst\u00fctzen und damit Freir\u00e4ume f\u00fcr die medizinische Versorgung schaffen.<\/p>\n<p><strong>Krankenkassen k\u00f6nnen chronisch Erkrankte individuell begleiten<\/strong><\/p>\n<p>Gerade Menschen mit chronischen Erkrankungen sind h\u00e4ufig auf mehrere \u00c4rztinnen und \u00c4rzte sowie unterschiedliche Gesundheitsangebote angewiesen. Der Welttag der Patientensicherheit am 17. September steht deshalb in diesem Jahr unter dem Motto \u201eSichere Versorgung chronisch erkrankter Menschen \u2013 f\u00fcr ein gutes Leben!\u201c. Der seit 2019 j\u00e4hrlich stattfindende Welttag ist einer der globalen Gesundheitstage der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und wird vom Aktionsb\u00fcndnis Patientensicherheit ausgerichtet.<\/p>\n<p>Neben einer strukturell besseren Koordination kommt auch der individuellen Begleitung von Patientinnen und Patienten eine wichtige Rolle zu. \u201eKrankenkassen k\u00f6nnen dabei unterst\u00fctzen, Versicherte durch die verschiedenen Bereiche des Gesundheitssystems zu lotsen. Denn bei ihnen laufen die Versorgungs- und Abrechnungsdaten der Versicherten zusammen. Dadurch verf\u00fcgen sie \u00fcber eine gute Grundlage, um passende Versorgungsangebote zu identifizieren und Versicherte bedarfsgerecht anzusprechen\u201c, sagt Stephanie Engelmann. Das k\u00f6nne insbesondere chronisch Erkrankten helfen, ihre Behandlung besser zu verstehen, gesundheitliche Entscheidungen informierter zu treffen und sich sicherer im Versorgungssystem zu bewegen.<\/p>\n<p>Die KKH informiert daher ihre Versicherten freiwillig regelm\u00e4\u00dfig \u00fcber individuell geeignete Versorgungsleistungen sowie \u00fcber ausgew\u00e4hlte Gesundheitsrisiken. Dazu geh\u00f6ren aktuelle Informationen, die auf den individuellen Bedarf zugeschnitten sind, bedarfsgerechte Angebote wie Pr\u00e4ventionskurse sowie passende Services. \u201eEine sichere Versorgung braucht beides: gute Strukturen im Gesundheitssystem und eine individuelle Begleitung der Menschen. Gerade chronisch Erkrankte profitieren davon, wenn Informationen, Behandlung und passende Unterst\u00fctzungsangebote besser zusammengef\u00fchrt werden\u201c, erkl\u00e4rt die KKH-Vorst\u00e4ndin.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bilder: Gemini KI generiert_(c) TBF \u00b7 Forsa-Umfrage zum Welttag der Patientensicherheit im Auftrag der KKH Hannover, 16. 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