{"id":462999,"date":"2026-09-23T18:47:09","date_gmt":"2026-09-23T16:47:09","guid":{"rendered":"https:\/\/hier-luebeck.de\/?p=462999"},"modified":"2026-09-23T18:47:09","modified_gmt":"2026-09-23T16:47:09","slug":"nasses-laub-wie-schmierseife-so-vermeiden-aeltere-menschen-stuerze","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/nasses-laub-wie-schmierseife-so-vermeiden-aeltere-menschen-stuerze\/","title":{"rendered":"Nasses Laub wie Schmierseife: So vermeiden \u00e4ltere Menschen St\u00fcrze"},"content":{"rendered":"<p><strong>Berlin, 23.09.2026:<\/strong> Der Herbst bringt zus\u00e4tzliche Sturzgefahren f\u00fcr \u00e4ltere Menschen. Es wird fr\u00fcher dunkel, Regen macht die Wege glatt und auf nassem Laub rutscht man schnell aus. Das kann schwere Verletzungen verursachen. Bei den \u00fcber 80-J\u00e4hrigen sind St\u00fcrze aus niedriger H\u00f6he die h\u00e4ufigste Unfallursache f\u00fcr schwere Verletzungen, noch vor Verletzungen im Stra\u00dfenverkehr<sup>1<\/sup>. <!--more-->Zum internationalen Tag der \u00e4lteren Menschen am 1. Oktober zeigt die <a href=\"https:\/\/newsletter.dgou.de\/r.html?uid=1.159.1yyw.n60.apkhmayptx\">Deutsche Gesellschaft f\u00fcr Orthop\u00e4die und Unfallchirurgie<\/a> (DGOU), wie sich herbstliche Sturzrisiken senken lassen. \u201eF\u00fcr \u00e4ltere Menschen kann schon ein Sturz aus dem Stand schwerwiegende Folgen haben, etwa einen Oberschenkelhalsbruch oder eine schwere Kopfverletzung. Im Herbst steigt das Risiko, denn nasses Laub wirkt auf Gehwegen wie Schmierseife. Das sp\u00fcren wir in den Notaufnahmen unmittelbar\u201c, sagt DGOU-Pr\u00e4sident Prof. Dr. Frank Hildebrand. Die DGOU gibt f\u00fcnf Tipps, wie \u00e4ltere Menschen sicher durch den Herbst kommen.<\/p>\n<p><strong>Sicher durch den Herbst: 5 Tipps der DGOU<\/strong><\/p>\n<ol>\n<li><strong>In Bewegung bleiben:<\/strong> Regelm\u00e4\u00dfig Kraft, Gleichgewicht und Koordination trainieren.<\/li>\n<li><strong>F\u00fcr Licht und sicheren Halt sorgen:<\/strong> Treppen, Flure, Eing\u00e4nge und Wege gut beleuchten sowie Handl\u00e4ufe und Haltegriffe nutzen.<\/li>\n<li><strong>Sichere Schuhe tragen:<\/strong> Auf festen Sitz und rutschhemmende Sohlen achten, auch zu Hause.<\/li>\n<li><strong>Sehkraft und Medikamente \u00fcberpr\u00fcfen lassen:<\/strong> Denn schlechtes Sehen und bestimmte Medikamente k\u00f6nnen das Sturzrisiko erh\u00f6hen.<\/li>\n<li><strong>Drau\u00dfen aufmerksam unterwegs sein:<\/strong> Bei Dunkelheit, N\u00e4sse, Laub, Schnee und Eis ausreichend Zeit einplanen und bei Bedarf eine geeignete Gehhilfe nutzen.<\/li>\n<\/ol>\n<p><strong>Warum \u00e4ltere Menschen besonders gef\u00e4hrdet sind<\/strong><br \/>\nEin Fehltritt auf der Treppe, ein Stolpern \u00fcber die Bordsteinkante oder ein Ausrutschen auf nassem Laub: Was bei j\u00fcngeren Menschen h\u00e4ufig glimpflich ausgeht, kann \u00e4ltere Menschen schwer verletzen. Mit dem Alter k\u00f6nnen Muskelkraft, Gleichgewicht und Reaktionsf\u00e4higkeit nachlassen. Sehprobleme, bestimmte Medikamente oder Vorerkrankungen k\u00f6nnen zus\u00e4tzlich das Sturzrisiko erh\u00f6hen. Zugleich brechen Knochen bei Osteoporose schneller und der K\u00f6rper erholt sich nach einer Verletzung oft langsamer.<\/p>\n<p>Besonders h\u00e4ufig verletzen sich \u00e4ltere Menschen bei sogenannten Niedrigenergietraumata, also bei St\u00fcrzen aus dem Stand oder aus geringer H\u00f6he. Dabei k\u00f6nnen sie sich beispielsweise den h\u00fcftnahen Oberschenkel, den Oberarm, das Becken oder die Wirbels\u00e4ule brechen oder schwere Kopfverletzungen erleiden. \u201eWir sehen in der Alterstraumatologie immer wieder, dass ein vermeintlich kleiner Sturz das Leben eines \u00e4lteren Menschen erheblich ver\u00e4ndern kann\u201c, sagt Prof. Dr. Carl Neuerburg, Leiter der Sektion Alterstraumatologie, einer Sektion der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Unfallchirurgie (DGU). \u201eNach einem schweren Sturz reicht es deshalb nicht, nur den Knochenbruch zu behandeln. Wir wollen die Patientinnen und Patienten m\u00f6glichst schnell wieder auf die Beine bringen, ihre Selbstst\u00e4ndigkeit erhalten und einen weiteren Sturz verhindern.\u201c<\/p>\n<p><strong>TraumaRegister DGU<sup>\u00ae<\/sup>: Mit dem Alter werden St\u00fcrze zur h\u00e4ufigsten Ursache schwerer Verletzungen<\/strong><br \/>\nDaten aus dem TraumaRegister DGU zeigen, welche Bedeutung St\u00fcrze im h\u00f6heren Lebensalter haben. Es erfasst j\u00e4hrlich rund 25.000 schwer verletzte Unfallopfer, die in Kliniken versorgt werden. Dazu geh\u00f6ren neben Menschen, die bei Verkehrsunf\u00e4llen schwer verletzt werden, auch Schwerverletzte nach St\u00fcrzen. Erfasst werden Patientinnen und Patienten mit schweren beziehungsweise lebensbedrohlichen Verletzungen, die lebend eine teilnehmende Klinik erreichen.<\/p>\n<p><strong>Nach dem Sturz: Bewegung sch\u00fctzt vor Muskelabbau<\/strong><br \/>\nNach einer Verletzung kann leicht ein Teufelskreislauf entstehen: Wer sich beim Gehen unsicher f\u00fchlt oder Angst vor einem erneuten Sturz hat, bewegt sich weniger. Dadurch baut der K\u00f6rper Muskeln ab, Kraft und Gleichgewicht lassen nach und das Risiko f\u00fcr den n\u00e4chsten Sturz steigt. Deshalb geh\u00f6rt Bewegung zu den wichtigsten Schutzma\u00dfnahmen. Auch \u00e4ltere Menschen k\u00f6nnen Kraft und Gleichgewicht gezielt trainieren. Spazierg\u00e4nge, altersgerechtes Krafttraining sowie Gleichgewichts- und Koordinations\u00fcbungen helfen dabei, sicher auf den Beinen zu bleiben. \u201eAus Angst vor einem Sturz weniger zu laufen, ist meist der falsche Weg\u201c, sagt Neuerburg. \u201eWer sich immer weniger bewegt, verliert Muskelkraft und Gleichgewicht und erh\u00f6ht damit langfristig sein Sturzrisiko. Entscheidend ist, sich regelm\u00e4\u00dfig und den eigenen F\u00e4higkeiten entsprechend zu bewegen.\u201c<\/p>\n<p><strong>Stolperfallen lauern auch zu Hause<\/strong><br \/>\nNicht nur nasses Laub, schlechte Sicht oder sp\u00e4ter Schnee und Eis erh\u00f6hen das Risiko. Viele St\u00fcrze passieren im eigenen Zuhause. Lose Teppiche und Kabel, schlecht beleuchtete Flure und Treppen oder fehlende Haltegriffe im Bad k\u00f6nnen schnell zur Stolperfalle werden. Die DGOU r\u00e4t \u00e4lteren Menschen und ihren Angeh\u00f6rigen deshalb, die Wohnung regelm\u00e4\u00dfig mit Blick auf m\u00f6gliche Gefahren zu pr\u00fcfen. Auch Seh- und H\u00f6rverm\u00f6gen sollten regelm\u00e4\u00dfig kontrolliert werden. Wer mehrere Medikamente einnimmt oder h\u00e4ufiger Schwindel und Unsicherheit beim Gehen bemerkt, sollte mit seiner \u00c4rztin oder seinem Arzt kl\u00e4ren, ob Medikamente das Sturzrisiko beeinflussen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>Wiederholte St\u00fcrze sind ein Warnsignal<\/strong><br \/>\nWer mehrfach st\u00fcrzt, sollte dies nicht einfach als Begleiterscheinung des \u00c4lterwerdens hinnehmen. Wiederholte St\u00fcrze k\u00f6nnen darauf hinweisen, dass Muskelkraft oder Gleichgewicht nachgelassen haben oder gesundheitliche Probleme dahinterstecken. Orthop\u00e4den und Unfallchirurgen sollten deshalb nach einem Sturz nicht nur die Verletzung behandeln, sondern auch kl\u00e4ren, warum die betroffene Person gest\u00fcrzt ist. Die Alterstraumatologie verfolgt dabei ein klares Ziel: \u00c4ltere Patientinnen und Patienten sollen nach einer Verletzung m\u00f6glichst schnell wieder mobil werden und ihre Selbstst\u00e4ndigkeit bewahren. Gleichzeitig gilt es, das Risiko f\u00fcr einen erneuten Sturz zu senken. Viele Faktoren, die St\u00fcrze beg\u00fcnstigen, lassen sich erkennen und gezielt beeinflussen.<\/p>\n<p>Viele Faktoren, die St\u00fcrze beg\u00fcnstigen, lassen sich erkennen und gezielt beeinflussen.<\/p>\n<p><strong>Referenz:<\/strong><br \/>\n1) <a href=\"https:\/\/newsletter.dgou.de\/r.html?uid=1.159.1yyw.n61.hn7aeaq9a4\">TraumaRegister DGU<sup>\u00ae<\/sup> | DGU<\/a><\/p>\n<p>2) Grafik Verletzungsmuster<br \/>\n<a href=\"https:\/\/newsletter.dgou.de\/r.html?uid=1.159.1yyw.n62.6594r4q5km\">https:\/\/dgou.de\/fileadmin\/dgu-online\/Dokumente\/9._Presse\/TraumaRegister_DGU_Grafik_Verletzungsmuster.pdf<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin, 23.09.2026: Der Herbst bringt zus\u00e4tzliche Sturzgefahren f\u00fcr \u00e4ltere Menschen. 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