{"id":65556,"date":"2012-03-07T13:40:02","date_gmt":"2012-03-07T12:40:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/?p=65556"},"modified":"2012-03-07T13:40:02","modified_gmt":"2012-03-07T12:40:02","slug":"atomaufsicht-stoppt-umlagerungen-im-feststofflager-des-kkw-brunsbuttel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/atomaufsicht-stoppt-umlagerungen-im-feststofflager-des-kkw-brunsbuttel\/","title":{"rendered":"Atomaufsicht stoppt Umlagerungen im Feststofflager des KKW Brunsb\u00fcttel"},"content":{"rendered":"<p>Foto: Steffen Papenbrook<a href=\"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/2012\/03\/atomaufsicht-stoppt-umlagerungen-im-feststofflager-des-kkw-brunsbuttel\/kernkraftwerk_brunsbuttel_steffen-papenbrook\/\" rel=\"attachment wp-att-65557\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft  wp-image-65557\" title=\"Kernkraftwerk_Brunsb\u00fcttel_Steffen Papenbrook\" src=\"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/Kernkraftwerk_Brunsb\u00fcttel_Steffen-Papenbrook.jpg\" alt=\"\" width=\"233\" height=\"155\" srcset=\"https:\/\/hier-luebeck.de\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/Kernkraftwerk_Brunsb\u00fcttel_Steffen-Papenbrook.jpg 500w, https:\/\/hier-luebeck.de\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/Kernkraftwerk_Brunsb\u00fcttel_Steffen-Papenbrook-320x213.jpg 320w\" sizes=\"auto, (max-width: 233px) 100vw, 233px\" \/><\/a><\/p>\n<p>BRUNSB\u00dcTTEL\/KIEL. Im Feststofflager des Kernkraftwerks Brunsb\u00fcttel (KKB) sind korrodierende Stahlblechf\u00e4sser entdeckt worden. In den in unterirdischen Kavernen gelagerten rund 500 F\u00e4ssern befinden sich schwach- und mittelradioaktive Abf\u00e4lle aus dem Reaktorbetrieb (Filterharze, Verdampferkonzentrate). Diese Abf\u00e4lle werden zur Zeit auf die Endlagerung im Schacht Konrad vorbereitet und daf\u00fcr in Gusscontainer umgef\u00fcllt.<!--more--> Am 10. Januar 2012 wurden vom T\u00dcV Nord im Rahmen regelm\u00e4\u00dfiger Kontrollen bei einem bereits entleerten Fass sehr starke Korrosion und eine Zerst\u00f6rung des Fassmantels festgestellt. Der Fassinhalt war zuvor ordnungsgem\u00e4\u00df in der hierf\u00fcr vorgesehenen Umsauganlage aufgefangen worden. Auf Dr\u00e4ngen der Aufsichtsbeh\u00f6rde hat die Betreiberin inzwischen zahlreiche Stellungnahmen zum Vorgang abgegeben.<\/p>\n<p>&#8222;&#8220;Wichtig ist zun\u00e4chst, dass keine unzul\u00e4ssige Radioaktivit\u00e4t freigesetzt wurde und keine Gefahr f\u00fcr Mitarbeiter und Anwohner besteht&#8220;&#8220;, erkl\u00e4rte der f\u00fcr die Atomaufsicht zust\u00e4ndige Minister Emil Schmalfu\u00df heute (7. M\u00e4rz). &#8222;&#8220;Nach sorgf\u00e4ltiger Auswertung aller bisher vorliegenden Informationen haben wir aber festgestellt, dass weitere F\u00e4sser zum Teil erhebliche Korrosionserscheinungen aufweisen. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass bei Handhabungen (Anheben, Verfahren, Umsetzen, Absetzen) solcher F\u00e4sser radioaktive Stoffe freigesetzt werden.&#8220; Deshalb haben wir umgehend die Betreiberin schriftlich aufgefordert:<\/p>\n<p>die Kavernen wieder mit Betonriegeln abzudecken und alle Arbeiten an den Kavernen vorl\u00e4ufig abzuschlie\u00dfen,<br \/>\nAerosol-Messstellen zu installieren, um die an den Kavernen und am dortigen Abwassersumpf evtl. auftretende Radioaktivit\u00e4t zu \u00fcberwachen,<br \/>\ndie Konstruktion und den Zustand der Kavernen unter Beteiligung der Obersten Bauaufsichtsbeh\u00f6rde zu bewerten,<br \/>\nein Konzept zur Handhabung korrosionsgesch\u00e4digter F\u00e4sser einschlie\u00dflich der Umr\u00fcstung von Greifer und Umsauganlage vorzulegen,<br \/>\ndas Umsaugen von getrockneten Filterharzen erst nach Umr\u00fcstung der Umsauganlage und Einsatz des neuen Fassgreifers sowie Zustimmung der Atomaufsicht fortzusetzen.&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;&#8220;Wir erwarten von Vattenfall zudem, sich zur unterbliebenen Meldung dieses Vorfalls zu \u00e4u\u00dfern&#8220;&#8220;, so Schmalfu\u00df weiter. &#8222;&#8220;Obwohl die Zerst\u00f6rung des Fasses von der Betreibergesellschaft (laut derer Unterlagen) bereits am 15. Dezember 2011 festgestellt wurde, sind wir dar\u00fcber nicht informiert worden \u2013 da es sich nach Ansicht der Betreiberin nicht um ein meldepflichtiges Ereignis handele. Das mag nach den Paragraphen des Atomgesetzes vielleicht sogar richtig sein, ich halte es aber angesichts der Bedeutung des Vorfalls f\u00fcr zwingend erforderlich, dass die Atomaufsichtsbeh\u00f6rde dar\u00fcber umgehend informiert wird. Zumal Vattenfall nach den Erfahrungen der Vergangenheit eine verbesserte Kommunikation auch verbindlich zugesagt hatte&#8220;&#8220;, betonte Schmalfu\u00df.<\/p>\n<p>Die Atomaufsicht hat dar\u00fcber hinaus eine \u00dcberpr\u00fcfung der Lagereinrichtungen f\u00fcr radioaktive Abf\u00e4lle in den anderen Kernkraftwerken in Schleswig-Holstein und dem Helmholtz-Zentrum Geesthacht (vormals GKSS) eingeleitet. Abschlie\u00dfende Ergebnisse dieser \u00dcberpr\u00fcfung liegen noch nicht vor.<\/p>\n<p>&#8222;&#8220;Wir haben au\u00dferdem das Bundesumweltministerium \u00fcber den Sachverhalt informiert&#8220;&#8220;, sagte Schmalfu\u00df. &#8222;&#8220;Ich denke, es sollten bundesweit in allen KKW diese Lagerst\u00e4tten \u00fcberpr\u00fcft werden. Viele der F\u00e4sser wurden in einer Zeit eingelagert, als noch niemand damit rechnete, dass der Atomm\u00fcll f\u00fcr Jahrzehnte an den Anlagenstandorten verbleiben m\u00fcsste, weil auch daf\u00fcr ein Endlager immer noch nicht verf\u00fcgbar ist. Der Bund muss deshalb jetzt bei der aktuell anstehenden Novellierung des Kerntechnischen Regelwerkes pr\u00e4zisierte und strengere Sicherheitskriterien entwickeln, auch f\u00fcr die vor\u00fcbergehende Lagerung schwach- und mittelaktiver Abf\u00e4lle an den Kraftwerksstandorten. Solche Kriterien sind erforderlich, damit eine Landesatomaufsicht belastbare Anordnungen treffen kann.&#8220;&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Foto: Steffen Papenbrook BRUNSB\u00dcTTEL\/KIEL. Im Feststofflager des Kernkraftwerks Brunsb\u00fcttel (KKB) sind korrodierende Stahlblechf\u00e4sser entdeckt worden. 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