{"id":71168,"date":"2012-07-23T16:55:50","date_gmt":"2012-07-23T14:55:50","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/?p=71168"},"modified":"2012-07-23T16:55:50","modified_gmt":"2012-07-23T14:55:50","slug":"weltkriegsmunition-wird-zum-hindernis-fur-die-energiewende-umweltverbande-fordern-konzept-zur-munitionsbergung-in-nord-und-ostsee","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/weltkriegsmunition-wird-zum-hindernis-fur-die-energiewende-umweltverbande-fordern-konzept-zur-munitionsbergung-in-nord-und-ostsee\/","title":{"rendered":"Weltkriegsmunition wird zum Hindernis f\u00fcr die Energiewende &#8211; Umweltverb\u00e4nde fordern Konzept zur Munitionsbergung in Nord- und Ostsee"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/2011\/05\/nabu-riesenbanner-zeigt-deutschland-betoniert-sich-zu-alle-zehn-minuten-zerstoren-wir-landschaft-in-der-grose-eines-fusballfeldes\/nabu_logo\/\" rel=\"attachment wp-att-32897\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-32897\" title=\"NABU_Logo\" src=\"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/NABU_Logo.gif\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"95\" \/><\/a>Berlin (ots) &#8211; Mit Blick auf die geplante Sprengung von drei Seeminen nahe Borkum fordern die Umweltverb\u00e4nde NABU, Gesellschaft zur Rettung der Delphine (GRD) und Gesellschaft zum Schutz der Meeress\u00e4ugetiere (GSM) eine verbindliche Strategie zur Entsorgung von Altmunition in deutschen Gew\u00e4ssern. Die drei Minen wurden bei den Vorbereitungen zum Bau einer Seekabeltrasse f\u00fcr den Windpark &#8222;Riffgat&#8220; entdeckt, der 15 Kilometer vor Borkum entstehen soll.<!--more--> Beim Bau der Offshore-Windenergie-Anlagen und ihren Anschl\u00fcssen an das Energienetz rechnen die drei Verb\u00e4nde mit verst\u00e4rkten Funden von Sprengk\u00f6rpern. Bislang jedoch besteht kein Konzept, wie die Munitionsaltlasten sicher gehoben und umweltgerecht entsorgt werden k\u00f6nnen und die Belastungen f\u00fcr Umwelt und Gesundheit damit so gering wie m\u00f6glich gehalten werden.<\/p>\n<p>Nach Angaben des Bundesamtes f\u00fcr Seeschifffahrt und Hydrografie liegen die drei Sprengk\u00f6rper in der Osterems, einer Meerenge zwischen Juist und Borkum, entlang der Kabeltrasse des geplanten Offshore-Windparks. Mindestens zwei der Minen sollen noch in dieser Woche gesprengt werden. Mit einer Unterwassersprengung gehen erhebliche Gefahren f\u00fcr den Nationalpark und das UNESCO-Welterbe Nieders\u00e4chsisches Wattenmeer einher: Noch in mehr als zehn Kilometern Entfernung k\u00f6nnen bei Schweinswalen, Seehunden und Kegelrobben H\u00f6rsch\u00e4den entstehen und in einem Radius von vier Kilometern Lungen- und Trommelfellrisse. Bereits Mitte Juni wurde nahe der Seehundbank Kachelotplate eine britische Luftmine gesprengt.<\/p>\n<p>NABU, GRD und GSM bef\u00fcrchten aufgrund der starken Belastung deutscher K\u00fcstengew\u00e4sser durch Altmunition und die Vielzahl geplanter Infrastrukturprojekte auch ein Hindernis f\u00fcr die Energiewende. Allein die Trasse f\u00fcr den Windpark &#8222;Riffgat&#8220; schneidet ein Munitionsversenkungsgebiet, in dem bis zu 2.000 Tonnen Minen sowie Torpedosprengk\u00f6pfe, Bomben, Granaten und verschiedene Kleinmunition vermutet werden.<\/p>\n<p>Bislang fehlt jedoch ein strategisches Konzept f\u00fcr den Umgang mit den gef\u00e4hrlichen Relikten der Weltkriege. Laut dem Ende 2011 ver\u00f6ffentlichten Bericht einer Bund-L\u00e4nder-Arbeitsgruppe liegen bis zu 1,6 Millionen Tonnen konventionelle und chemische Munition in deutschen Meeresgew\u00e4ssern. NABU, GRD und GSM fordern daher die schnelle Einrichtung eines Runden Tisches unter Beteiligung der Umweltverb\u00e4nde, um das Vorgehen beim Fund von Altmunition beim Ausbau der Offshore-Windkraft festzulegen. Neben dem Einsatz technischer Schallschutzma\u00dfnahmen, die in Schleswig-Holstein bereits erfolgreich eingesetzt werden, m\u00fcssen k\u00fcnftig auch alternative Bergeverfahren wie Unterwasser-Robotik, Wasserstrahlschneid- und Photolyseverfahren oder mobile Detonationskammern eingesetzt und weiterentwickelt werden, um die Meeresumwelt ausreichend zu sch\u00fctzen.<\/p>\n<p>Auch der k\u00fcrzlich vorgelegte Offshore-Netzplan des Bundesamtes f\u00fcr Seeschifffahrt und Hydrografie muss nach Meinung der Umweltverb\u00e4nde eine grunds\u00e4tzliche Regelung zur Bergung von Altmunition enthalten. Bund und L\u00e4nder m\u00fcssen dazu die mit Munition verunreinigten Gebiete in Nord- und Ostsee zun\u00e4chst kartieren und eine entsprechende Risikoanalyse erstellen. Mittelfristig muss grunds\u00e4tzlich auf Sprengungen unter Wasser verzichtet werden, da diese mit frei werdenden giftigen Substanzen die Meeresumwelt sch\u00e4digen und ihre Schockwellen Meerestiere gef\u00e4hrden. Bei l\u00e4rmintensiven Bauarbeiten im Meer gilt in Deutschland ein Grenzwert. Aus Naturschutzsicht muss dieser generell, also auch bei Sprengung von Munition entlang der Kabeltrassen eingehalten werden.<\/p>\n<p>Um auf die Gefahren von Munition im Meer hinzuweisen und weltweit eingesetzte Bergeverfahren in Deutschland bekannt zu machen, haben NABU, GRD und GSM im Jahr 2010 die MIREMAR-Konferenz in Neum\u00fcnster organisiert. Die Ergebnisse der Konferenz und die Empfehlungen der Bund-L\u00e4nder-Arbeitsgruppe &#8222;Munition im Meer&#8220; finden sich unter: www.miremar.de.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin (ots) &#8211; Mit Blick auf die geplante Sprengung von drei Seeminen nahe Borkum fordern die Umweltverb\u00e4nde NABU, Gesellschaft zur<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","footnotes":""},"categories":[9],"tags":[846,6708,6709,6710,3541,2429,6707],"class_list":["post-71168","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-sport-freizeit","tag-energiewende","tag-hindernis","tag-konzept","tag-munitionsbergung","tag-nord-und-ostsee","tag-umweltverbande","tag-weltkriegsmunition"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/71168","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=71168"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/71168\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":71170,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/71168\/revisions\/71170"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=71168"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=71168"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=71168"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}