{"id":66891,"date":"2012-03-23T09:26:35","date_gmt":"2012-03-23T08:26:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/?p=66891"},"modified":"2012-03-23T09:26:35","modified_gmt":"2012-03-23T08:26:35","slug":"dr-michael-von-abercron-zu-eingriffs-ausgleichsregelung-behutsam-weiterentwickeln","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/dr-michael-von-abercron-zu-eingriffs-ausgleichsregelung-behutsam-weiterentwickeln\/","title":{"rendered":"Dr. Michael von Abercron zu: Eingriffs-Ausgleichsregelung behutsam weiterentwickeln"},"content":{"rendered":"<p>Ich danke der Ministerin f\u00fcr ihren heute hier gegebenen aktuellen Bericht.<\/p>\n<p>Durch Industrie, Besiedlung und Verkehr verlieren wir t\u00e4glich in unserem Land immer noch \u00fcber 4 ha an Fl\u00e4che, die der Landwirtschaft oder der Landschaft entzogen werden. Das ist viel zu Viel! Noch d\u00fcsterer sieht diese Statistik aus, wenn man den t\u00e4glichen Verlust an der reinen landwirtschaftlichen Fl\u00e4che betrachtet. Dieser Wert liegt wahrscheinlich sogar doppelt so hoch!<!--more--><\/p>\n<p>Eingriffe in Landschaft und Natur m\u00fcssen nach Bundes- und Landesrecht ausgeglichen werden. Diese Regelung, die vor mehr als 30 Jahren hier in Schleswig-Holstein eingef\u00fchrt wurde, ist aus zwei Gr\u00fcnden sehr sinnvoll:<\/p>\n<p>1. Der Verlust von Natur wird 1:1 ausgeglichen, so dass die Umweltqualit\u00e4t erhalten bleibt.<br \/>\n2. Die Auflagen zum Ausgleich wirken einem Verbrauch an Fl\u00e4che entgegen.<\/p>\n<p>Wir als CDU stehen zu dieser Regelung, nicht nur, weil sie von einem unserer Vorg\u00e4nger erfunden wurde, sondern weil wir \u00fcberzeugt sind, dass wir den Verbrauch von Fl\u00e4chen weiter bremsen m\u00fcssen. Wir setzen aber auf eine konsequente<br \/>\nWeiterentwicklung.<\/p>\n<p>Dies ist schon deshalb notwendig, weil der Boden ein knappes Gut ist und wir angesichts einer immer noch steigenden Weltbev\u00f6lkerung gerade mit den hoch produktiven landwirtschaftlichen Fl\u00e4chen sehr sorgsam umgehen m\u00fcssen!<\/p>\n<p>Wir haben dazu in der letzten Landtagssitzung \u00fcber die UN-Millenniums-Ziele gesprochen. W\u00e4hrend besondere Naturlandschaften \u00fcber Naturschutzgebiete einen sicheren Schutzstatus haben, unterliegen landwirtschaftliche Fl\u00e4chen v\u00f6llig unabh\u00e4ngig ihrer \u00f6kologischen Wertigkeit keinerlei Schutz. Vielmehr sind neue Nutzungsanspr\u00fcche hinzugekommen, wenn man an die Energieerzeugung denkt. Es sind keinesfalls nur die Wind- oder Biogasanlagen, sondern auch die notwendigen Stromleitungstrassen, die weiter Fl\u00e4chen in der Landwirtschaft verbrauchen. Alle diese Ma\u00dfnahmen fordern auch mehr Ausgleichsfl\u00e4chen. Die Zahlen sprechen f\u00fcr sich: Ende 2010 waren etwa 25.000 ha der gesamten Landesfl\u00e4che Ausgleichs- und Ersatzfl\u00e4chen. Dies entspricht etwa 2,5 % der landwirtschaftlichen Fl\u00e4chen und wir k\u00f6nnen davon ausgehen, dass dieser Anteil weiter \u00fcberproportional steigt.<\/p>\n<p>Deshalb sind wir Frau Ministerin Rumpf au\u00dferordentlich dankbar, dass sie bereits im letzten Jahr einen Erlass herausgegeben hat, dass bei der Eingriffsregelung auch agrarstrukturelle Belange ber\u00fccksichtigt werden.<\/p>\n<p>Es kann doch nicht sein, dass wir uns langsam aber sicher die Grundlagen unserer Nahrungsmittelproduktion entziehen. Deshalb sind wir auch als Gesetzgeber nicht unt\u00e4tig geblieben und haben im neuen Landesnaturschutzgesetz die M\u00f6glichkeit der \u00d6kokonten eingef\u00fchrt und damit die Aufwertung von Naturfl\u00e4chen statt einen Verbrauch geschaffen.<\/p>\n<p>Die Konten werden hier bei uns zu einer Erfolgsgeschichte: Wir haben schon jetzt fast 2.000 ha, die so gef\u00fchrt werden!<\/p>\n<p>Angesichts des enormen Fl\u00e4chenverbrauchs sind derartige Ma\u00dfnahmen nicht nur sinnvoll, sondern geboten! Andere Verfahren wie die produktionsintegrierten Ma\u00dfnahmen in der Landwirtschaft m\u00fcssen erprobt und dann auch<br \/>\nangewendet werden, wenn sie dem Natur- und Umweltschutz dienen.<\/p>\n<p>Wir m\u00fcssen alle diese Potentiale heben, um Fl\u00e4chen zu schonen. Wir k\u00f6nnen froh dar\u00fcber sein, dass z.B. die Stiftung Naturschutz u. a. bei der Vermittlung von \u00d6kokonten durch die Ausgleichsagentur eine sehr gute Arbeit macht. Andere Potentiale k\u00f6nnen noch gehoben werden. Wir haben \u00fcber 60.000 km Knicks in Schleswig-Holstein!<\/p>\n<p>Hier sind viele Strecken aufwertbar! Ein weiteres Handlungsfeld sehe ich noch in der Aufwertung von Industriebrachen. Es ist aber immer noch sehr schwer, alte Siedlungsfl\u00e4chen wieder zu nutzen und damit den Fl\u00e4chenverbrauch zu reduzieren.<\/p>\n<p>Die Ursache liegt darin, dass diese Fl\u00e4chen h\u00e4ufig belastet sind und weder der alte Eigent\u00fcmer noch die \u00f6ffentliche Hand in der Lage sind, diese hohen Kosten zu tragen.<\/p>\n<p>Es ist nicht verst\u00e4ndlich, warum eine Sanierung von Boden immer noch nicht als Umweltschutzma\u00dfnahme verstanden wird. Hier gibt es ganz im Sinne zum Schutz von Mensch und Umwelt ein sehr weites Feld zur Aufwertung und zur Reduzierung des Verbrauchs immer neuer Fl\u00e4chen!<\/p>\n<p>Lassen Sie mich zusammenfassen:<br \/>\n&#8211; Die Eingriffs- und Ausgleichsregelung ist zum Schutz der Umwelt eine unersetzliche Grundlage,<br \/>\n&#8211; die Eingriffs- und Ausgleichsregelung muss im Sinne von Flexibilit\u00e4t und Effizienz fortentwickelt werden,<br \/>\n&#8211; der Fl\u00e4chenverbrauch auch von landwirtschaftlichen Fl\u00e4chen muss einged\u00e4mmt werden,<br \/>\n&#8211; \u00d6kokonten und produktionsintegrierte Ma\u00dfnahmen sind fortzuentwickeln und m\u00fcssen vorrangig angewandt werden.<\/p>\n<p>Wir haben eine Verantwortung f\u00fcr unsere Natur und Umwelt. Wir haben aber auch eine gro\u00dfe Verantwortung f\u00fcr eine gesicherte und gesunde Ern\u00e4hrung der Bev\u00f6lkerung. Beide Ziele m\u00fcssen wir in \u00dcbereinstimmung bringen!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich danke der Ministerin f\u00fcr ihren heute hier gegebenen aktuellen Bericht. 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