{"id":463212,"date":"2026-09-29T18:43:03","date_gmt":"2026-09-29T16:43:03","guid":{"rendered":"https:\/\/hier-luebeck.de\/?p=463212"},"modified":"2026-09-29T18:43:03","modified_gmt":"2026-09-29T16:43:03","slug":"mit-schleswig-holstein-arbeit-zu-ungewoehnlichen-zeiten-muss-fair-behandelt-werden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/mit-schleswig-holstein-arbeit-zu-ungewoehnlichen-zeiten-muss-fair-behandelt-werden\/","title":{"rendered":"MIT Schleswig-Holstein: Arbeit zu ungew\u00f6hnlichen Zeiten muss fair behandelt werden"},"content":{"rendered":"<p>Lange: \u201eGleiche Arbeit verdient bei Steuern und Sozialabgaben gleiche Behandlung\u201c<\/p>\n<p>Die Mittelstands- und Wirtschaftsunion Schleswig-Holstein (MIT SH) sieht im vom Bundeskabinett am 2. September 2026 beschlossenen Entwurf eines Einkommensteuerreformgesetzes 2027 Licht und Schatten. Die vorgesehenen Entlastungen f\u00fcr Familien und mittlere Einkommen sind willkommen. Bei Sonn- und Feiertagszuschl\u00e4gen droht jedoch eine Ungleichbehandlung zulasten vieler Besch\u00e4ftigter und mittelst\u00e4ndischer Betriebe.<br \/>\n<!--more-->\u201eWer am Sonntag oder Feiertag arbeitet, leistet dieselbe Arbeit \u2013 unabh\u00e4ngig davon, ob sein Betrieb tarifgebunden ist. Diese Leistung sollte auch bei den Sozialabgaben gleich behandelt werden\u201c, erkl\u00e4rt Stefan Lange, Landesvorsitzender der MIT Schleswig-Holstein.<\/p>\n<p>Der Entwurf erh\u00f6ht die steuerlich beg\u00fcnstigte Grundlohngrenze f\u00fcr Sonn- und Feiertagszuschl\u00e4ge von 50 auf 75 Euro pro Stunde. F\u00fcr Nachtzuschl\u00e4ge bleibt die steuerliche Grenze bei 50 Euro. Sozialversicherungsfrei sollen Sonn- und Feiertagszuschl\u00e4ge auf Basis eines Grundlohns von bis zu 75 Euro k\u00fcnftig nur dann sein, wenn sie in einem f\u00fcr das Arbeitsverh\u00e4ltnis geltenden Tarifvertrag geregelt sind. Ohne entsprechende Tarifregelung bleibt es ebenso wie bei Nachtzuschl\u00e4gen bei der bisherigen Grundlohngrenze von 25 Euro.<\/p>\n<p>\u201eDas ist ein falsches Signal. Entscheidend sollte die geleistete Arbeit sein, nicht die Art der Vereinbarung \u00fcber den Zuschlag\u201c, so Lange. \u201eGerade kleinere Betriebe brauchen faire und praktikable Regeln f\u00fcr Wochenend- und Feiertagsarbeit.\u201c<\/p>\n<p>Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes arbeiteten 2025 rund 51 Prozent der Besch\u00e4ftigten in Deutschland in Betrieben ohne Tarifbindung. Die neue Regelung kann vor allem dort ins Gewicht fallen, wo Sonn- und Feiertagsarbeit zum Alltag geh\u00f6rt \u2013 etwa im Gastgewerbe, im Handel, in der Landwirtschaft, in der Logistik und in Dienstleistungsbetrieben.<\/p>\n<p>Auch die geplante Erh\u00f6hung der Pauschalsteuer f\u00fcr Minijobs von 2 auf 5 Prozent verteuert flexible Besch\u00e4ftigung. Gerade kleine Betriebe decken damit Auftragsspitzen, Saisonarbeit und l\u00e4ngere \u00d6ffnungszeiten ab. \u201eWenn Arbeit sich mehr lohnen soll, d\u00fcrfen wir ihre Kosten nicht zugleich erh\u00f6hen\u201c, sagt Lange.<\/p>\n<p>Kritisch sieht die MIT zudem die K\u00fcrzung der Steuererm\u00e4\u00dfigung f\u00fcr Handwerkerleistungen im Privathaushalt: Statt 20 Prozent und h\u00f6chstens 1.200 Euro sollen k\u00fcnftig nur noch 15 Prozent und h\u00f6chstens 900 Euro ber\u00fccksichtigt werden. \u201eDas schw\u00e4cht einen bew\u00e4hrten Anreiz, Renovierungen und Reparaturen an ordentliche Handwerksbetriebe zu vergeben\u201c, erkl\u00e4rt Lange.<\/p>\n<p>In der Gesetzesbegr\u00fcndung erwartet die Bundesregierung dennoch keine direkten sonstigen Kosten f\u00fcr die Wirtschaft und keine Auswirkungen auf das Verbraucherpreisniveau. \u201eDiese Einsch\u00e4tzung teilen wir nicht\u201c, sagt Lange. \u201eH\u00f6here Kosten f\u00fcr Minijobs sp\u00fcren die Betriebe unmittelbar. Wer den Mittelstand st\u00e4rken will, muss solche Folgen im Blick behalten.\u201c<\/p>\n<p>Die MIT Schleswig-Holstein fordert daher:<\/p>\n<p>1. eine Einkommensteuerreform, die Arbeit, Mehrarbeit und unternehmerische Verantwortung tats\u00e4chlich entlastet, statt neue Kosten und B\u00fcrokratie zu schaffen;<\/p>\n<p>2. gleiche Sozialversicherungsfreiheit f\u00fcr Sonn-, Feiertags- und Nachtzuschl\u00e4ge in tarifgebundenen und nicht tarifgebundenen Betrieben;<\/p>\n<p>3. keine Zwei-Klassen-Behandlung von Arbeitnehmern aufgrund der Tarifbindung ihres Arbeitgebers;<\/p>\n<p>4. den Verzicht auf die Erh\u00f6hung der Pauschalsteuer f\u00fcr Minijobs;<\/p>\n<p>5. den Erhalt der Steuererm\u00e4\u00dfigung f\u00fcr Handwerkerleistungen in bisheriger H\u00f6he.<\/p>\n<p>\u201eDer Entwurf enth\u00e4lt gute Ans\u00e4tze. Jetzt kommt es darauf an, die Regeln f\u00fcr Besch\u00e4ftigte und Betriebe fair auszugestalten\u201c, so Lange. \u201eGleiche Arbeit verdient gleiche Behandlung \u2013 und der Mittelstand braucht verl\u00e4ssliche Rahmenbedingungen.\u201c<\/p>\n<p>Quelle zum Kabinettsbeschluss: Bundesministerium der Finanzen, \u201eBundesregierung bringt Einkommensteuerreform auf den Weg\u201c, 2. September 2026<\/p>\n<p>Die Mittelstands- und Wirtschaftsunion Deutschlands (MIT) ist die gr\u00f6\u00dfte parteipolitische Wirtschaftsvereinigung Europas. Sie engagiert sich insbesondere f\u00fcr die Belange der Klein\u2013 und Mittelst\u00e4ndischen Unternehmen (KMU). Der schleswig-holsteinische MIT-Landesvorsitzende Stefan Lange ist als direkter Ansprechpartner unter stefan.lange@mit-sh.de erreichbar<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Lange: \u201eGleiche Arbeit verdient bei Steuern und Sozialabgaben gleiche Behandlung\u201c Die Mittelstands- und Wirtschaftsunion Schleswig-Holstein (MIT SH) sieht im vom<\/p>\n","protected":false},"author":4994,"featured_media":461112,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","footnotes":""},"categories":[5],"tags":[29042],"class_list":["post-463212","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-politik-wirtschaft","tag-mit-schleswig-holstein-arbeit-zu-ungewoehnlichen-zeiten-muss-fair-behandelt-werden"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/463212","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4994"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=463212"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/463212\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":463213,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/463212\/revisions\/463213"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/461112"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=463212"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=463212"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=463212"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}