{"id":462942,"date":"2026-09-22T17:37:25","date_gmt":"2026-09-22T15:37:25","guid":{"rendered":"https:\/\/hier-luebeck.de\/?p=462942"},"modified":"2026-09-22T17:37:25","modified_gmt":"2026-09-22T15:37:25","slug":"68-nordische-filmtage-luebeck-mit-hommage-programm-von-anne-lajla-utsi-auftakt-zum-festival-schwerpunkt-sapmi","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/68-nordische-filmtage-luebeck-mit-hommage-programm-von-anne-lajla-utsi-auftakt-zum-festival-schwerpunkt-sapmi\/","title":{"rendered":"68. Nordische Filmtage L\u00fcbeck mit Hommage-Programm von Anne Lajla Utsi \u2013 Auftakt zum Festival-Schwerpunkt S\u00e1pmi"},"content":{"rendered":"<p>L\u00fcbeck, 22. September 2026. Wie erz\u00e4hlt man in nur f\u00fcnf Werken die Geschichte einer<br \/>\nFilmkultur, die jahrzehntelang kaum sichtbar war und heute international Aufmerksamkeit<br \/>\nerh\u00e4lt? Das gelingt Anne Lajla Utsi, Ehrenpreistr\u00e4gerin der 68. Nordischen Filmtage L\u00fcbeck.<!--more-->Die Nordischen Filmtage L\u00fcbeck pr\u00e4sentieren das Hommage-Programm, kuratiert von<br \/>\nEhrenpreistr\u00e4gerin Anne Lajla Utsi: Mit einer sehr pers\u00f6nlichen Auswahl von f\u00fcnf Filmen zeichnet<br \/>\ndie Leiterin des International S\u00e1mi Film Institute fast vier Jahrzehnte Filmgeschichte der S\u00e1mi<br \/>\nnach, zu entdecken w\u00e4hrend des Festivals vom 4. \u2013 8.11.2026.<\/p>\n<p>Die Hommage ist Teil eines Schwerpunktes des diesj\u00e4hrigen Filmfestivals, der sich durch verschiedene Sektionen und<br \/>\nVeranstaltungen ziehen wird: das Filmschaffen der S\u00e1mi und Geschichten aus der n\u00f6rdlichsten<br \/>\nFilmkultur Europas.<\/p>\n<p>Jeder der f\u00fcnf ausgesuchten Filme kennzeichnet einen entscheidenden Wendepunkt in der<br \/>\nEntwicklung des S\u00e1mi-Kinos. Gemeinsam erz\u00e4hlen sie, wie aus einer lange unterdr\u00fcckten<br \/>\nErz\u00e4hlkultur eine weltweit anerkannte Filmindustrie geworden ist. Vom internationalen Durchbruch<br \/>\n\u00fcber die R\u00fcckgewinnung von Sprache und kultureller Identit\u00e4t bis hin zu aktuellen politischen und<br \/>\ngesellschaftlichen Debatten, spannt die Auswahl einen Bogen bis in die Gegenwart.<\/p>\n<p>Die Bekanntgabe bildet den Auftakt zur Programmver\u00f6ffentlichung der 68. Nordischen Filmtage<br \/>\nL\u00fcbeck: In den kommenden Wochen folgen weitere Einblicke in das diesj\u00e4hrige Festivalprogramm.<br \/>\nAnne Lajla Utsi, Ehrenpreistr\u00e4gerin der 68. Nordischen Filmtage L\u00fcbeck, erkl\u00e4rt zu ihrer Auswahl:<br \/>\n\u201eDiese f\u00fcnf Filme zeigen die Geschichte eines Kinos, das \u00fcber viele Jahre um Sichtbarkeit<br \/>\nk\u00e4mpfen musste und heute selbstbewusst seine eigenen Geschichten erz\u00e4hlt. Die Filme stehen f\u00fcr<br \/>\nunterschiedliche Generationen, Perspektiven und Ausdrucksformen und zeigen zugleich, wie<br \/>\nlebendig und vielf\u00e4ltig das s\u00e1mi Kino heute ist.\u201c<\/p>\n<p>Hanna Reifgerst, K\u00fcnstlerische Leiterin der Nordischen Filmtage L\u00fcbeck: \u201eDie Hommage ist keine<br \/>\nRetrospektive aus nostalgischen Gr\u00fcnden. Sie zeigt vielmehr, wie aus einer lange marginalisierten<br \/>\nKultur eine dynamische, weltweit wahrgenommene Kinolandschaft entstanden ist. Anne Lajla Utsis<br \/>\nAuswahl blickt deshalb nicht nur zur\u00fcck, sondern l\u00e4sst das Publikum erfahren, warum das s\u00e1mi<br \/>\nKino heute relevanter ist denn je.\u201c<\/p>\n<p>Hommage: Entdeckung der S\u00e1mi-Filmgeschichte in f\u00fcnf Filmen<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-462947\" src=\"https:\/\/hier-luebeck.de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/6151-ofelasveiviseren2-320x320.jpg\" alt=\"\" width=\"320\" height=\"320\" srcset=\"https:\/\/hier-luebeck.de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/6151-ofelasveiviseren2-320x320.jpg 320w, https:\/\/hier-luebeck.de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/6151-ofelasveiviseren2-216x216.jpg 216w, https:\/\/hier-luebeck.de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/6151-ofelasveiviseren2-150x150.jpg 150w, https:\/\/hier-luebeck.de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/6151-ofelasveiviseren2.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 320px) 100vw, 320px\" \/>Foto: Novegian Film Institute<\/p>\n<p>Den Ausgangspunkt der Hommage bildet Pathfinder (1987, OT: Ofela\u0161) von Nils Gaup. Der Oscarnominierte<br \/>\nSpielfilm machte das s\u00e1mi Kino erstmals weltweit sichtbar und gilt bis heute als<br \/>\nMeilenstein arktischer Filmgeschichte \u2013 und Durchbruch des s\u00e1mi Kinos. Nils Gaup wird bei den<br \/>\nNordischen Filmtagen L\u00fcbeck die Laudatio auf Ehrenpreistr\u00e4gerin Anne Lajla Utsi halten und im<br \/>\nAnschluss an die Vorf\u00fchrung f\u00fcr ein Publikumsgespr\u00e4ch zur Verf\u00fcgung stehen.<\/p>\n<p>Das M\u00e4dchen aus dem Norden (2016, OT: Sameblod) von Amanda Kernell erz\u00e4hlt die Geschichte<br \/>\neines 14-j\u00e4hrigen M\u00e4dchens, das seine Herkunft verleugnet, um in der schwedischen Mehrheitsgesellschaft akzeptiert zu werden. Der vielfach ausgezeichnete Spielfilm machte die Erfahrungen vieler S\u00e1mi erstmals einem weltweiten Publikum zug\u00e4nglich. Amanda Kernell geh\u00f6rt heute zu den wichtigsten Stimmen des zeitgen\u00f6ssischen nordischen Kinos.<\/p>\n<p>Je&#8217;vida (2023) von Katja Gauriloff zeigt, wie eng Sprache und Erinnerung miteinander verbunden<br \/>\nsind. Als erster Spielfilm in Skolt-S\u00e1mi macht er eine fast verschwundene Sprache h\u00f6rbar und<br \/>\nverdeutlicht, wie Film zum Erhalt kulturellen Erbes beitragen kann. Skolt-S\u00e1mi wird von der<br \/>\nUNESCO als vom Aussterben bedrohte Sprache gef\u00fchrt. Je\u02b9vida war bereits 2023 Teil des<br \/>\nFestivalprogramms.<br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-462946\" src=\"https:\/\/hier-luebeck.de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/6153-radji5-320x320.jpg\" alt=\"\" width=\"320\" height=\"320\" srcset=\"https:\/\/hier-luebeck.de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/6153-radji5-320x320.jpg 320w, https:\/\/hier-luebeck.de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/6153-radji5-216x216.jpg 216w, https:\/\/hier-luebeck.de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/6153-radji5-150x150.jpg 150w, https:\/\/hier-luebeck.de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/6153-radji5.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 320px) 100vw, 320px\" \/> Foto: Off World<\/p>\n<p>Mit R\u00e1dji (2021) von John Erling Utsi und Georg G\u00f6tmark richtet sich der Blick schlie\u00dflich auf<br \/>\naktuelle Konflikte wie Landrechte und Selbstbestimmung der S\u00e1mi. S\u00e1pmi erstreckt sich \u00fcber<br \/>\nmehrere Nationalstaaten, die S\u00e1mi verbindet jedoch eine gemeinsame Kultur, Geschichte und<br \/>\nLebenswirklichkeit \u00fcber diese Grenzen hinweg. Der Dokumentarfilm greift damit eine Idee auf, die<br \/>\nauch im europ\u00e4ischen Gedanken steckt: Es gibt mehr, was uns eint, als was uns trennt.<br \/>\nEinen besonderen Bezug zu L\u00fcbeck schafft schlie\u00dflich Homecoming (2023, OT: M\u00e1hccan \u2013<br \/>\nKotiinpaluu) von Suvi West. Als der Film 2023 beim Festival zu sehen war, kamen Regisseurin<br \/>\nSuvi West und Dr. Lars Fr\u00fchsorge, Direktor der Sammlung Kulturen der Welt der L\u00fcbecker<br \/>\nMuseen, erstmals \u00fcber S\u00e1mi-Kulturg\u00fcter in den L\u00fcbecker Sammlungen ins Gespr\u00e4ch.<\/p>\n<p>Am 5. November 2026 wird dieser Austausch gemeinsam mit G\u00e4sten aus S\u00e1pmi im Museum f\u00fcr Natur<br \/>\nund Umwelt fortgesetzt: Was hat sich in den vergangenen drei Jahren getan, und wie wird heute<br \/>\nmit Fragen der Restitution und R\u00fcckf\u00fchrung umgegangen? Der Eintritt zum Gespr\u00e4ch ist frei.<br \/>\nErg\u00e4nzt wird die Hommage durch ein Kurzfilmprogramm mit Arbeiten einer jungen Generation<br \/>\nFilmschaffender, insbesondere Regisseurinnen, die mit unterschiedlichen filmischen Handschriften<br \/>\nneue Perspektiven auf Identit\u00e4t, Gemeinschaft, Natur und Zukunft er\u00f6ffnen. Weitere Spiel-,<br \/>\nDokumentar- und Kurzfilme sowie Veranstaltungen werden mit der Ver\u00f6ffentlichung des<br \/>\nGesamtprogramms am 13. Oktober bekannt gegeben.<\/p>\n<p>Die S\u00e1mi sind das einzige v\u00f6lkerrechtlich anerkannte indigene Volk in der EU und Skandinavien.<br \/>\nIhr traditionelles Siedlungsgebiet S\u00e1pmi erstreckt sich \u00fcber Norwegen, Schweden, Finnland und<br \/>\nTeile Russlands. Lange Zeit wurden ihre Geschichten im Kino kaum oder nur aus der Perspektive<br \/>\nanderer erz\u00e4hlt. Seit den 1980er-Jahren hat sich jedoch eine eigenst\u00e4ndige S\u00e1mi-Filmindustrie<br \/>\nentwickelt, die heute international Beachtung findet und ihre Geschichten selbst erz\u00e4hlt.<\/p>\n<p>Einen entscheidenden Anteil an dieser Entwicklung hatte auch Anne Lajla Utsi. Als langj\u00e4hrige Leiterin<br \/>\ndes International S\u00e1mi Film Institute (IFSI) begleitete sie den Aufbau nachhaltiger<br \/>\nF\u00f6rderstrukturen, unterst\u00fctzte Filmschaffende aus ganz S\u00e1pmi. Ihre Filmauswahl ist deshalb ein<br \/>\npers\u00f6nlicher Blick auf eine Entwicklung, die sie \u00fcber viele Jahre selbst mitgestaltet hat.<br \/>\nDie 68. Nordischen Filmtage L\u00fcbeck finden vom 4. bis 8. November 2026 statt.<\/p>\n<p>\u00dcber das Festival: Erstmals 1956 veranstaltet, z\u00e4hlen die Nordischen Filmtage L\u00fcbeck zu den<br \/>\ntraditionsreichsten Filmfestivals weltweit. Sie sind das einzige gro\u00dfe Publikumsfestival sowie<br \/>\nwichtiger Treffpunkt f\u00fcr die Filmbranche in Deutschland und Europa, das sich ganz auf die<br \/>\nPr\u00e4sentation von Filmen aus dem Norden und dem Nordosten des Kontinents spezialisiert hat. Es<br \/>\nwird von der Hansestadt L\u00fcbeck in Zusammenarbeit mit den Filminstituten und Filmstiftungen der<br \/>\nNordischen Staaten sowie den Filminstitutionen der baltischen L\u00e4nder ausgerichtet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>L\u00fcbeck, 22. September 2026. 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