{"id":5345,"date":"2008-02-03T17:41:58","date_gmt":"2008-02-03T17:41:58","guid":{"rendered":"http:\/\/testserver\/wordpress\/?p=5245"},"modified":"2008-02-03T17:41:58","modified_gmt":"2008-02-03T17:41:58","slug":"lbecker_fdpfraktion_giftgasgefahren_vor_unseren_strnden_nicht_lnger_verharmlosen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/lbecker_fdpfraktion_giftgasgefahren_vor_unseren_strnden_nicht_lnger_verharmlosen\/","title":{"rendered":"L\u00fcbecker FDP-Fraktion: Giftgas-Gefahren vor unseren Str\u00e4nden nicht l\u00e4nger verharmlosen"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" title=\"Blunk_Michaela\" src=\"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/images\/topics\/Blunk_Michaela.jpg\" alt=\"Blunk_Michaela\" \/><br \/>\nEndlich auch unter Wasser die Augen \u00f6ffnen: Seit Mitte Januar liegt ein Antrag der FDP-Fraktion vor, der sich auf den neuesten Hinweis auf Giftgas direkt vor Travem\u00fcnde bezieht und dessen umgehende Ortung und Beseitigung fordert.<\/p>\n<p>Foto: Dr. Michaela Blunk greift ein Thema auf, dass mit Sicherheit allen Verantwortlichen bekannt ist. Unglaublich, welches Risiko da &#8222;gefahren&#8220; und u. U. als b\u00f6ses Erbe hinterlassen wird.<!--more-->Die brisante Information stammt von dem Meeresbiologen und unabh\u00e4ngigen Munitionsexperten Stefan Nehring, der sich bereits 2006 nach dem abgeschmetterten einschl\u00e4gigen FDP-Antrag emp\u00f6rt \u00fcber die laxe Haltung der Verwaltung bei der liberalen Fraktion gemeldet hatte.<\/p>\n<p>Trotz der gesammelten Fakten war die bisherige Reaktion in L\u00fcbeck erneut von einer unglaublichen Gleichg\u00fcltigkeit und \u00dcberheblichkeit gepr\u00e4gt: Senator Gei\u00dfler wiederholte im Deutschlandfunk fast w\u00f6rtlich seine leichtfertige Antwort aus dem Jahr 2006. Selbst bei oberfl\u00e4chlichem Hinsehen h\u00e4tte der Senator bemerken m\u00fcssen, dass unser Antrag von 2006 &#8222;nur&#8220; konventionelle Munition behandelte. Heute geht es aber um milit\u00e4rische Kampfstoffe (Giftgasmunition) direkt vor Travem\u00fcnde.<\/p>\n<p>1961 wurde in 15 Stahlgasflaschen etwa 1 Tonne hoch gef\u00e4hrlicher milit\u00e4rischer Kampfstoffe (u.a. 520 l fl\u00fcssiges Chlor und 10 l Phosgen) auf Anordnung der Stadt L\u00fcbeck und mit Zustimmung des Bundesgesundheitsamtes versenkt. Wenn das fl\u00fcssige Chlor aus einer Flasche austritt, bildet sich Chlorgas &#8211; 40 l Chlor ergeben 20.000l Chlorgas!<\/p>\n<p>Vermutlich handelte es sich um Weltkriegshinterlassenschaften aus dem Stadtgebiet. Sehr wahrscheinlich sind die dickwandigen Stahlgasflaschen noch nicht durchgerostet &#8211; wie man es auch von \u00e4hnlich dicken Granaten aus der Ostsee kennt. Es ist auch relativ wahrscheinlich, dass die Gasflaschen heute noch an ihrem Versenkungsort liegen. Sie k\u00f6nnten aber aufgefischt, oder nach 47 Jahren langsam an den Strand gesp\u00fclt werden. Sollte dann nur ein winziges Loch entstehen, w\u00fcrde sich eine kleine aber hoch gef\u00e4hrliche Giftgaswolke bilden &#8211; mit gef\u00e4hrlichen Folgen f\u00fcr Personen im Umkreis von \u00fcber 300 m. Chlorgas wirkt unmittelbar auf Haut, Augen und Atemorgane. Eine hohe Konzentration wirkt t\u00f6dlich. Phosgen wirkt als Inhalationsgift und ist ein Lungen sch\u00e4digender, sehr giftiger Kampfstoff. Erste Symptome treten erst 3-12 Stunden nach der ersten Einwirkung auf.<\/p>\n<p>Die schleswig-holsteinische Landesregierung behauptet bis heute, dass nie Giftgas in den K\u00fcstengew\u00e4ssern versenkt worden sei. Da die Kampfstoffe nicht in Munitionsk\u00f6rper verf\u00fcllt waren, gilt auch der &#8222;neue&#8220; Fall vor L\u00fcbeck nach wie vor offiziell als einfache Chemikalienversenkung. Das ist eine absichtliche Falschdeklarierung, denn Kampfstoffe gelten immer als chemische Waffen und bei Chlorgas und Phosgen handelt es sich definitiv um chemische Kampfstoffe. Typisch f\u00fcr die Beh\u00f6rden ist auch, dass die Versenkungsstelle offiziell auf keiner Seekarte eingezeichnet ist.<\/p>\n<p>F\u00fcr L\u00fcbeck &#8211; nicht nur als Tourismusregion &#8211; ist das weitere Verbleiben der Kampfstoffe<br \/>\ndirekt vor unseren Str\u00e4nden nicht zu akzeptieren, weil sich die Gef\u00e4hrdung durch angesp\u00fclte Kampfstoffbeh\u00e4lter nicht restlos ausschlie\u00dfen l\u00e4sst. In einem ersten Schritt muss das Giftgas vor Travem\u00fcnde umgehend geortet, geborgen und entsorgt werden. Als zweiter Schritt muss beim Hamburger Senat angefragt werden, was er eigentlich mit dem Datenmaterial \u00fcber Munitionsunf\u00e4lle gemacht hat, das ihm S-H seit Jahrzehnten zur Einrichtung einer zentralen Unfallstatistik zugeleitet hat. Eine Statistik gibt es in Hamburg nach eigener Aussage jedenfalls nicht.<\/p>\n<p>Es ist drittens hohe Zeit, die eigenen Akten in L\u00fcbeck gr\u00fcndlich durchzusehen und das zunehmend schneller wachsende Risiko nicht l\u00e4nger zu verdr\u00e4ngen. Mittelfristiges Ziel muss eine durchdachte, schrittweise und mit allen Betroffenen abzustimmende Vorgehensweise zur Beseitigung der Gefahrenquellen in der L\u00fcbecker Bucht und der gesamten Ostsee und Nordsee sein. <br \/>\nSelbst wenn sich gegen unsere Erwartung in der B\u00fcrgerschaft keine Mehrheit f\u00fcr unseren Antrag finden sollte, erwarten wir von der Verwaltung, dass sie auf eigene Faust aktiv wird. Negative Folgen f\u00fcr den Tourismus und hohe Kosten f\u00fcr Ortungen, Bergungen und Entsorgungen z\u00e4hlen nicht mehr. Auch die neuen Investoren auf dem Priwall haben sicher ein gro\u00dfes Interesse daran, dass diese Gefahrenquelle beseitigt wird.<\/p>\n<p>Autorin: Dr. Michaela Blunk<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Endlich auch unter Wasser die Augen \u00f6ffnen: Seit Mitte Januar liegt ein Antrag der FDP-Fraktion vor, der sich auf den<\/p>\n","protected":false},"author":292,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","footnotes":""},"categories":[5],"tags":[],"class_list":["post-5345","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-politik-wirtschaft"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5345","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/292"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5345"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5345\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5345"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5345"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5345"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}