{"id":463874,"date":"2026-10-19T19:25:55","date_gmt":"2026-10-19T17:25:55","guid":{"rendered":"https:\/\/hier-luebeck.de\/?p=463874"},"modified":"2026-10-19T19:25:55","modified_gmt":"2026-10-19T17:25:55","slug":"rauchende-eltern-rauchende-kinder","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/rauchende-eltern-rauchende-kinder\/","title":{"rendered":"Rauchende Eltern, rauchende Kinder?"},"content":{"rendered":"<p>Bilder: Gemini KI generiert (c) TBF\u00a0 \u00b7 KKH-Umfrage: Zigaretten und Alkohol in vielen Familien an der Tagesordnung<\/p>\n<p>Hannover, 19. Oktober 2026 \u2013 Eltern, die sich liebevoll k\u00fcmmern, gesundes Essen, viel Bewegung und frische Luft: So sollten Kinder aufwachsen. Doch was, wenn Mamas Zigarettenqualm zum Alltag geh\u00f6rt und Papas Biere beim Fernsehen selbstverst\u00e4ndlich sind? Eine Umfrage der KKH Kaufm\u00e4nnische Krankenkasse unter rund 1.000 gesetzlich und privat versicherten Eltern zeigt, dass nicht wenige Kinder in einem Umfeld aufwachsen, in dem der Konsum von Tabak und Alkohol an der Tagesordnung ist: Demnach raucht rund ein Viertel der M\u00fctter und V\u00e4ter (27 Prozent) Zigaretten, Zigarillos oder Pfeifen.<br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-463876\" src=\"https:\/\/hier-luebeck.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Gemini-KI-generiert-c-TBF-\u00b7-Rauchen-schaedlich-fuer-Kinder-und-Erwachsene_005-320x175.jpg\" alt=\"\" width=\"320\" height=\"175\" srcset=\"https:\/\/hier-luebeck.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Gemini-KI-generiert-c-TBF-\u00b7-Rauchen-schaedlich-fuer-Kinder-und-Erwachsene_005-320x175.jpg 320w, https:\/\/hier-luebeck.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Gemini-KI-generiert-c-TBF-\u00b7-Rauchen-schaedlich-fuer-Kinder-und-Erwachsene_005.jpg 550w\" sizes=\"auto, (max-width: 320px) 100vw, 320px\" \/><!--more-->17 Prozent davon greifen nach eigenen Angaben sogar t\u00e4glich zum Glimmst\u00e4ngel und sind somit regelm\u00e4\u00dfige oder sogar starke Raucher. Drei Viertel der befragten Eltern trinken dar\u00fcber hinaus Alkohol (76,5 Prozent). Jede\/r Zehnte davon konsumiert t\u00e4glich oder zumindest mehrmals die Woche Bier, Wein, Sekt oder Hochprozentiges. Bedenklich: Der t\u00e4gliche Konsum von Alkohol kann ein Indiz f\u00fcr eine Abh\u00e4ngigkeit sein.<\/p>\n<p><strong>Wein gegen Stress? Kinder kopieren Verhaltensmuster <\/strong><\/p>\n<p>\u201eWenn Eltern Alkohol und Tabak konsumieren, kann dies nicht nur die eigene Gesundheit, sondern auch die k\u00f6rperliche und seelische Entwicklung ihres Nachwuchses stark beeintr\u00e4chtigen, vor allem, wenn im Beisein der Kinder geraucht und getrunken wird\u201c, betont KKH-Psychologin Franziska Klemm. Denn: Kinder registrieren bereits fr\u00fch, welche Haltung ihre Eltern gegen\u00fcber Suchtmitteln einnehmen und \u00fcbernehmen entsprechende Verhaltensmuster. Beispielsweise ahmen Kinder bereits ab dem Vorschulalter rauchende Eltern spielerisch nach.<\/p>\n<p>Dabei k\u00f6nnen sich Vorstellungen entwickeln wie: Rauchen ist ungef\u00e4hrlich oder ein normales Verhalten von Erwachsenen. Die KKH-Expertin gibt zu bedenken, dass die Nachkommen von Rauchern sp\u00e4ter deutlich h\u00e4ufiger selbst zu Rauchern werden als Kinder von Nichtrauchern, vor allem wenn beide Elternteile zu Zigarette &amp; Co. greifen. Rauchen Eltern nur in Abwesenheit ihrer Kinder oder mit gro\u00dfem Abstand zu ihnen, sinkt zwar das Risiko f\u00fcr deren sp\u00e4teren Konsum, ist aber immer noch h\u00f6her als bei einem g\u00e4nzlichen Verzicht auf Tabak.<\/p>\n<p>\u00c4hnliches gilt f\u00fcr den Umgang mit Alkohol. Die Gefahr: Alkohol gilt nach wie vor als Kulturgut, ist leicht verf\u00fcgbar und gesellschaftlich akzeptiert. Wenn Kinder erleben, dass es normal ist, den Feierabend mit einer Flasche Bier einzul\u00e4uten oder den Alltagsstress mit einem Glas Wein hinunterzusp\u00fclen, bef\u00fcrworten sie m\u00f6glicherweise dieses Verhalten, anstatt konstruktive Strategien etwa im Umgang mit Belastungen kennenzulernen.<\/p>\n<p>\u201eBesonders gravierend k\u00f6nnen die Folgen f\u00fcr den Nachwuchs sein, wenn bei den Eltern eine Alkoholsucht vorliegt. Vor allem, wenn die Eltern aufgrund ihrer Erkrankung keine verl\u00e4sslichen und verantwortungsbewussten Bezugspersonen sind. Kinder aus betroffenen Familien f\u00fchlen sich h\u00e4ufig alleingelassen und \u00fcberfordert, nicht selten suchen sie die Schuld f\u00fcr die Sucht der Eltern bei sich\u201c, erl\u00e4utert Franziska Klemm. Kinder im Schulalter vermeiden es beispielsweise, Freunde mit nach Hause zu bringen, weil sie nicht wissen, in welchem Zustand sich Mutter oder Vater befinden.<\/p>\n<p>Andere \u00fcbernehmen die elterliche Verantwortung und stemmen Aufgaben, zu denen sie in ihrer Phase der Entwicklung eigentlich noch gar nicht in der Lage sind: Sie k\u00fcmmern sich um Geschwister, erledigen Arbeiten im Haushalt oder versuchen sogar, Geld zu verdienen. Schule und Freundschaften k\u00f6nnen stark darunter leiden.<\/p>\n<p>\u201eIn einer suchtbelasteten Familie aufzuwachsen, ist f\u00fcr Kinder seelisch extrem belastend. Deshalb ist es ist ganz wichtig, diesen Kindern zu vermitteln, dass sie keinerlei Verantwortung f\u00fcr den Suchtmittelkonsum ihrer Eltern tragen\u201c, betont die KKH-Psychologin. \u201eIm Gegenteil. Es sind die Eltern, die dringend Hilfe und Unterst\u00fctzung ben\u00f6tigen \u2013 und nur Erwachsene k\u00f6nnen sie ihnen geben.\u201c Erwachsene im Umfeld \u2013 etwa in der Schule, in Betreuungseinrichtungen, Verwandte oder Freunde der Eltern \u2013 sollten deshalb aufmerksam hinschauen und Hilfe vermitteln.<\/p>\n<p><strong>Schl\u00fcssige Regeln und offene Gespr\u00e4che<\/strong><\/p>\n<p>Um das Risiko f\u00fcr eine Suchterkrankung und gesundheitliche Sch\u00e4den f\u00fcr ihren Nachwuchs zu reduzieren, sollten Eltern ihre eigene Vorbildrolle reflektieren. Ein verantwortungsvoller Umgang mit Alkohol und Tabak und eine offene Kommunikation k\u00f6nnen dazu beitragen, dass Kinder eine gesunde Einstellung gegen\u00fcber Suchtmitteln entwickeln. Auch in der Jugend bleiben Eltern noch wichtige Vorbilder, auch wenn das soziale Umfeld und der Freundeskreis mit zunehmendem Alter an Einfluss und Bedeutung gewinnen.<\/p>\n<p>Eltern sollten daher unabh\u00e4ngig vom Alter ihrer Kinder widerspr\u00fcchliche und unschl\u00fcssige Signale vermeiden, etwa Aussagen wie \u201aWir sind \u00e4lter als du, daher d\u00fcrfen wir trinken oder rauchen\u2018, sondern vielmehr klare Grenzen aufzeigen. \u201eWelche Regeln sie genau aufstellen, sollten Eltern individuell entscheiden. Wichtig ist nur, dass sie sie nachvollziehbar begr\u00fcnden k\u00f6nnen\u201c, erl\u00e4utert die Psychologin.<\/p>\n<p>Eine offene Kommunikation in der Familie ist ebenfalls wichtig, wenn Kinder in der Pubert\u00e4t Suchtmittel ausprobieren wollen. \u201eDieses Austesten ist normal und geh\u00f6rt zum Heranwachsen dazu. Was Jugendliche dann brauchen ist zum einen die Orientierung durch Regeln und damit verbundene Konsequenzen. Zum anderen ben\u00f6tigen sie aber auch die Gewissheit, mit ihren Eltern \u00fcber ihre eigenen Erfahrungen sprechen und alle Fragen stellen zu k\u00f6nnen, die sie besch\u00e4ftigen\u201c, betont Franziska Klemm.<\/p>\n<p>Die KKH h\u00e4lt diverse Pr\u00e4ventions- sowie Hilfsangebote zum Thema Suchtmittel bereit, etwa speziell zu Tabak das Programm <a href=\"https:\/\/www.kkh.de\/leistungen\/praevention-vorsorge\/individuelle-praevention\/suchtpraevention\/nichtraucherhelden\">NichtraucherHelden | KKH<\/a> zur Rauchentw\u00f6hnung. Informationen zu Alkoholpr\u00e4vention und -sucht finden Eltern unter <a href=\"https:\/\/www.kkh.de\/leistungen\/praevention-vorsorge\/individuelle-praevention\/suchtpraevention\/alkohol\">Alkohol: Gefahr f\u00fcr deine Gesundheit | KKH<\/a>.<br \/>\nDar\u00fcber hinaus bietet der Klassenworkshop Tom &amp; Lisa zur Alkoholpr\u00e4vention f\u00fcr Sch\u00fcler der siebten und achten Klasse auch Informationen f\u00fcr Eltern zu Erziehungsmethoden mit Blick auf Alkohol (<a href=\"https:\/\/www.kkh.de\/leistungen\/praevention-vorsorge\/gesundheitsfoerderung-setting\/schule\/tom-lisa\">Tom &amp; Lisa \u2013 Klassenworkshop zum Thema Alkohol &amp; Pr\u00e4vention | KKH<\/a>). Zur St\u00e4rkung der Psyche von Kindern im Grundschulalter bietet die KKH das Programm <a href=\"https:\/\/www.kkh.de\/leistungen\/praevention-vorsorge\/gesundheitsfoerderung-setting\/schule\/1000-schaetze\">1000 Sch\u00e4tze \u2013 Gesundheit &amp; Pr\u00e4vention in der Grundschule | KKH<\/a> an, welches ebenfalls die Eltern miteinbezieht.<\/p>\n<p><strong>Hinweis f\u00fcr die Redaktionen:<\/strong> Grafiken zu den Umfrageergebnissen finden Sie unter <a href=\"https:\/\/www.kkh.de\/presse\/pressemeldungen\/suchtmittelkonsumeltern\">Rauchende Eltern, rauchende Kinder? | KKH<\/a>.<\/p>\n<p><strong>Hintergrundinformationen:<\/strong><br \/>\nDie KKH hat 2026 eine repr\u00e4sentative Online-Befragung \u00fcber das Online Access Panel Bilendi unter 1.005 gesetzlich und privat versicherten Eltern ab 18 Jahren in Auftrag gegeben. Die Fragestellungen: Rauchen Sie Zigaretten, Zigarillos oder Pfeifen? Wie h\u00e4ufig trinken Sie Alkohol?<br \/>\nMit rund 1,5 Millionen Versicherten, einem Haushaltsvolumen von rund 8,7 Milliarden Euro und rund 4.000 Mitarbeitenden z\u00e4hlt die KKH Kaufm\u00e4nnische Krankenkasse als eine der gr\u00f6\u00dften bundesweiten Krankenkassen zu den leistungsstarken Tr\u00e4gern der gesetzlichen Krankenversicherung. N\u00e4here Informationen erhalten Sie unter <a href=\"https:\/\/www.kkh.de\/unternehmen\/kurzportraet\">Unternehmensportr\u00e4t der KKH | KKH<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bilder: Gemini KI generiert (c) TBF\u00a0 \u00b7 KKH-Umfrage: Zigaretten und Alkohol in vielen Familien an der Tagesordnung Hannover, 19. 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