{"id":462804,"date":"2026-09-16T18:32:22","date_gmt":"2026-09-16T16:32:22","guid":{"rendered":"https:\/\/hier-luebeck.de\/?p=462804"},"modified":"2026-09-16T18:32:22","modified_gmt":"2026-09-16T16:32:22","slug":"arbeitsmarkt-metropolregion-hamburg-berufe-und-fachkraeftemangel-im-check","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/arbeitsmarkt-metropolregion-hamburg-berufe-und-fachkraeftemangel-im-check\/","title":{"rendered":"Arbeitsmarkt Metropolregion Hamburg: Berufe und Fachkr\u00e4ftemangel im Check"},"content":{"rendered":"<p>Berufslandschaft und Fachkr\u00e4ftelage in der Metropolregion Hamburg<\/p>\n<p>In welchen Berufsgruppen arbeiten die meisten Menschen \u2013 und wo fehlen Fachkr\u00e4fte? Die Unterschiede k\u00f6nnten kaum gr\u00f6\u00dfer sein: In der Pflege bleibt eine offene Stelle \u00fcber 200 Tage unbesetzt. In Gastronomie und Hotellerie gibt es f\u00fcr jede gemeldete Stelle knapp f\u00fcnf Arbeitssuchende, trotzdem dauert die Besetzung einer Stelle fast 200 Tage.<!--more-->Auch f\u00fcr die Energiewende fehlen Fachkr\u00e4fte. In der Energietechnik sind Stellen 268 Tage vakant. Die dritte Arbeitsmarktauswertung der Metropolregion Hamburg zeigt: Die Berufslandschaft der Region steht unter Druck \u2013 in sehr unterschiedlichen Bereichen und mit sehr unterschiedlichen Ursachen.<\/p>\n<p>Die Koordinierungsstelle Fachkr\u00e4ftesicherung der Metropolregion Hamburg hat ihre dritte Auswertung zur Arbeitsmarktsituation in der Region ver\u00f6ffentlicht. Im Mittelpunkt steht dieses Mal die Berufslandschaft: Wo arbeiten die Menschen, welche Berufsgruppen sind am st\u00e4rksten vertreten und wo sind offene Stellen am schwersten zu besetzen?<\/p>\n<p><strong>Wo liegen die Schwerpunkte der Besch\u00e4ftigung in der Metropolregion Hamburg? <\/strong><\/p>\n<p>Mit knapp 300.000 Besch\u00e4ftigten stellt \u201eUnternehmensf\u00fchrung und -organisation\u201c das gr\u00f6\u00dfte Berufssegment dar, dicht gefolgt von den medizinischen und nichtmedizinischen Gesundheitsberufen mit knapp 256.000 sowie den unternehmensbezogenen Dienstleistungsberufen mit 251.000 Besch\u00e4ftigten. Dahinter folgen Verkehrs- und Logistikberufe, Handelsberufe, fertigungstechnische Berufe sowie soziale und kulturelle Dienstleistungsberufe. Die kleinsten Segmente sind Sicherheitsberufe und Land-, Forst- und Gartenbauberufe.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>In welchen Berufsgruppen arbeiten die meisten Menschen \u2013 und wo fehlen Fachkr\u00e4fte?<\/strong><\/p>\n<p>Unter den 144 Berufsgruppen in der Metropolregion stellen Besch\u00e4ftigte in B\u00fcro und Sekretariat mit gut 147.000 Menschen die gr\u00f6\u00dfte Gruppe. Es folgen Erziehung, Sozialarbeit und Heilerziehungspflege sowie Lagerwirtschaft, Post, Zustellung und G\u00fcterumschlag. Die 15 gr\u00f6\u00dften Berufsgruppen machen zusammen knapp die H\u00e4lfte aller Besch\u00e4ftigten aus. Vier davon sind laut der <a href=\"https:\/\/statistik.arbeitsagentur.de\/DE\/Navigation\/Statistiken\/Interaktive-Statistiken\/Fachkraeftebedarf\/Engpassanalyse-Nav.html?Thema%3Denglist%26DR_Region%3D23000000%26DR_Engpassbewertung%3De%26DR_Anf%3D2%26mapHadSelection%3Dfalse%26toggleswitch%3D0\">Engpassanalyse der Bundesagentur f\u00fcr Arbeit<\/a> in allen Bundesl\u00e4ndern der Metropolregion als Engpassberufe eingestuft: Pflegeberufe, sowie Arzt- und Praxishilfe, Gastronomie sowie Fahrzeug-, Luft-, Raumfahrt- und Schiffbautechnik. Das bedeutet: Hier \u00fcbersteigt die Nachfrage nach Fachkr\u00e4ften das verf\u00fcgbare Angebot \u2013 ein strukturelles Problem, das die Wirtschaft der gesamten Region betrifft.<strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Gesundheitsberufe: Wie steht es um die Personalsituation?<\/strong><\/p>\n<p>Der demografische Wandel erh\u00f6ht den Druck auf die Gesundheitsberufe. In der Metropolregion Hamburg arbeiten rund 3,5 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Besch\u00e4ftigten in der Berufsgruppe Gesundheits-, Krankenpflege-, Rettungsdienst- und Geburtshilfeberufe; das ist Platz sechs unter den gr\u00f6\u00dften Berufsgruppen der Region. Die Berufsgruppen Arzt- und Praxishilfe (Platz 13) und Altenpflege (Platz 16) geh\u00f6ren ebenfalls zu den tragenden S\u00e4ulen der sozialen Infrastruktur. Ein Blick auf die Stellenbesetzungssituation zeigt: Alle drei Berufsgruppen k\u00e4mpfen mit langen Vakanzzeiten \u2013 also dem Zeitraum, der im Durchschnitt vergeht, bis eine offene Stelle wieder besetzt ist.<\/p>\n<p>In der Berufsgruppe Altenpflege sind in der Metropolregion Hamburg gut 42.000 sozialversicherungspflichtig Besch\u00e4ftigte t\u00e4tig, davon fast 20.000 auf dem Niveau Fachkr\u00e4fte, Spezialistinnen und Experten. Besonders in diesem Bereich versch\u00e4rft sich die Situation: Hier kommt rechnerisch weniger als eine arbeitssuchende Person auf eine gemeldete Fachkraftstelle. Hinzu kommt, dass die Vakanzzeit von 227 Tagen mehr als das 2,5-fache \u00fcber dem Grenzwert liegt.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Gastronomie und Hotellerie: Wie steht es um die Personalsituation?<\/strong><\/p>\n<p>Gastronomie und Hotellerie sind zentrale St\u00fctzpfeiler des Tourismus in der Metropolregion Hamburg. In beiden Berufsgruppen zeigt sich eine besondere Struktur: Ein Gro\u00dfteil der sozialversicherungspflichtig Besch\u00e4ftigten ist auf dem Qualifikationsniveau von Hilfs- und Anlernt\u00e4tigkeiten. W\u00e4hrend f\u00fcr Fachkr\u00e4fte, Spezialistinnenen und Experten die Arbeitsuchenden-Stellen-Relation in der Gastronomie mit 4,7 und in der Hotellerie mit 4,6 auf den ersten Blick keinen Engpass signalisiert, sprechen die Vakanzzeiten von fast 200 Tagen eine andere Sprache: Offene Stellen bleiben \u00fcber Monate hinweg unbesetzt. Auch die hohen Vakanzzeiten im Helferbereich deuten darauf hin, dass strukturelle Faktoren \u2013 etwa Arbeitsbedingungen, Saisonali\u00e4t und Entlohnung \u2013 die Besetzungssituation beeinflussen.<\/p>\n<p>In der Berufsgruppe Gastronomie sind in der Metropolregion knapp 42.600 Besch\u00e4ftigte t\u00e4tig, davon gut 20.000 auf dem Niveau von Fachkr\u00e4ften, Spezialistinnen und Experten. Die durchschnittliche Vakanzzeit f\u00fcr Fachkr\u00e4fte liegt bei 196 Tagen. Zugleich betr\u00e4gt sie f\u00fcr Hilfs- und Anlernt\u00e4tigkeiten 212 Tage und liegt damit sogar noch dar\u00fcber. Die meisten Fachkr\u00e4fte in der Gastronomie sind in Hamburg t\u00e4tig, gefolgt von Ostholstein und L\u00fcbeck.<strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Energiewende: Wie steht es um die Fachkr\u00e4fte?<\/strong><\/p>\n<p>Die Energiewende ist ohne qualifizierte Fachkr\u00e4fte nicht zu schaffen. Die Auswertung zeigt f\u00fcr zehn Berufsgruppen, die f\u00fcr den Ausbau erneuerbarer Energien und die Modernisierung der Energieinfrastruktur besonders relevant sind, die Besch\u00e4ftigtenzahlen, Vakanzzeiten und Arbeitsuchenden-Stellen-Relationen auf dem Niveau f\u00fcr Fachkr\u00e4fte, Spezialistinnen und Experten. Besonders kritisch ist die Lage in der Klempnerei, Sanit\u00e4r-, Heizungs- und Klimatechnik, in der Energietechnik sowie der Mechatronik und Automatisierungstechnik. In diesen Berufsgruppen \u00fcbersteigt die Nachfrage das Angebot erheblich.<\/p>\n<p>In der Berufsgruppe Energietechnik sind in der Metropolregion Hamburg insgesamt knapp 24.800 sozialversicherungspflichtig Besch\u00e4ftigte auf dem Niveau Fachkr\u00e4fte, Spezialistinnen und Experten t\u00e4tig &#8211; knapp ein Prozent aller Besch\u00e4ftigten der Region. Die durchschnittliche Vakanzzeit liegt bei 268 Tagen.<\/p>\n<p>Die regionalen Unterschiede sind erheblich: Den bei weitem l\u00e4ngsten Vakanzzeiten begegnet man in Harburg und Stade, gefolgt von Dithmarschen, Schwerin und L\u00fcbeck. In Hamburg liegt sie ebenfalls weit \u00fcber dem Grenzwert.<strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Hintergrund<\/strong><\/p>\n<p>Die Koordinierungsstelle Fachkr\u00e4ftesicherung der Metropolregion Hamburg analysiert regelm\u00e4\u00dfig Arbeitsmarktdaten f\u00fcr die gesamte Region. Die vorliegende Auswertung basiert auf Daten der Bundesagentur f\u00fcr Arbeit f\u00fcr die Metropolregion Hamburg. Die genannten Zahlen beziehen sich ausschlie\u00dflich auf sozialversicherungspflichtig Besch\u00e4ftigte. Nicht enthalten sind u. a. Beamte, Selbst\u00e4ndige und mithelfende Familienangeh\u00f6rige sowie Minijobs. Um die \u00fcber 18.900 verschiedenen Berufsbezeichnungen in Deutschland \u00fcbersichtlich abzubilden, gliedert die Bundesagentur f\u00fcr Arbeit sie systematisch: in 14 Berufssegmente, 37 Berufshauptgruppen und 144 Berufsgruppen.<\/p>\n<p>Diese Struktur bildet auch die Grundlage f\u00fcr die Auswertung der Metropolregion Hamburg. Die Vakanzzeit gibt an, wie viele Tage eine offene, bei der Bundesagentur f\u00fcr Arbeit gemeldete Stelle im Durchschnitt unbesetzt bleibt. Eine Vakanzzeit von 80 Tagen oder mehr ist laut Engpassanalyse der Bundesagentur f\u00fcr Arbeit ein Hinweis auf einen Engpass. Die Arbeitsuchenden-Stellen-Relation zeigt, wie viele Arbeitssuchende rechnerisch auf eine gemeldete Stelle kommen; ein Wert unter 2,0 ist ebenfalls ein Engpasshinweis.<\/p>\n<p>Hier finden Sie <a href=\"https:\/\/metropolregion.hamburg.de\/unsere-services\/presse\/pressebilder\">Grafiken zu den Zahlen zum Download<\/a><br \/>\nHier finden Sie die <a href=\"https:\/\/metropolregion.hamburg.de\/was-wir-tun\/arbeitsmarkt-im-fokus-iii-berufe-im-check-1216852\">Arbeitsmarktstatistik mit der detaillierten Auswertung<\/a><br \/>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/statistik.arbeitsagentur.de\/\">Statistik der Bundesagentur f\u00fcr Arbeit<\/a> sowie<br \/>\n<a href=\"https:\/\/statistik.arbeitsagentur.de\/DE\/Navigation\/Statistiken\/Interaktive-Statistiken\/Fachkraeftebedarf\/Engpassanalyse-Nav.html?Thema%3Denglist%26DR_Region%3Dd%26DR_Engpassbewertung%3De%26DR_Anf%3D2%26mapHadSelection%3Dfalse%26toggleswitch%3D0\">Engpassanalyse &#8211; Statistik der Bundesagentur f\u00fcr Arbeit<\/a><br \/>\nBesch\u00e4ftigte: Stand Juni 2024; Vakanzzeiten und Arbeitsuchenden-Stellen-Relation: Stand Oktober 2025<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berufslandschaft und Fachkr\u00e4ftelage in der Metropolregion Hamburg In welchen Berufsgruppen arbeiten die meisten Menschen \u2013 und wo fehlen Fachkr\u00e4fte? 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