{"id":6859,"date":"2008-07-28T16:41:30","date_gmt":"2008-07-28T16:41:30","guid":{"rendered":"http:\/\/testserver\/wordpress\/?p=6759"},"modified":"2008-07-28T16:41:30","modified_gmt":"2008-07-28T16:41:30","slug":"elektronischer_personalausweis_mdb_hillerohm_gegen_speicherung_der_fingerabdrcke","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/elektronischer_personalausweis_mdb_hillerohm_gegen_speicherung_der_fingerabdrcke\/","title":{"rendered":"Elektronischer Personalausweis: MdB Hiller-Ohm gegen Speicherung der Fingerabdr\u00fccke"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" title=\"Hiller-Ohm-08\" src=\"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/images\/topics\/Hiller-Ohm-08.jpg\" alt=\"Hiller-Ohm-08\" \/><br \/>\nDer elektronische Personalausweis soll ab November 2010 eingef\u00fchrt werden. Ein entsprechender Gesetzesentwurf wurde jetzt vom Kabinett beschlossen. Die Bundestagsabgeordnete Gabriele Hiller-Ohm, die in der SPD-Bundestagsfraktion f\u00fcr Datenschutz im Tourismus zust\u00e4ndig ist, warnt vor Risiken bei der Nutzung der neuen Funktionen des elektronischen Ausweises: <br \/>\n<!--more-->Der neue Ausweis im Checkkartenformat wird ein digitales Foto auf einem Chip enthalten. Auch die Speicherung von Fingerabdr\u00fccken ist vorgesehen, allerdings freiwillig. Zudem kann der Ausweis mit einem elektronischen Identit\u00e4tsnachweis versehen werden, um Gesch\u00e4fte oder Beh\u00f6rdeng\u00e4nge online zu t\u00e4tigen. <\/p>\n<p>Dazu sagt Gabriele Hiller-Ohm:<br \/>\n&#8222;Mit dem elektronischen Personalausweis werden in Zukunft mehr sensible pers\u00f6nliche Daten gespeichert. Zudem ist die Technologie des Chips, auf dem im Ausweis das biometrische Foto und Fingerabdr\u00fccke gespeichert werden, nicht uneingeschr\u00e4nkt sicher. So warnen Datensch\u00fctzer vor dem unbemerkten Auslesen der Daten per Funk. Der schleswig-holsteinische Datenschutzbeauftragte Thilo Weichert bef\u00fcrchtet einen Missbrauch der sensiblen Daten zum &#8222;Identit\u00e4tsdiebstahl&#8220;. Dass ein Mehr an Datenspeicherung auch st\u00e4rkere Begehrlichkeiten zum Missbrauch weckt, ist nicht erst seit den j\u00fcngsten Schn\u00fcffelaktionen der Telekom offensichtlich! <\/p>\n<p>Umso wichtiger ist es, dass die Speicherung zweier Fingerabdr\u00fccke auf dem Ausweis freiwillig ist. Daf\u00fcr hatte sich SPD-Justizministerin Brigitte Zypries gegen\u00fcber Innenminister Wolfgang Sch\u00e4uble eingesetzt, der die Fingerabdr\u00fccke verpflichtend speichern wollte. Auf Druck der SPD kann nun jede B\u00fcrgerin und jeder B\u00fcrger selbst entscheiden, ob die eigenen Fingerabdr\u00fccke digital auf dem Ausweis gespeichert werden sollen. Dies ist ein gro\u00dfer Erfolg f\u00fcr den Datenschutz. <\/p>\n<p>Entscheidend ist dabei, dass die freiwilligen Fingerabdr\u00fccke nicht au\u00dferhalb des <br \/>\nDokuments gespeichert werden. Au\u00dferdem darf mit der theoretischen M\u00f6glichkeit der Aufnahme des biometrischen Fingerabdrucks kein faktischer Zwang geschaffen werden. Es darf nicht sein, dass die- oder derjenige ohne Fingerabdruck im Personalausweis anders behandelt wird als Personen, die sich zur Aufnahme dieser zus\u00e4tzlichen biometrischen Information bereit erkl\u00e4rt haben. Hier gilt: Je mehr Menschen sich dieser Option verschlie\u00dfen, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit einer solchen Ungleichbehandlung. <\/p>\n<p>Der bisherige Personalausweis gilt ohnehin als eines der sichersten weltweit. Der Fingerabdruck bringt laut Datensch\u00fctzern keinen Sicherheitsgewinn. Daf\u00fcr erh\u00f6ht sich das Risiko des Datenmissbrauchs. Alle B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger sollten sich daher gut \u00fcberlegen, ob sie ihre Fingerabdr\u00fccke ohne Not auf dem Personalausweis speichern lassen. Als Passersatz f\u00fcr Auslandsreisen au\u00dferhalb der Europ\u00e4ischen Union sollte der elektronische Ausweis aus Datenschutzgr\u00fcnden jedenfalls nicht eingesetzt werden. Denn w\u00e4hrend man den Reisepass, auf dem ebenfalls Fingerabdr\u00fccke und Foto digital gespeichert sind, nur bei einzelnen Reisen bei sich tr\u00e4gt, wird der Personalausweis auch im Alltag st\u00e4ndig mitgef\u00fchrt und benutzt. Dadurch steigt das Risiko, dass die Daten durch <br \/>\nKriminelle unbemerkt ausgelesen werden. Auch das Anlegen von Bewegungsprofilen von Personen durch vielfaches Auslesen w\u00e4re m\u00f6glich. <\/p>\n<p>Denkbar ist ein zus\u00e4tzlicher Schutzmechanismus in Form einer Aluminium-Schutzh\u00fclle, wie sie L\u00fcbeck als erste deutsche Kommune f\u00fcr die elektronischen Reisep\u00e4sse angeboten hat. Allerdings besteht trotzdem die Gefahr des Datendiebstahls, wenn der Ausweis aus der Hand gegeben wird. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn Reisende den Ausweis in Hotels hinterlegen. <\/p>\n<p>Eine weitere Neuerung ist die M\u00f6glichkeit des elektronischen Identit\u00e4tsnachweises. Wer h\u00e4ufig Gesch\u00e4fte im Internet abschlie\u00dft oder sich Beh\u00f6rdeng\u00e4nge ersparen will, soll in Zukunft mit Hilfe eines heimischen Leseger\u00e4ts am Computer seinen Ausweis zur online-Identifizierung nutzen k\u00f6nnen. Auch hier gibt es Datenschutzbedenken. Zudem sind noch zahlreiche technische Fragen offen, die gekl\u00e4rt werden m\u00fcssen. <\/p>\n<p>Der Gesetzentwurf muss nun vom Bundestag beschlossen werden. Die SPD-Fraktion wird die einzelnen Regelungen genau pr\u00fcfen und sich insbesondere daf\u00fcr einsetzen, dass es zu keiner Zwei-Klassengesellschaft von unverd\u00e4chtigen und verd\u00e4chtigen Menschen kommt. Wir werden nicht zulassen, dass durch die Hintert\u00fcr eine General\u00fcberwachung der B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger stattfindet!&#8220; <\/p>\n<p>Quelle: MdB Gabriele Hiller-Ohm<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der elektronische Personalausweis soll ab November 2010 eingef\u00fchrt werden. Ein entsprechender Gesetzesentwurf wurde jetzt vom Kabinett beschlossen. 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