{"id":68928,"date":"2012-05-14T22:37:47","date_gmt":"2012-05-14T20:37:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/?p=68928"},"modified":"2012-05-14T22:45:23","modified_gmt":"2012-05-14T20:45:23","slug":"raubbau-am-planeten-erde-spitzt-sich-zu-wwf-studie-eu-lebensstil-verschlingt-266-mal-zu-viel-ressourcen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/raubbau-am-planeten-erde-spitzt-sich-zu-wwf-studie-eu-lebensstil-verschlingt-266-mal-zu-viel-ressourcen\/","title":{"rendered":"Raubbau am Planeten Erde spitzt sich zu &#8211; WWF-Studie: EU-Lebensstil verschlingt 2,66 Mal zu viel Ressourcen"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" title=\"Satellitenbild: Menschheit setzt Patient Erde unter Dauerdruck (Foto: WWF\/usgs)\" src=\"http:\/\/www.pressetext.com\/news\/lowres\/\/20120514024\" alt=\"Satellitenbild: Menschheit setzt Patient Erde unter Dauerdruck (Foto: WWF\/usgs)\" width=\"300\" height=\"240\" \/><\/p>\n<p>Satellitenbild: Menschheit setzt Patient Erde unter Dauerdruck (Foto: WWF\/usgs)<\/p>\n<p>Raumstation ISS (pte024\/14.05.2012\/12:10) &#8211; Fehlende Nachhaltigkeit in Produktion und Konsum lassen unseren Planeten immer mehr erkranken: Anderthalb Jahre braucht die Erde derzeit, um die in einem Jahr vom Menschen genutzten Ressourcen wieder neu zu schaffen. Blickt man allein auf die Industriel\u00e4nder, f\u00e4llt der Vergleich jedoch noch weit schlechter aus: W\u00fcrden alle so leben wie die EU, w\u00e4ren sogar 2,66 Erden pro Jahr n\u00f6tig. Das geht aus dem &#8222;Living Planet Report&#8220; hervor, den die Umweltschutzorganisation WWF <a href=\"http:\/\/wwf.panda.org\" rel=\"external\" target=\"_blank\">http:\/\/wwf.panda.org<\/a> am heutigen Montag ver\u00f6ffentlicht hat.<!--more-->Hauptschuldige: \u00d6l, Kohle und Waldverlust<\/p>\n<p>Der alle zwei Jahre erhobene Index stellt den \u00f6kologischen Fu\u00dfabdruck der L\u00e4nder mit den verf\u00fcgbaren Ressourcen &#8211; der &#8222;Biokapazit\u00e4t&#8220; &#8211; gegen\u00fcber. Nachhaltiger Konsum w\u00fcrde nur das verbrauchen, was die Erde bieten kann, n\u00e4mlich zw\u00f6lf Mrd. Hektar (ha) pro Jahr oder 1,8 ha pro Mensch. Derzeit verbraucht die Menschheit jedoch 18 Mrd. globale Hektar oder 2,7 ha pro Person, also das 1,52-Fache. \u00d6sterreich (5,29 ha), die Schweiz (5,01 ha) und Deutschland (4,57 ha) liegen noch deutlich \u00fcber diesem Durchschnitt, w\u00e4hrend sich L\u00e4nder mit mittlerem Einkommen mit 1,92 ha, bei niedrigem Einkommen sogar mit 1,14 ha Verbrauch begn\u00fcgen.<\/p>\n<p>Hauptverursacher dieses enormen Raubbaus sind mit einem Anteil von 55 Prozent die Treibhausgase aus fossilen Brennstoffen wie \u00d6l und Kohle. Dahinter rangiert mit 20 Prozent der Waldverlust durch Umwandlung von Wald in Weide- und Ackerland, der j\u00e4hrlich mit 130.000 Quadratkilometern &#8211; der gemeinsamen Fl\u00e4che \u00d6sterreichs und der Schweiz &#8211; voranschreitet. Gibt es k\u00fcnftig keinen strengeren Waldschutz, gehen bis 2050 weitere 2,3 Mio. Quadratkilometer Waldfl\u00e4che verloren, rechnet der WWF vor. Doch auch die \u00dcberfischung wirkt sich empfindlich aus &#8211; heute fischt man f\u00fcnfmal mehr als 1970.<\/p>\n<p>Erde ger\u00e4t unter Druck<\/p>\n<p>Gemeinsam mit anderen Ursachen wie Umweltverschmutzung, Zerst\u00f6ren der Lebensr\u00e4ume oder Bioinvasoren hat der Klimawandel vor allem zum Artenverlust gef\u00fchrt: In den vergangenen 40 Jahren verschwanden 30 Prozent aller Arten des Planeten &#8211; in den Tropen 60 Prozent und an tropischen Fl\u00fcssen sogar 75 Prozent &#8211; oder gingen zumindest empfindlich zur\u00fcck. Die Spezies Mensch bekommt den Wandel unter anderem durch Wasserknappheit zu sp\u00fcren: 500 Mio. leiden unter negativen Auswirkungen von Flussregulierungen, 900 Mio. fehlt sauberes Trinkwasser und 2,7 Mrd. haben keinen Zugang zu Sanit\u00e4ranlagen.<\/p>\n<p>Totale Umgestaltung n\u00f6tig<\/p>\n<p>F\u00fcr die Zukunft liefert der WWF ein d\u00fcsteres Bild: &#8222;Rechnete man 2006 noch damit, dass wir erst 2050 zwei Planeten brauchen werden, so d\u00fcrfte dieser Zustand schon 2030 erreicht werden. 2050 sind drei Planeten n\u00f6tig&#8220;, erkl\u00e4rt Franko Petri, Sprecher des WWF \u00d6sterreich <a href=\"http:\/\/wwf.de\" rel=\"external\" target=\"_blank\">http:\/\/wwf.de<\/a> , im pressetext-Interview. Zwar entwickeln sich viele Industrienationen dank Umweltma\u00dfnahmen positiv, doch tr\u00fcgt der Schein. &#8222;Dies geht nur darauf zur\u00fcck, dass hier die Abholzung schon vor 1970 geschah und man sich heute Naturschutz leisten kann. Dazu kommt, dass der Konsumstil der Industrienationen vor allem Entwicklungsl\u00e4nder ausbeutet.&#8220;<\/p>\n<p>Trotz dieser dramatischen Lage sei es zu schaffen, 2050 neun Mrd. Menschen mit Nahrung, Energie und Wasser zu versorgen, doch m\u00fcssten daf\u00fcr die Lebensweise und Wirtschaft komplett umgestellt werden. &#8222;Produktion und Konsum m\u00fcssen als Ganzes gesehen werden. Wir brauchen eine Transformation, die Wachstum und Ressourcen entkoppelt &#8211; also in Richtung mehr Dienstleistung, nachhaltigerem Konsum und mehr erneuerbaren Energien&#8220;, sagt Petri. Flie\u00dfen die nat\u00fcrlichen Ressourcen nicht in die Rechnungen des internationalen Finanzsystems ein, sei ein Jahrhundert der Umweltkatastrophen unvermeidbar.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" width=\"560\" height=\"315\" src=\"http:\/\/www.youtube.com\/embed\/9X6o8uPvK54\" frameborder=\"0\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Satellitenbild: Menschheit setzt Patient Erde unter Dauerdruck (Foto: WWF\/usgs) Raumstation ISS (pte024\/14.05.2012\/12:10) &#8211; Fehlende Nachhaltigkeit in Produktion und Konsum lassen<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","footnotes":""},"categories":[14],"tags":[5648,5647],"class_list":["post-68928","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-tipps-informationen","tag-66-mal-zu-viel-ressourcen","tag-raubbau-am-planeten-erde-spitzt-sich-zu-wwf-studie-eu-lebensstil-verschlingt-2"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/68928","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=68928"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/68928\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":68930,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/68928\/revisions\/68930"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=68928"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=68928"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=68928"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}