{"id":463926,"date":"2026-10-20T17:32:53","date_gmt":"2026-10-20T15:32:53","guid":{"rendered":"https:\/\/hier-luebeck.de\/?p=463926"},"modified":"2026-10-20T17:32:53","modified_gmt":"2026-10-20T15:32:53","slug":"landesamt-fuer-umwelt-uebertraegt-ehrenamtliche-betreuung-fuer-naturschutzgebiet-billetal-an-bund-und-gfn","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/landesamt-fuer-umwelt-uebertraegt-ehrenamtliche-betreuung-fuer-naturschutzgebiet-billetal-an-bund-und-gfn\/","title":{"rendered":"Landesamt f\u00fcr Umwelt \u00fcbertr\u00e4gt ehrenamtliche Betreuung f\u00fcr Naturschutzgebiet \u201eBilletal\u201c an BUND und GFN"},"content":{"rendered":"<p>Foto: LFU \u00b7 Kreise Herzogtum Lauenburg und Stormarn. Das Landesamt f\u00fcr Umwelt des Landes Schleswig-Holstein (LfU) hat die naturschutzfachliche Betreuung des Naturschutzgebiets (NSG) \u201eBilletal\u201c sowie die Betreuung der mit dem NSG deckungsgleichen Teilbereiche des FFH-Gebiets DE 2427-391 \u201eBille\u201c und des EU-Vogelschutzgebiets DE 2428-492 \u201eSachsenwald-Gebiet\u201c an den Bund f\u00fcr Umwelt und Naturschutz (BUND), Landesverband Schleswig-Holstein e. V., und die Gemeinschaft f\u00fcr Fischereibiologie und Naturschutz Reinbek e. V. (GFN) \u00fcbertragen.<br \/>\nDer Betreuungsvertrag gilt ab 1. Januar 2027 zun\u00e4chst f\u00fcr drei Jahre. Wenn die Betreuung zufriedenstellend verl\u00e4uft, verl\u00e4ngert er sich automatisch um jeweils weitere sechs Jahre.<!--more--><\/p>\n<p>Der Betreuungsvertrag wurde am 19. Oktober 2026 in\u00a0<strong>Reinbek <\/strong>unterzeichnet. Mit dabei waren Ole Eggers und Dr. Florian Schulz vom BUND, Michael Illies von der GFN, Bodo Koch vom Kreis Herzogtum Lauenburg, Jan Gr\u00e4per vom Kreis Stormarn, Sigrun Richter von der Stadt Reinbek sowie Dr. Thomas Holzh\u00fcter, Lydia Vogler und Wiebke Seibert aus der Abteilung Naturschutz des LfU.<br \/>\nDie Mitglieder des BUND und der GFN setzen sich schon seit vielen Jahren im Rahmen einer durch die Stadt Reinbek betreuten Arbeitsgemeinschaft f\u00fcr den Erhalt des Billetals ein.<\/p>\n<h2>Aufgaben der ehrenamtlichen Schutzgebietsbetreuung<\/h2>\n<ul>\n<li>Dokumentation von Entwicklungen und Ver\u00e4nderungen im Schutzgebiet<\/li>\n<li>Vorschl\u00e4ge, Mitwirkung und Erfolgskontrolle von Pflege- und Entwicklungsma\u00dfnahmen<\/li>\n<li>Information der \u00d6ffentlichkeit zu schutzgebietsrelevanten Themen<\/li>\n<li>j\u00e4hrliche Berichterstattung der geleisteten Arbeit an das LfU<\/li>\n<\/ul>\n<h2>Die Betreuung von Naturschutzgebieten hat eine lange Tradition in Schleswig-Holstein.<\/h2>\n<p>Das Land st\u00fctzt sich bei der Betreuung seiner Schutzgebiete ma\u00dfgeblich auf die Expertise und Ortskenntnis der Naturschutzverb\u00e4nde. Die ehrenamtlichen Betreuerinnen und Betreuer sind wichtige Ansprechpersonen f\u00fcr Beh\u00f6rden, Anliegerinnen und Anlieger sowie Besuchende und leisten einen <strong>unverzichtbaren Beitrag zur \u00dcberwachung und Entwicklung der Schutzgebiete.<\/strong><br \/>\nSeit 2009 \u00fcbertr\u00e4gt das LfU auf der rechtlichen Basis des \u00a7 20 des Landesnaturschutzgesetzes (LNatSchG) die Betreuung auch f\u00fcr Gebiete, die Bestandteil des europ\u00e4ischen Schutzgebietsnetzes Natura 2000 sind.<br \/>\nIm gesamten Land Schleswig-Holstein werden derzeit<strong> 169 Naturschutzgebiete, 52 Natura-2000-Teilgebiete<\/strong> <strong>sowie der Nationalpark \u201eSchleswig-Holsteinisches Wattenmeer\u201c von 40 Naturschutzvereinen<\/strong>, drei Stiftungen, den Schleswig-Holsteinischen Landesforsten und der \u00f6ffentlichen Hand (Kreise, St\u00e4dte, Gemeinden) sowie der Integrierten Station Eider-Treene-Sorge des LfU betreut.<\/p>\n<h2>\u201eBilletal\u201c &#8211; Ein Schutzgebiet mit besonderer \u00f6kologischer Bedeutung<\/h2>\n<p>Das Naturschutzgebiet \u201eBilletal\u201c erstreckt sich als schmales, linienf\u00f6rmiges Schutzgebiet entlang der Bille zwischen Reinbek und Grande. Es umfasst den Flusslauf mit seinen Uferbereichen, angrenzende Feuchtwiesen, Bruchw\u00e4ldern und R\u00f6hrichten. Als Teil des europ\u00e4ischen Schutzgebietsnetzes Natura 2000 ist das Gebiet zugleich Bestandteil des FFH-Gebiets \u201eBille\u201c und des EU-Vogelschutzgebiets \u201eSachsenwald-Gebiet\u201c.<\/p>\n<p>Das Billetal zeichnet sich durch eine hohe strukturelle Vielfalt aus. Der m\u00e4andrierende Flusslauf, Steilufer, Altarme und Totholzstrukturen bieten Lebensraum f\u00fcr zahlreiche Fischarten, darunter die nach der FFH-Richtlinie gesch\u00fctzte Groppe. Die Uferbereiche mit ihren Erlen- und Eschenbr\u00fcchen sind wichtige Brut- und Rastgebiete f\u00fcr V\u00f6gel wie Eisvogel, Wasseramsel und Gebirgsstelze.<\/p>\n<p>Geologisch ist das Tal der Bille Teil der glazial gepr\u00e4gten Landschaft des s\u00fcd\u00f6stlichen Schleswig-Holsteins. Die Bille durchflie\u00dft hier die Geest und bildet im \u00dcbergang zur Elbmarsch ein charakteristisches Flusstal mit typischen Auenstrukturen.<\/p>\n<h2>Zahlreiche Besucher sind Herausforderung<\/h2>\n<p>Das Billetal ist als Naherholungsgebiet zwischen den Verdichtungsr\u00e4umen Reinbek, Wentorf und Hamburg besonders stark frequentiert. Die hohe Besucherzahl f\u00fchrt zu Trittsch\u00e4den an den Uferbereichen, zur St\u00f6rung br\u00fctender V\u00f6gel und zur Beeintr\u00e4chtigung sensibler Lebensr\u00e4ume, insbesondere durch freilaufende Hunde.<\/p>\n<p>Vor allem an Wochenenden und in den Sommermonaten ist das Gebiet sehr gefragt &#8211; f\u00fcr Spazierg\u00e4nge, zum Radfahren und zum Hunde-Auslauf. Auch die <strong>Lenkung der Besucherstr\u00f6me auf die ausgewiesenen Wege und die Sensibilisierung der Erholungssuchenden f\u00fcr die Schutzbed\u00fcrftigkeit des Gebiets geh\u00f6ren zu den Aufgaben der ehrenamtlichen Betreuung. <\/strong>Unterst\u00fctzung erhalten sie dabei durch die Landesrangerinnen und -ranger des LfU, die seit 2024 regelm\u00e4\u00dfig im Billetal unterwegs sind.<\/p>\n<h2>Absinkender Grundwasserstand gef\u00e4hrdet Auen\u00f6kosystem<\/h2>\n<p>Wie in vielen Regionen Schleswig-Holsteins ist auch im Einzugsgebiet der Bille ein langfristiger Trend zu absinkenden Grundwasserst\u00e4nden zu beobachten. Dieser wird durch klimatische Ver\u00e4nderungen mit geringeren Sommerniederschl\u00e4gen, h\u00f6heren Verdunstungsraten sowie durch wasserwirtschaftliche Nutzungen beeinflusst. F\u00fcr das Billetal hat dies erhebliche naturschutzfachliche Konsequenzen: Feuchtwiesen und Bruchw\u00e4lder sind auf einen hohen Grundwasserstand angewiesen.<\/p>\n<p>Sinkt dieser dauerhaft ab, drohen diese Lebensr\u00e4ume zu verlanden oder sich in trockenere Waldgesellschaften umzuwandeln. Dies h\u00e4tte den Verlust charakteristischer Arten zur Folge und w\u00fcrde die Schutzfunktion des Gebiets nach der FFH-Richtlinie und der EU-Vogelschutzrichtlinie gef\u00e4hrden. Die <strong>\u00dcberwachung der Grundwasserentwicklung <\/strong>und die fr\u00fchzeitige Meldung kritischer Trends an die Wasserbeh\u00f6rden sind daher <strong>wichtige Bestandteile der Schutzgebietsbetreuung<\/strong>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Foto: LFU \u00b7 Kreise Herzogtum Lauenburg und Stormarn. 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