{"id":5386,"date":"2008-02-08T16:37:57","date_gmt":"2008-02-08T16:37:57","guid":{"rendered":"http:\/\/testserver\/wordpress\/?p=5286"},"modified":"2008-02-08T16:37:57","modified_gmt":"2008-02-08T16:37:57","slug":"letzter_lebender_ehrenbrger_lbecks_gestorben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/letzter_lebender_ehrenbrger_lbecks_gestorben\/","title":{"rendered":"Letzter lebender Ehrenb\u00fcrger L\u00fcbecks gestorben"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" title=\"Carlebach,Felix\" src=\"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/images\/topics\/Carlebach,Felix.jpg\" alt=\"Carlebach,Felix\" \/><br \/>\nWie erst bekannt wurde, ist der einzige noch lebende Ehrenb\u00fcrger der Hansestadt L\u00fcbeck am vorletzten Mittwoch in Manchester\/England gestorben. Felix F. Carlebach, Ehrenb\u00fcrger L\u00fcbeck seit 1987, wurde 96 Jahre alt.<\/p>\n<p>Foto \u00fc\/ Presseamt HL<!--more-->Carlebach, geboren am 15. April 1911 stammte aus einer der einflussreichsten j\u00fcdischen Familien L\u00fcbecks. Sein Vater, Salomon Carlebach, war der erste Rabbiner, der einen Gottesdienst in der L\u00fcbecker Synagoge abhielt. F\u00fcnf seiner zw\u00f6lf Kinder wurden Rabbiner, drei seiner T\u00f6chter heirateten einen Rabbiner.<br \/>\nFelix F. Carlebach besucht in jungen Jahren das L\u00fcbecker Katharineum und studiert danach Theologie und Musik an der K\u00f6lner Universit\u00e4t. Im Jahre 1934 unterrichtet er als Lehrer an einer j\u00fcdischen Schule in Leipzig, wo er 1936 auch Babette kennenlernt, die bis zu ihrem Tod im Jahre 1991 seine Ehefrau sein soll.<br \/>\nDas Ehepaar \u00fcberlebt die Ausschreitungen der Reichspogromnacht 1938 in einem Versteck bei dem Rabbiner Joseph Herz: Dieser organisierte einen &#8222;j\u00fcdischen Rettungsplan&#8220;. Dessen Sohn Salomon Sch\u00f6nfeldt beschafft alle notwendigen Papiere, mit deren Hilfe im Juni 1939 eine Gruppe von rund 200 Menschen aus Deutschland nach England gebracht wird. Unter ihnen befinden sich auch Carlebach und seine Ehefrau. Carlebachs Eltern und ein Gro\u00dfteil seiner Familie werden von den Nazis umgebracht.<\/p>\n<p>In England angekommen, wohnt Carlebach zun\u00e4chst bei einer j\u00fcdischen Familie in Hendon, Nord-West-London. Zusammen mit dieser und anderen Juden gr\u00fcndet er sp\u00e4ter die &#8222;North-Hendon-Adath-Synagoge. Im Laufe seiner Jahre zeichnet sich Carlebach zunehmend durch sein soziales Engagement, seine Intellektualit\u00e4t und seine tiefe Religiosit\u00e4t aus. Es findet ein reger Kontakt zwischen Carlebach und der Hansestadt L\u00fcbeck statt. Zweimal besucht der Ehrenb\u00fcrger nach dem Krieg seine Geburtsstadt, und zwar im Juni 1989, hier dirigiert er w\u00e4hrend seines Besuches das Orchester der L\u00fcbecker Musikhochschule in der Stadthalle. Im Jahre 1994 ist Carlebach anl\u00e4sslich der MuK-Er\u00f6ffnung in L\u00fcbeck zu Gast. <br \/>\nZu dem Brandanschlag auf die j\u00fcdische Synagoge in der Nacht vom 23. auf den 24. M\u00e4rz 1994 dr\u00fcckt er in einem Brief an die Hansestadt seine tiefe Ersch\u00fctterung aus.<\/p>\n<p>1998 wird auf einen Antrag der Sozialdemokraten in der L\u00fcbecker B\u00fcrgerschaft, der Beschluss gefasst, eine Stra\u00dfe nach ihm zu benennen. Im September 2005 erh\u00e4lt der neu angelegte Park im Hochschulstadtteil seinen Namen. Zur Einweihung des Parkes reist eigens seine Schwester Esther aus Israel an.<br \/>\nL\u00fcbecks Ehrenb\u00fcrger stirbt am 23. Januar 2008 in seiner neuen Heimatstadt Manchester. Er hinterl\u00e4sst drei T\u00f6chter &#8211; Naomi, Suamit und Judith, neun Enkelkinder und 15 Gro\u00dfenkel. Der Rabbiner Sir Jonathan Sacks \u00e4u\u00dferte sich in der Zeitung &#8222;Obituaries&#8220; betroffen \u00fcber seinen Tod: &#8222;Es geht einer der engagiertesten Personen im ganzen Rabbiner-Dasein von uns. Carlebach sah immer nur das Beste im Menschen und war in der Lage dies auch herauszuholen. Er war immer daran versucht, aktiv Harmonie herzustellen.&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie erst bekannt wurde, ist der einzige noch lebende Ehrenb\u00fcrger der Hansestadt L\u00fcbeck am vorletzten Mittwoch in Manchester\/England gestorben. 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