{"id":6141,"date":"2008-05-10T19:53:10","date_gmt":"2008-05-10T19:53:10","guid":{"rendered":"http:\/\/testserver\/wordpress\/?p=6041"},"modified":"2008-05-10T19:53:10","modified_gmt":"2008-05-10T19:53:10","slug":"barrierefreies_bltenmeer_landesgartenschau_lsst_blumen_sprechen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/barrierefreies_bltenmeer_landesgartenschau_lsst_blumen_sprechen\/","title":{"rendered":"Barrierefreies Bl\u00fctenmeer: Landesgartenschau l\u00e4sst Blumen sprechen"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" title=\"LGS-Audio\" src=\"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/images\/topics\/LGS-Audio.jpg\" alt=\"LGS-Audio\" \/><br \/>\nIn einem aufwendigen Pilotprojekt wird das zentrale Landesgartenschau-gel\u00e4nde in Schleswig auch f\u00fcr blinde und sehbehinderte Menschen nahezu barrierefrei gemacht. Im Rahmen dieses Projektes installieren die Organisatoren auf der 16 ha gro\u00dfen Fl\u00e4che ein Audiosystem, das f\u00fcr Blinde und Sehbehinderte &#8222;Blumen h\u00f6rbar&#8220; machen wird. Die an der Umsetzung Beteiligten sind sich sicher: Dieses neuartige Konzept ist eine entscheidende Initialz\u00fcndung f\u00fcr das Thema &#8222;Barrierefreiheit&#8220; in ganz Schleswig-Holstein.<\/p>\n<p>Foto: LGS &#8211; BU Textende<br \/>\n<!--more-->&#8222;Eine Veranstaltung dieser Gr\u00f6\u00dfenordnung, bei der konsequent von Anfang an Menschen mit Behinderungen ber\u00fccksichtigt werden, hat es in Schleswig-Holstein bisher nicht gegeben. Ich hoffe, dass sie ein Ansto\u00df f\u00fcr weitere sein wird&#8220;, sagt Sozialministerin Dr. Gitta Trauernicht. Seit Anfang 2006 arbeitet eine Projektgruppe daran, die Landesgartenschau 2008 Schleswig-Schleiregion zu einer barrierefreien Gro\u00dfveranstaltung mit Vorbildcharakter zu machen. Hierf\u00fcr wurden die  Experten des Landes fr\u00fchzeitig an einen Tisch geholt.<\/p>\n<p>Beteiligt sind neben dem Sozialministerium, das Innen-, das Landwirtschafts- und Wirtschaftsministerium, die LVS Schleswig-Holstein Landesweite Verkehrsservicegesellschaft mbH, der Landesbeauftragte f\u00fcr Menschen mit Behinderungen, der Blinden- und Sehbehindertenverein Schleswig-Holstein e.V., das Zentrum f\u00fcr Multimedia der Fachhochschule Kiel als Partner f\u00fcr die technische Umsetzung und nat\u00fcrlich die Stadt Schleswig und die Organisatoren der Landesgartenschau. <\/p>\n<p>&#8222;Wir haben das Thema Barrierefreiheit sehr ernst genommen&#8220;, so Landesgartenschau-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Wolfgang Schoofs. &#8222;Gemeinsam mit Fachleuten im Land haben wir eine Parkanlage geschaffen, die im Vergleich zu vielen anderen \u00f6ffentlichen Anlagen in Deutschland in \u00fcberdurchschnittlichem Ma\u00dfe barrierefrei gestaltet ist.&#8220; Dabei bezieht sich Barrierefreiheit keineswegs nur auf Menschen mit Behinderungen. &#8222;Es geht darum, eine Fl\u00e4che f\u00fcr alle nutzbar zu machen&#8220;, definiert J. Schulz von der LVS: &#8222;Also zum Beispiel auch f\u00fcr \u00e4ltere Menschen und Familien mit Kinderwagen.&#8220; Gew\u00e4hrleistet wird der barrierefreie Zugang des zentralen Landesgartenschaugel\u00e4ndes K\u00f6nigswiesen unter anderem dadurch, dass die Planer beim Wegebau und der Errichtung von Geb\u00e4uden, Zelten und Br\u00fccken Treppen, Stufen oder andere Hindernisse vermeiden. Auch die Oberfl\u00e4chen der Wege sind so gew\u00e4hlt, dass sie glatt und fest sind und somit ein Stolpern oder Festfahren mit Rollst\u00fchlen oder Kinderwagen verhindert wird.<\/p>\n<p>Die sanit\u00e4ren Anlagen sind ebenfalls behindertengerecht. Um Fehlerquellen auszuschlie\u00dfen und gleichzeitig die Funktionsf\u00e4higkeit der Barrierefreiheit zu testen, waren Menschen mit Behinderungen von Beginn an in die Planungen einbezogen. So begleiteten zum Beispiel Rollstuhlfahrer die Bauarbeiten und wiesen auf verbliebene Hindernisse hin. Ein fruchtbarer Prozess, bei dem alle Beteiligten viel gelernt haben. Obwohl grunds\u00e4tzlich alle Bereiche der Landesgartenschau von jedem erreichbar sind, konnte an einigen speziellen Punkten der K\u00f6nigswiesen eine Barrierefreiheit nicht realisiert werden. &#8222;Wir mussten Kompromisse schlie\u00dfen, aber das Gesamtergebnis und insbesondere die Nutzungsm\u00f6glichkeit des guidePORT-Systems ist f\u00fcr blinde und sehbehinderte Menschen gut&#8220;, so das Fazit von Wolfgang Gallinat, Landesgesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Blinden- und Sehbehindertenvereins Schleswig-Holsteins und Patricia B\u00fcrger vom Kieler Sozialministerium. &#8222;Dank des Projektes sind wir auf dem richtigen Weg, Barrierefreiheit in Schleswig-Holstein in diese Richtung weiterzuentwickeln.&#8220;<\/p>\n<p>Neben der baulichen Gestaltung der Landesgartenschaufl\u00e4che ist die Installation eines guidePORT-Systems  auf dem Landesgartenschaugel\u00e4nde K\u00f6nigswiesen ein ganz besonderer, in diesem Umfang bisher nicht umgesetzter Beitrag zur Barrierefreiheit. &#8222;Blinde sollen Blumen h\u00f6ren&#8220; &#8211; ein Slogan, der das Ziel des Projektes &#8222;Barrierefreie Landesgartenschau 2008 Schleswig-Schleiregion&#8220; auf den Punkt bringt. Erarbeitet hat das Pilotprojekt Professor Dr. Bernd Vesper mit seinem Team vom Zentrum f\u00fcr Multimedia an der Fachhochschule Kiel. Text, Musik und Ger\u00e4usch sollen bei blinden und sehbehinderten Menschen die gleichen Bilder, Gef\u00fchle und Stimmungen erzeugen, die ein Sehender \u00fcber seine Augen wahrnimmt. Silke Haas, die die Drehb\u00fccher f\u00fcr die Minih\u00f6rspiele schreibt, spricht daher nicht von klassischer Audiodeskription, sondern von Audio-Translation. &#8222;Die Gegenst\u00e4nde sollen nicht einfach nur beschrieben werden, sondern die visuelle Welt soll akustisch \u00fcbersetzt werden &#8211; einen Kosmos f\u00fcr die Ohren schaffen&#8220;, so Haas. Um zu wissen, ob die \u00dcbersetzungen auch ankommen, arbeiten Blinde und Sehbehinderte an den Audio-Translationen mit.<\/p>\n<p>Auf der Landesgartenschau erhalten Blinde oder sehbehinderte Besucher &#8222;Ihren pers\u00f6nlichen&#8220; Einohrkopfh\u00f6rer und das tragbare Audioger\u00e4t, einen etwa Zigarettenschachtel gro\u00dfen guidePORT. \u00dcberall auf den K\u00f6nigswiesen sind Identifier unsichtbar installiert. Tritt der Nutzer des guidePORTS in den Bereich des Identifiers, startet das Audioger\u00e4t den entsprechenden Text. Der guidePORT besitzt nur vier Tasten und kein Display, so k\u00f6nnen blinde und sehbehinderte Gartenschaubesucher das Ger\u00e4t einfach bedienen. \u00dcber diese vier Tasten k\u00f6nnen Texte wiederholt oder abgebrochen werden. Des Weiteren ist eine Lautst\u00e4rkenregelung m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Finanziert wurde dieses Pilotprojekt aus Mitteln des Fonds zur Herstellung der Barrierefreiheit f\u00fcr blinde und sehbehinderte Menschen des Kieler Sozialministeriums. Das Innenministerium hat der Stadt Schleswig f\u00fcr die Teile, die auch nach der Landesgartenschau von den Schleswigern und ihren G\u00e4sten genutzt werden k\u00f6nnen, EU- und Landesmittel in H\u00f6he von insgesamt 6,27 Mio. \u00a4 bereitgestellt. Darin enthalten sind auch die Kosten f\u00fcr die barrierefreie Umgestaltung von Bushaltestellen und Stra\u00dfenkreuzungen im Stadtgebiet, die im Zusammenhang mit der Landesgartenschau von besonderer Bedeutung sind.<\/p>\n<p>Die Landesgartenschau 2008 Schleswig-Schleiregion findet vom 25. April bis zum 5. Oktober 2008 in der Kulturstadt Schleswig in Schleswig-Holstein statt. Die Schleswiger K\u00f6nigswiesen, direkt am Ostseefjord Schlei gelegen, werden zu einem 16 ha gro\u00dfen Stadt- und Erlebnispark umgestaltet. Den Besucher erwarten hier 27 Themeng\u00e4rten, acht wechselnde Blumenschauen, eine Zeitreise durch die Gartenkultur und 5.800 Quadratmeter Blumenbeete, die von April bis Oktober viermal komplett neu bepflanzt werden.<\/p>\n<p>Neben der floralen Vielfalt bieten die Organisatoren des 164t\u00e4gigen Gro\u00dfereignisses ein hochwertiges und facettenreiches kulturelles Angebot. Ob Justus Frantz, Torfrock, R\u00fcdiger Hoffmann oder Dieter Hildebrandt: Auf den B\u00fchnen der Landesgartenschau geben sich die Gr\u00f6\u00dfen aus Musik, Theater, Comedy und Tanz die Klinke in die Hand. Die Gesamtzahl der geplanten Veranstaltungen bel\u00e4uft sich auf \u00fcber 1.600. <\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus ist mit der Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen Schloss Gottorf der f\u00fchrende Kulturbetrieb des Landes Partner der Landesgartenschau. Das bedeutet: Wer eine Eintrittskarte kauft, kann mit seinem Ticket zus\u00e4tzlich die Museen Schloss Gottorf inklusive Barockgarten, das Wikinger Museum Haithabu und das Volkskunde Museum auf dem Hesterberg besuchen &#8211; und das w\u00e4hrend der Landesgartenschau an frei w\u00e4hlbaren Tagen. Der Eintrittspreis f\u00fcr einen Erwachsenen betr\u00e4gt 15,- \u00a4, Kinder unter 18 sind in Begleitung ihrer Eltern oder Gro\u00dfeltern frei. Behinderte Besucher mit einem &#8222;B&#8220; im Ausweis d\u00fcrfen kostenlos eine Begleitperson mitnehmen. N\u00e4here Informationen gibt es unter www.lgs2008.de<\/p>\n<p>\nBildunterschrift: <br \/>\n\u00dcber den etwa Zigarettenschachtel gro\u00dfen guidePORT k\u00f6nnen Blinde und sehbehinderte Menschen auf der ersten Landesgartenschau Schleswig-Holsteins Blumen h\u00f6ren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In einem aufwendigen Pilotprojekt wird das zentrale Landesgartenschau-gel\u00e4nde in Schleswig auch f\u00fcr blinde und sehbehinderte Menschen nahezu barrierefrei gemacht. 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