{"id":463714,"date":"2026-10-14T19:51:45","date_gmt":"2026-10-14T17:51:45","guid":{"rendered":"https:\/\/hier-luebeck.de\/?p=463714"},"modified":"2026-10-14T19:51:45","modified_gmt":"2026-10-14T17:51:45","slug":"fraunhofer-studie-nordische-stromregion-kann-energiekosten-senken-und-industrie-staerken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/fraunhofer-studie-nordische-stromregion-kann-energiekosten-senken-und-industrie-staerken\/","title":{"rendered":"Fraunhofer-Studie: Nordische Stromregion kann Energiekosten senken und Industrie st\u00e4rken"},"content":{"rendered":"<p>Untersuchung zeigt Potenziale einer gemeinsamen Stromregion aus Schleswig-Holstein, Hamburg und Westd\u00e4nemark. IHK und Land Schleswig-Holstein stellen m\u00f6gliches neues Marktdesign f\u00fcr wettbewerbsf\u00e4higen Wasserstoff vor.<!--more--><\/p>\n<p><strong>Berlin, 14. Oktober 2026.<\/strong> Eine gemeinsame Stromregion aus Schleswig-Holstein, Hamburg und Westd\u00e4nemark k\u00f6nnte die Kosten der Energiewende senken, gr\u00fcnen Wasserstoff wettbewerbsf\u00e4higer machen und die deutsche Industrie st\u00e4rken. Das zeigt eine Studie des Fraunhofer-Instituts f\u00fcr Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik (IEE), die am heutigen Mittwoch auf gemeinsame Initiative der IHK Schleswig-Holstein und der schleswig-holsteinischen Landesregierung bei einem parlamentarischen Fr\u00fchst\u00fcck in Berlin vorgestellt wurde. Wirtschaft und Landespolitik ziehen an einem Strang, um die Vorteile eines neuen Strommarktdesigns mit einer solchen Nord-Stromregion f\u00fcr ganz Deutschland aufzuzeigen.<\/p>\n<p>\u201eDie Energiewende entscheidet sich nicht allein beim Ausbau erneuerbarer Energien. Entscheidend ist, ob es gelingt, erneuerbaren Strom dort in Wertsch\u00f6pfung umzuwandeln, wo er in gro\u00dfen Mengen verf\u00fcgbar ist. Die norddeutsch-d\u00e4nische Energiekooperation bietet hierf\u00fcr erhebliche Potenziale\u201c, sagt Bj\u00f6rn Ipsen, Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer der IHK Schleswig-Holstein.<\/p>\n<p>Dieser gesamtdeutsche Nutzen steht auch f\u00fcr die Landespolitik im Zentrum. Energiewende-Staatssekret\u00e4r Joschka Knuth betont: \u201eDas aktuelle Marktdesign verzerrt die Strompreise deutschlandweit: Es wird F\u00fclle signalisiert, wo Knappheit ist und umgekehrt. Diese Ineffizienzen kosten uns alle jedes Jahr viel Geld. Und sie verhindern, dass Vorreiter-Regionen der Energiewende, wie Schleswig-Holstein, ihren Standortvorteil voll aussch\u00f6pfen k\u00f6nnen. Dabei k\u00f6nnte ganz Deutschland und insbesondere auch der industrieschwere S\u00fcden von Wasserstoff made in Germany profitieren, g\u00fcnstig und sicher. Ein modernes, marktorientiertes Preiszonenmodell liegt auf der Hand und sollte endlich umgesetzt werden.\u201c<\/p>\n<p><strong>Nutzen f\u00fcr ganz Deutschland<\/strong><\/p>\n<p>Die Studie untersucht, wie sich eine gemeinsame Stromregion \u2013 die sogenannte Nordic Twin Sea Zone (NTSZ) \u2013 auf Strompreise, Netzkosten, Wasserstoffproduktion und industrielle Wertsch\u00f6pfung auswirken k\u00f6nnte. Neben m\u00f6glichen Kostenvorteilen bei Strom und Wasserstoff k\u00f6nnte die angedachte Stromzone Netzengp\u00e4sse reduzieren, die Versorgungssicherheit st\u00e4rken und \u00f6ffentliche Haushalte entlasten.<\/p>\n<p><strong>Geringere Strompreiseffekte, g\u00fcnstigerer Wasserstoff<\/strong><\/p>\n<p>Erstmals vergleicht die Untersuchung die Nordic Twin Sea Zone mit alternativen Szenarien innerhalb der bestehenden deutschen Strompreiszone. Untersucht wurde dabei, wie sich ein zus\u00e4tzlicher Ausbau von jeweils einem Gigawatt Elektrolyseleistung in \u00d6sterreich oder D\u00e4nemark auf Strompreise und Systemkosten auswirken w\u00fcrde. Die Ergebnisse zeigen, dass zus\u00e4tzlicher Elektrolyseausbau innerhalb des heutigen Strommarktdesigns die Stromkosten f\u00fcr deutsche Verbraucher erh\u00f6ht:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Ein Gigawatt Elektrolyse in \u00d6sterreich:<\/strong> Der deutsche Strompreis steigt um rund 0,60 Euro je Megawattstunde.<\/li>\n<li><strong>Ein Gigawatt Elektrolyse in D\u00e4nemark:<\/strong> Der deutsche Strompreis steigt um rund 0,50 Euro je Megawattstunde. Die Anlage in D\u00e4nemark wird zudem mit rund 1,3 Milliarden Euro durch F\u00f6rdermittel des Bundeswirtschaftsministeriums bezuschusst.<\/li>\n<li><strong>Nordic Twin Sea Zone:<\/strong> Hier betr\u00e4gt der Anstieg des Strompreises durch ein Gigawatt zus\u00e4tzliche Elektrolyseleistung nur rund 0,20 Euro je Megawattstunde.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Eine regionale Stromzone f\u00fcr Schleswig-Holstein, Hamburg und Westd\u00e4nemark k\u00f6nnte damit einen zus\u00e4tzlichen Elektrolyseausbau zu deutlich geringeren Kosten liefern und somit zugleich die Voraussetzungen f\u00fcr eine wettbewerbsf\u00e4hige Produktion von gr\u00fcnem Wasserstoff verbessern. Davon k\u00f6nnte auch die deutsche Industrie profitieren.<\/p>\n<p>Zugleich sieht die Studie Potenzial, gr\u00fcnen Wasserstoff in der Region zu Zielkosten von drei bis f\u00fcnf Euro je Kilogramm zu produzieren. Damit k\u00f6nnte die Stromregion einen Beitrag leisten, die Industrie mit wettbewerbsf\u00e4higem Wasserstoff zu versorgen und die Integration erneuerbarer Energien zu verbessern.<\/p>\n<p>Prof. Martin Braun vom Fraunhofer IEE, Mitautor der Studie, fasst die systemischen Effekte zusammen: \u201eDie Nordic Twin Sea Zone zeigt, welches Potenzial in einer besseren Abstimmung von erneuerbarer Stromerzeugung, Netzen und flexibler Nachfrage liegt. Unsere Simulationen zeigen, dass regionale Strompreissignale und flexible Elektrolyse gemeinsam die Integration erneuerbarer Energien verbessern und Abregelung reduzieren k\u00f6nnen. Die Untersuchungen verdeutlichen zudem, dass Standortentscheidungen f\u00fcr Elektrolyseure \u00fcber L\u00e4ndergrenzen hinweg wirken. Deshalb m\u00fcssen wir Strommarktdesign, Wasserstoffhochlauf und industrielle Wertsch\u00f6pfung europ\u00e4isch zusammendenken. Die Nordic Twin Sea Zone bietet einen vielversprechenden Ansatz, um unser Energiesystem effizienter und zukunftsf\u00e4higer zu gestalten.\u201c<\/p>\n<p>Weitere Infos unter folgendem Link:<a href=\"http:\/\/www.ihk.de\/sh\/modellregion-energie\" data-auth=\"NotApplicable\"> www.ihk.de\/sh\/modellregion-energie<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Untersuchung zeigt Potenziale einer gemeinsamen Stromregion aus Schleswig-Holstein, Hamburg und Westd\u00e4nemark. 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