{"id":463234,"date":"2026-09-30T18:36:02","date_gmt":"2026-09-30T16:36:02","guid":{"rendered":"https:\/\/hier-luebeck.de\/?p=463234"},"modified":"2026-09-30T18:36:13","modified_gmt":"2026-09-30T16:36:13","slug":"gesundheitsministerin-von-der-decken-auf-der-regionalkonferenz-nord-ost-gemeinsam-mit-den-kliniken-setzen-wir-die-krankenhausreform-um-die-sicherung-der-patientenversorgung-steht-dabe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/gesundheitsministerin-von-der-decken-auf-der-regionalkonferenz-nord-ost-gemeinsam-mit-den-kliniken-setzen-wir-die-krankenhausreform-um-die-sicherung-der-patientenversorgung-steht-dabe\/","title":{"rendered":"Gesundheitsministerin von der Decken auf der Regionalkonferenz Nord-Ost: Gemeinsam mit den Kliniken setzen wir die Krankenhausreform um \u2013 die Sicherung der Patien\u00adtenversorgung steht dabei im Mittelpunkt"},"content":{"rendered":"<p>SCHLESWIG. Das Gesundheitsministerium informiert fortlaufend zur Umsetzung der bundesweiten Krankenhausreform in Schleswig-Holstein, unter anderem im Sozialausschuss und in zahl\u00adreichen Medieninformationen (<strong><a href=\"https:\/\/www.schleswig-holstein.de\/DE\/landesregierung\/themen\/gesundheit-verbraucherschutz\/gesundheitsversorgung\/krankenhaeuser\">schleswig-holstein.de \u2013 Krankenh\u00e4user<\/a><\/strong><strong>)<\/strong>. Heute (30.09.) hat in Schleswig f\u00fcr die Versorgungsregion Nord-Ost die dritte von sechs Regionalkonferenzen in Schleswig-Holstein stattgefunden. <!--more-->Angemeldet waren rund 40 Vertreterinnen und Vertre\u00adter der Kliniken, der Kommunen und der Politik der betreffenden Versorgungsregionen, zu der die Stadt Flensburg, der Kreis Schleswig-Flensburg sowie der n\u00f6rdliche Teil des Kreises Rendsburg-Eckernf\u00f6rde geh\u00f6ren. Die Fachveranstaltung ist Teil der derzeit laufen\u00adden Umsetzung der Krankenhausreform. B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger konnten \u00fcber ein Live\u00adstream-Angebot die Konferenz online verfolgen.<\/p>\n<p><strong>1. Gesundheitsministerin von der Decken er\u00f6ffnete die Konferenz und be\u00adtonte einleitend: <\/strong><strong><br \/>\n<\/strong>\u201eDie n\u00e4chsten zwei Stunden m\u00f6chten wir nutzen, um \u00fcber das Zielbild der Krankenhausplanung in der Versorgungsregion Nord-Ost zu sprechen. Dieses Zielbild ist \u2013 das sage ich ausdr\u00fccklich \u2013 noch nicht in Stein gemei\u00dfelt. Parallel zu den Regionalkonferenzen findet das Anh\u00f6rungsverfahren der Krankenh\u00e4user statt. Vom 21. September bis zum 31. Oktober k\u00f6nnen die Krankenh\u00e4user Voraussetzungen f\u00fcr Leistungsgruppen nachweisen, die aktuell negativ bewertet werden. Dadurch besteht die M\u00f6glichkeit, dass sie diese Leistungsgruppen dann doch zugewiesen bekommen.<\/p>\n<p>Die verbindliche Zuweisung der Leistungsgruppen erfolgt Ende des Jahres mit Wirkung zum 1. Januar 2027. Wir werden Ihnen daher heute noch nicht darlegen k\u00f6nnen, welches Krankenhaus ganz genau welche Leistungsgruppe erh\u00e4lt. Wir stellen Ihnen ein Zielbild vor, das die zuk\u00fcnftige Rolle und die Versorgungsschwerpunkte der Krankenh\u00e4user in den Fokus r\u00fcckt. Es geht um das gro\u00dfe, das ganze Bild: die voraussichtliche Struktur der Krankenhauslandschaft in der Versorgungsregion Nord-Ost.<\/p>\n<p>Es ist mir wichtig, dass wir alles so fr\u00fch und so transparent wie m\u00f6glich kommunizieren. Wir haben daher die Krankenh\u00e4user bereits fr\u00fchzeitig \u2013 in den Regionalgespr\u00e4chen im Fr\u00fchjahr \u2013 dar\u00fcber informiert, welche Tendenzen sich abzeichnen. Jetzt im Herbst, wo der Medizinische Dienst die Antr\u00e4ge der Krankenh\u00e4user begutachtet hat und wir das Anh\u00f6rungsverfahren als letzten Schritt starten, informieren wir Sie \u00fcber die sich abzeichnenden konkreten Versorgungsstrukturen.<\/p>\n<p>Lassen sich mich den Blick auf die Krankenhausreform zun\u00e4chst allerdings etwas weiten: Die Krankenhausreform ist ein Vorhaben des Bundes aus der Zeit der letzten Bundesregierung, das wir als L\u00e4nder umzusetzen haben. Geregelt ist sie Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetz (KHVVG), das durch das Gesetz zur Anpassung der Krankenhausreform (KHAG) erg\u00e4nzt wird. In Kraft getreten ist das KHAG zum 15. April 2026.<\/p>\n<p>Der Prozess bis zur Verabschiedung der beiden Gesetze hat rund 3 \u00bd Jahre gedauert. In dieser Zeit durften wir als Gesundheitsministerium auf den konstruktiven Austausch mit allen f\u00fcr die Krankenhausversorgung relevanten Akteuren in Schleswig-Holstein vertrauen. Daf\u00fcr m\u00f6chte ich mich nochmal von Herzen bedanken. Wir haben uns bei der Erarbeitung der Reform intensiv gegen\u00fcber dem Bund f\u00fcr Verbesserungen im Sinne einer praxistauglichen Reform eingesetzt. Uns war es wichtig, dass wir als L\u00e4nder Freiheiten behalten bei der Umsetzung der Reform.<\/p>\n<p>Bedauerlicherweise sind unsere Anliegen nur zum Teil aufgegriffen worden. Wir sind daher nicht ganz gl\u00fccklich mit den teils sehr engen Vorgaben des Bundes \u2013 aber wir m\u00fcssen und werden sie nun umsetzen. Dabei nutzen wir, wo dies angemessen und bedarfsnotwendig ist, die uns verbliebenen gesetzlich vorgesehen Entscheidungsspielr\u00e4ume im Wissen um unsere Verantwortung f\u00fcr Patientinnen und Patientinnen sowie f\u00fcr die Mitarbeitenden in den Kliniken.<\/p>\n<p>Die Krankenhausreform f\u00fchrt zu einem grundlegenden strukturellen Wandel: Komplexe, elektive und damit planbare Eingriffe sollen in spezialisierten Zentren geb\u00fcndelt werden. Die Grund- und Notfallversorgung in der Fl\u00e4che soll unter Einbeziehung kleinerer Krankenh\u00e4user und sektoren\u00fcbergreifender Versorgungszentren sichergestellt werden. Und ganz wesentlich: Die Leistungserbringung in den Krankenh\u00e4usern ist fortan an strenge Qualit\u00e4tskriterien gekn\u00fcpft.<\/p>\n<p>Unsere Krankenhausplanung ver\u00e4ndert sich dadurch grundlegend. Zuvor haben wir alle sieben Jahre einen neuen Krankenhausplan erstellt. Unsere Anpassungen haben wir individuell und punktuell vorgenommen. Dieses System hat die Reform \u00fcberholt. Fortan arbeiten wir mit einer bundeseinheitlich vorgegebenen feingliedrigen Struktur mit 61 Leistungsgruppen, die die Krankenh\u00e4user beim Gesundheitsministerium des Landes beantragen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Die Antr\u00e4ge werden vom Medizinischen Dienst Nord gepr\u00fcft. Dieser sendet dann die entsprechenden Gutachten an das Ministerium. Es folgen ein Anh\u00f6rungsverfahren f\u00fcr die Krankenh\u00e4user \u2013 das derzeit l\u00e4uft \u2013 und am Ende die Entscheidung \u00fcber die Zuweisung der beantragten Leistungsgruppen durch das Ministerium. Entscheidend f\u00fcr die Vergabe der Leistungsgruppen sind Zahlen, Daten und Fakten. Ich \u00fcbergebe daher gleich das Wort an Herrn Letzgus von der Lohfert und Lohfert AG. Er wird Ihnen verdeutlichen, was ich mit Zahlen, Daten und Fakten meine. Es geht um Planungsebenen, Versorgungsregionen, Leistungsgruppen, Bedarfsanalysen, Fallzahlen, Patientenstr\u00f6me und vieles mehr. Wir m\u00f6chten darlegen, wie wir systematisch vorgegangen sind.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>2. Philipp Letzgus, Lohfert &amp; Lohfert AG, der das Mi\u00adnisterium im Planungsprozess fachlich begleitet, stellte die Systematik der Versorgungsregionen vor<\/strong>. Die Pr\u00e4sentation wird im Anschluss an die Konferenz ebenfalls online gestellt unter <a href=\"https:\/\/schleswig-holstein.de\/krankenhaus\">https:\/\/schleswig-holstein.de\/krankenhaus<\/a>. Versorgungsregionen dienen als Planungsinstrument der Krankenhausplanung. Patientinnen und Patienten steht es unabh\u00e4ngig davon frei, das Krankenhaus aufzusuchen, das sie oder er bevorzugt. Eine grunds\u00e4tzliche Erl\u00e4uterung der Systematik finden Sie auch in der Pressemitteilung unter <a href=\"https:\/\/t1p.de\/rnqrs\">https:\/\/t1p.de\/rnqrs<\/a>.<\/p>\n<ol start=\"3\">\n<li><strong> Versorgungsregion Nord-Ost:a) Gesundheitsministerin von der Decken erl\u00e4uterte Besonderheiten und die Ist-Situation im \u00dcberblick:<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u201eDie Versorgungsregion Nord-Ost umfasst die Stadt Flensburg, den Kreis Schleswig-Flensburg sowie den n\u00f6rdlichen Teil des Kreises Rendsburg-Eckernf\u00f6rde. Die Versorgungsregion ist durch unterschiedliche r\u00e4umliche Gegebenheiten gepr\u00e4gt. W\u00e4hrend Flensburg als st\u00e4dtisches Zentrum eine zentrale Funktion im Norden der Versorgungsregion wahrnimmt, ist der S\u00fcden der Versorgungsregion durch gro\u00dffl\u00e4chige l\u00e4ndliche R\u00e4ume mit teils geringerer Bev\u00f6lkerungsdichte gepr\u00e4gt.<\/p>\n<p>Der Nord-Ostsee-Kanal bildet eine klare r\u00e4umliche Grenze der Versorgungsregion nach S\u00fcden. Gleichzeitig pr\u00e4gen die Schlei sowie die Ostseek\u00fcste mit ihren zahlreichen kleineren Gemeinden und gr\u00f6\u00dferen Entfernungen zwischen den einzelnen Orten den n\u00f6rdlichen und \u00f6stlichen Teil der Versorgungsregion. Diese unterschiedlichen Gegebenheiten f\u00fchren auch zu unterschiedlichen Anforderungen an die Gesundheitsversorgung.<\/p>\n<p>Insbesondere in den l\u00e4ndlichen Bereichen bestehen teilweise gr\u00f6\u00dfere Entfernungen zwischen den Wohnorten und den zentralen medizinischen Angeboten in Flensburg, Schleswig und Rendsburg. Gleichzeitig konzentrieren sich bestimmte medizinische und weitere infrastrukturelle Angebote auf die gr\u00f6\u00dferen St\u00e4dte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Auch die demografische Entwicklung stellt die Versorgungsegion vor Herausforderungen \u2013 allerdings nicht \u00fcberall in gleichem Ma\u00dfe. Hinsichtlich Bev\u00f6lkerungsdichte und Altersstruktur gibt es teils deutliche Unterschiede. Insbesondere die l\u00e4ndlichen R\u00e4ume in Schleswig-Flensburg und Rendsburg-Eckernf\u00f6rde weisen einen hohen Anteil \u00e4lterer Menschen auf. Damit ver\u00e4ndern sich auch perspektivisch die Anforderungen an die medizinische Versorgung.<\/p>\n<p>Diese unterschiedlichen regionalen Gegebenheiten m\u00fcssen bei der Weiterentwicklung der Versorgung ber\u00fccksichtigt werden. Gleichzeitig gilt es, die vorhandenen Angebote gut aufeinander abzustimmen und auch unter den sich ver\u00e4ndernden Rahmenbedingungen eine verl\u00e4ssliche medizinische Versorgung in der gesamten Versrogungsregion sicherzustellen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Zur Versorgungsregion Nord-Ost geh\u00f6ren gegenw\u00e4rtig <strong>neun Krankenhausstandorte.<\/strong> Davon entfallen drei Standorte auf die Stadt Flensburg, zwei auf den Kreis Schleswig-Flensburg und vier auf den Kreis Rendsburg-Eckernf\u00f6rde. Lassen Sie mich diese nacheinander durchgehen:<\/p>\n<ul>\n<li>In der Stadt Flensburg wird die station\u00e4re Versorgung durch die beiden Krankenhausstandorte des <u>Malteser F\u00f6rdeklinikums St. Katharina<\/u> (<u>Knuthstra\u00dfe und Waldstra\u00dfe)<\/u> gepr\u00e4gt, deren Leistungsangebote sich bereits heute in wesentlichen Bereichen erg\u00e4nzen und perspektivisch an einem gemeinsamen Neubau zusammengef\u00fchrt werden sollen. Dabei bestehen neben der allgemeinen akut-station\u00e4ren Versorgung besondere Schwerpunkte unter anderem in der Notfallversorgung, der Schlaganfallversorgung und der Geburtshilfe.<\/li>\n<li>Erg\u00e4nzt wird das station\u00e4re Angebot in Flensburg durch das <u>Katharinen Hospiz am Park <\/u>mit seinem Schwerpunkt in der palliativen Versorgung. Damit stellt Flensburg einen bedeutsamen Standort der station\u00e4ren Versorgung in der Region dar.<\/li>\n<li>Im Kreis Schleswig-Flensburg wird die station\u00e4re Versorgung durch das <u>Helios Klinikum Schleswig <\/u>und die <u>Margarethen-Klinik in Kappeln<\/u> getragen. Der Standort Schleswig \u00fcbernimmt dabei als zentraler Versorger des Kreises einen breiteren akut-station\u00e4ren Versorgungsauftrag, w\u00e4hrend die Klinik in Kappeln insbesondere zur wohnortnahen Versorgung im s\u00fcd\u00f6stlichen Teil des Kreises beitr\u00e4gt.<\/li>\n<li>Im Kreis Rendsburg-Eckernf\u00f6rde verteilt sich das station\u00e4re Angebot auf mehrere Standorte mit unterschiedlichen Versorgungsschwerpunkten. Die<u> Sch\u00f6n Klinik Rendsburg<\/u> \u00fcbernimmt einen besonders breiten Versorgungsauftrag, w\u00e4hrend die <u>Sch\u00f6n Klinik Eckernf\u00f6rde <\/u>insbesondere durch einen Schwerpunkt in der geriatrischen Versorgung gepr\u00e4gt ist.<\/li>\n<li>Erg\u00e4nzt wird das Angebot durch die <u>Augenklinik Rendsburg<\/u> und die <u>VITREA Ostseeklinik Damp<\/u>, die als Fachklinik mit ihrem Schwerpunkt in der Endoprothetik ein spezialisiertes Angebot mit \u00fcberregionaler Bedeutung vorh\u00e4lt. Zusammen bilden die vier Standorte ein differenziertes station\u00e4res Versorgungsangebot f\u00fcr den Kreis und die angrenzenden Regionen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Soweit der Ist-Zustand. Frau Hachmeyer wird Ihnen nun einen konkreten Einblick geben \/ wie die Zukunft \u2014 Stand heute \u2014 voraussichtlich aussehen wird. Dabei m\u00f6chte ich nochmals betonen, dass es hier um ein Zielbild geht. Das Anh\u00f6rungsverfahren l\u00e4uft noch, und wir werden alles, was die Kliniken im Rahmen des Anh\u00f6rungsverfahrens vortragen, pr\u00fcfen und ggf. ber\u00fccksichtigen. Erst nach dem Anh\u00f6rungsverfahren werden die einzelnen Leistungsgruppen verbindlich festgelegt werden k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol>\n<li><strong>b) Zum Zielbild erl\u00e4uterte Aenn Hachmeyer, Referatsleiterin Krankenhausplanung im Gesundheitsministerium: <\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>\u201eBevor ich auf die einzelnen Standorte eingehe, m\u00f6chte ich noch einen Punkt voranstellen, der f\u00fcr das Verst\u00e4ndnis unserer Entscheidungen wichtig ist. Mit der Krankenhausreform gibt der Bund erstmals sehr konkrete Voraussetzungen daf\u00fcr vor, wann ein Krankenhaus eine bestimmte Leistungsgruppe erhalten kann. Dazu geh\u00f6ren strukturelle und technische Voraussetzungen, ganz wesentlich aber auch personelle Anforderungen.<\/p>\n<p>Grunds\u00e4tzlich gilt: Werden die erforderlichen Voraussetzungen nicht erf\u00fcllt, k\u00f6nnen wir die entsprechende Leistungsgruppe nicht ohne Weiteres zuweisen. Gleichzeitig haben wir als Land einen Sicherstellungsauftrag. Deshalb m\u00fcssen wir sehr genau hinschauen, wenn durch den Wegfall eines Leistungsangebotes eine Unterversorgung drohen k\u00f6nnte. F\u00fcr solche Situationen sehen wir derzeit befristete Ausnahmegenehmigungen vor, mit denen die Versorgung weiterhin sichergestellt werden kann. Dabei m\u00fcssen wir allerdings sehr verantwortungsvoll vorgehen \u2013 gerade im Hinblick auf die personellen Voraussetzungen. Denn insbesondere bei sensiblen und zeitkritischen Versorgungsbereichen sollte im Sinne einer guten Versorgung der Patientinnen und Patienten das hierf\u00fcr formal erforderliche Personal\u00a0auch tats\u00e4chlich und verl\u00e4sslich zur Verf\u00fcgung stehen, wenn m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Auf der anderen Seite bedeutet auch die Erf\u00fcllung aller Voraussetzungen nicht automatisch, dass jede beantragte Leistungsgruppe an jedem Standort zugewiesen werden muss. Wenn beispielsweise mehr Krankenh\u00e4user eine bestimmte Leistung anbieten wollen, als aufgrund der Zahl der Patientinnen und Patienten erforderlich sind, m\u00fcssen wir als Land Auswahlentscheidungen treffen.<br \/>\nDas betrifft beispielsweise Bereiche, in denen Leistungen st\u00e4rker konzentriert werden k\u00f6nnen. Hier m\u00fcssen wir unserem planerischen Auftrag gerecht werden und die begrenzten personellen und medizinischen Ressourcen so einsetzen, dass dauerhaft leistungsf\u00e4hige Strukturen entstehen. Dies voran gestellt, m\u00f6chte ich Ihnen nun das Zielbild \u2013 Stand heute \u2013 f\u00fcr die Versorgungsregion Nord-Ost vorstellen:<\/p>\n<p>Die Versorgungsregion verf\u00fcgt bereits heute \u00fcber leistungsf\u00e4hige station\u00e4re Versorgungsstrukturen. Die Aufgabe der neuen Krankenhausplanung besteht deshalb auch hier nicht darin, diese Strukturen grundlegend neu zu erfinden, sondern sie entsprechend den bundesgesetzlichen Vorgaben weiterzuentwickeln, Profile zu sch\u00e4rfen und Leistungen dort zu konzentrieren, wo sie dauerhaft leistungsf\u00e4hig und in der erforderlichen Qualit\u00e4t erbracht werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<ul>\n<li>Lassen Sie mich mit der Stadt Flensburg beginnen. Dort befindet sich das <u>Malteser F\u00f6rdeklinikum St. Katharina<\/u>. Seine beiden Standorte <u>Knuthstra\u00dfe und Waldstra\u00dfe<\/u> sollen, wie Sie wissen, k\u00fcnftig an einem gemeinsamen Standort neu gebaut und damit zusammengef\u00fchrt werden. Bereits heute sind die beiden H\u00e4user eng miteinander verflochten und erg\u00e4nzen sich in ihrem jeweiligen Leistungsspektrum. Deshalb sind keine grundlegenden Ver\u00e4nderungen am bestehenden medizinischen Angebot vorgesehen. Der Standort <u>Knuthstra\u00dfe<\/u> wird k\u00fcnftig weiterhin eine wichtige Rolle in der Notfall- und Traumaversorgung wahrnehmen. Hinzu kommen die geburtshilfliche Versorgung als Perinatalzentrum Level 1 sowie die Schlaganfallversorgung. Der Standort <u>Waldstra\u00dfe<\/u> erg\u00e4nzt das Portfolio um eine breites internistisches und geriatrisches Versorgungsangebot sowie um einen onkologischen Schwerpunkt. Diese Versorgungsbereiche sollen perspektivisch und selbstverst\u00e4ndlich auch im geplanten Neubau eine wichtige Rolle einnehmen und dort weiter gest\u00e4rkt werden. Mit dem Neubau besteht damit eine klare Entwicklungsperspektive. Die konkreten Planungen hierzu erfolgen in engem bilateralem Austausch.<\/li>\n<li>F\u00fcr das <u>Katharinen Hospiz am Park <\/u>war vorgesehen, das dort vorhandene palliativ-medizinische Angebot an das Malteser F\u00f6rdeklinikum St. Katharina zu verlagern, sobald der Neubau fertig fertiggestellt ist. Dadurch kann sich das Hospiz st\u00e4rker auf seinen eigentlichen, n\u00e4mlich den hospizlichen Versorgungsauftrag, konzentrieren. Aufgrund der neuen bundesgesetzlichen Vorgaben im Rahmen der Krankenhausreform k\u00f6nnte dieser Schritt nun allerdings fr\u00fcher als geplant erforderlich werden. Hintergrund ist, dass die bestehenden strukturellen Voraussetzungen des Hospizes k\u00fcnftig nicht mehr vollst\u00e4ndig den Anforderungen f\u00fcr ein palliativ-medizinisches Angebot entsprechen. Derzeit pr\u00fcfen wir daher, ob das palliativ-medizinische Angebot des Katharinen Hospizes als Krankenhausstandort bereits vor der Inbetriebnahme des Neubaus des Malteser F\u00f6rdeklinikum St. Katharina entweder an den Standort Knuthstra\u00dfe oder den Standort Waldstra\u00dfe umziehen kann.<\/li>\n<li>Im Kreis Schleswig-Flensburg steht mit der <u>Helios Klinik Schleswig<\/u> ein leistungsf\u00e4higer Schwerpunktversorger zur Verf\u00fcgung. Die Klinik wird auch k\u00fcnftig eine wichtige Rolle insbesondere im Rahmen der Geburtshilfe, der Schlaganfallversorgung und der Traumatologie \u00fcbernehmen. Neu aufgebaut werden soll eine umfassende geriatrische Versorgung, um das Leistungsportfolio des Standortes noch zu erweitern.<\/li>\n<li>Der Standort der <u>Margarethen Klinik in Kappeln<\/u> wird die bundesrechtlichen Vorgaben in seiner bisherigen Rolle voraussichtlich nicht erf\u00fcllen. Da er jedoch f\u00fcr die Versorgung vor Ort unverzichtbar ist, soll er zu einem sektoren\u00fcbergreifenden Versorger weiterentwickelt werden, wie bereits im Rahmen des Pressegespr\u00e4ches am 1.7. kommuniziert. Ein sektoren\u00fcbergreifender Versorger ist auch ein Krankenhaus. Die Besonderheit eines sektoren\u00fcbergreifenden Versorgers liegt darin, dass er auf die internistische und geriatrische Grundversorgung ausgerichtet ist sowie station\u00e4re und ambulante Versorgung vereint. Ziel ist es, mit dieser Umstrukturierung eine bedarfsgerechte Versorgung vor Ort langfristig sicherzustellen. Diese Umstrukturierung ist jedoch voraussichtlich auch nicht bis zum 01.01.2027 m\u00f6glich, sodass ein \u00dcbergangszeitraum von 12 Monaten beschieden werden kann.<\/li>\n<li>Blicken wir nun auf den Kreis Rendsburg-Eckernf\u00f6rde: Die Standorte der Sch\u00f6n Kliniken in Rendsburg und Eckernf\u00f6rde sichern auch k\u00fcnftig eine umfassende medizinische Versorgung im Kreis Rendsburg-Eckernf\u00f6rde. Dabei kommt <u>der Sch\u00f6n Klinik Rendsburg<\/u> als k\u00fcnftigem Maximalversorger im Kreis eine besondere Bedeutung zu. Am Standort werden sowohl die akutmedizinischen Leistungen als auch das komplexe elektive Behandlungsspektrum geb\u00fcndelt und damit ein breites Spektrum der medizinischen Versorgung unter einem Dach vereint.<\/li>\n<li>Die <u>Sch\u00f6n Klinik Eckernf\u00f6rde<\/u> wiederum hat sich in den letzten Jahren vermehrt auf die Versorgung \u00e4lterer Patientinnen und Patienten spezialisiert. Dieser Schwerpunkt soll auch k\u00fcnftig fortgef\u00fchrt und weiter gest\u00e4rkt werden.<\/li>\n<li>Erg\u00e4nzt wird das Versorgungsangebot in der Region Nord-Ost durch die beiden von der Ministerin erw\u00e4hnten Fachkliniken: Die bestehenden Fachkliniken der Versorgungsregion \u2013 die <u>Augenklinik in Rendsburg <\/u>sowie die <u>VITREA Ostseeklinik Damp<\/u> mit ihrem spezialisierten orthop\u00e4dischen Leistungsangebot \u2013 sollen in ihrer bisherigen Funktion als Fachkliniken erhalten bleiben. Mit ihren spezialisierten Leistungen werden sie auch k\u00fcnftig dazu beitragen, die allgemeine station\u00e4re Versorgung in der Region gezielt zu erg\u00e4nzen.\u201c<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol>\n<li><strong>c) Gesundheitsministerin von der Decken gab abschlie\u00dfend ein Fazit und Ausblick: <\/strong><strong><br \/>\n<\/strong>\u201eDie k\u00fcnftige Versorgungsstruktur der Versorgungsregion Nord-Ost sieht, kurz zusammengefasst, derzeit so aus: Ein Standort, die Margarethen Klinik in Kappeln, wird wahrscheinlich zu einem sektoren\u00fcbergreifenden Versorger \u2013 ebenfalls ein Krankenhaus \u2013 weiterentwickelt werden. Das palliativ-medizinische Angebot des Katharinen Hospizes am Park wird voraussichtlich an das Malteser F\u00f6rdeklinikum St. Katharina verlagert.<br \/>\nDas Hospiz wird sich dann auf seinen eigentlichen, n\u00e4mlich den hospizlichen Versorgungsauftrag, konzentrieren. Bei den \u00fcbrigen Krankenh\u00e4usern wird es zu Profilsch\u00e4rfungen und zu B\u00fcndelungen von spezialisierten Leistungsangeboten kommen. Gleichzeitig ist die Notfall- und Grundversorgung in der Fl\u00e4che gew\u00e4hrleistet. Das bestehende Leistungsangebot wird an vielen Standorten umf\u00e4nglich aufrechterhalten und durch eine Konzentration oder einen Aufbau gest\u00e4rkt.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Welches Krankenhaus genau welche Leistungsgruppe zugewiesen bekommt, wird erst Ende Dezember 2026 feststehen. Die Feststellungsbescheide, die wir den Krankenh\u00e4usern dann zustellen, werden \u2014 wo es erforderlich ist \u2014 \u00dcbergangszeitr\u00e4ume f\u00fcr Umstrukturierungsma\u00dfnahmen beinhalten.Ich danke ausdr\u00fccklich allen Kliniken und deren Mitarbeitenden sowie den Beteiligten aus Politik und Kommunen f\u00fcr die Umsetzung der Krankenhausreform. Die Sicherung der Versorgung unserer Patientinnen und Patienten steht dabei im Mittelpunkt und ist unser gemeinsames Ziel.\u201c<\/p>\n<ol start=\"4\">\n<li><strong><br \/>\nPodiumsgespr\u00e4ch<br \/>\n<\/strong>Im Anschluss konnten die an der Regionalkonferenz teilnehmende Akteurinnen und Ak\u00adteure aus <strong>Kliniken, Kommunen und Politik <\/strong>Fragen zum vorgestellten Zielbild an die Vortragenden stellen, die im Rahmen eines Podiumsgespr\u00e4chs er\u00f6rtert wurden. Um die Reform aus \u00e4rztlicher Sicht einordnen zu k\u00f6nnen, nahmen auf dem Podium <strong>Prof. Dr. med. Wolfgang Dersch, Arzt und Experte f\u00fcr Notfallversorgung sowie Rettungsdienst, <\/strong>Mitglied der deutschen Fachgesellschaft f\u00fcr Not\u00adfallmedizin (DGINA) sowie <strong>Dr. med. Stefan Sudmann,<\/strong> ebenfalls <strong>Arzt und Experte f\u00fcr Notfall- und Akutmedizin <\/strong>und Ansprechpartner der Landesgruppe Schleswig-Holstein der deutschen Fachgesellschaft f\u00fcr Not\u00adfallmedizin (DGINA), teil. Beide engagieren sich f\u00fcr die Weiterentwicklung der Notfallversorgung im Land.<\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>SCHLESWIG. 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