{"id":71348,"date":"2012-07-27T11:26:13","date_gmt":"2012-07-27T09:26:13","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/?p=71348"},"modified":"2012-07-27T11:26:13","modified_gmt":"2012-07-27T09:26:13","slug":"stufenweise-wiedereingliederung-zu-wenig-genutzt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/stufenweise-wiedereingliederung-zu-wenig-genutzt\/","title":{"rendered":"Stufenweise Wiedereingliederung zu wenig genutzt"},"content":{"rendered":"<p><strong>Hamburg, 27. Juli 2012.<\/strong> Herzinfarkt, Krebs, R\u00fcckenprobleme oder Depression \u2013 so lautet meist die Diagnose bei Arbeitnehmern, die l\u00e4nger als sechs Wochen im Jahr krankgeschrieben sind. Obwohl sie nur etwa f\u00fcnf Prozent der rund 3,9 Millionen Arbeitsunf\u00e4higkeits-F\u00e4lle im Jahr 2011 ausmachten, waren sie f\u00fcr fast die H\u00e4lfte der 51 Millionen Fehltage verantwortlich, so der aktuelle Gesundheitsreport der Techniker Krankenkasse (TK). Zum pers\u00f6nlichen Schicksalsschlag kommt eine lange Arbeitspause, die oft nicht leicht wieder aufzuholen ist. Deshalb bieten Krankenkassen die sogenannte stufenweise Wiedereingliederung an.<!--more-->&#8222;Der Patient kann ausprobieren, was er leisten kann, ohne den Druck zu haben, sofort wieder voll einsatzf\u00e4hig sein zu m\u00fcssen&#8220;, so Inken Holldorf, Krankengeld-Expertin bei der TK. Allerdings werde diese M\u00f6glichkeit noch zu wenig genutzt. 2011 h\u00e4tten rund 27.000 TK-Versicherte bundesweit davon Gebrauch gemacht. Das entspreche 15 Prozent der Langzeitkranken. In Berlin lag die Quote mit neun Prozent am niedrigsten, in Baden-W\u00fcrttemberg mit 19 Prozent am h\u00f6chsten. &#8222;Der \u00dcbergang von krank zu gesund ist flie\u00dfend. Deshalb w\u00fcrden wir uns w\u00fcnschen, dass noch mehr Langzeitpatienten diese Chance nutzen w\u00fcrden, um die eigene Belastungsf\u00e4higkeit zu testen&#8220;, erkl\u00e4rt die TK-Expertin.<\/p>\n<p>In Absprache mit dem Patienten erstellt der behandelnde Arzt einen Wiedereingliederungsplan, der genau festlegt, \u00fcber welchen Zeitraum er wie viele Stunden arbeiten kann. Dieser Plan wird Arbeitgeber sowie Krankenkasse vorgelegt und wenn n\u00f6tig angepasst. &#8222;Zun\u00e4chst arbeitet der Mitarbeiter nur wenige Stunden t\u00e4glich. In den folgenden vier bis acht\u00a0 Wochen wird das Pensum bis zur vollen Arbeitszeit gesteigert&#8220;, sagt Holldorf. W\u00e4hrend der Wiedereingliederung gilt der Patient weiterhin als arbeitsunf\u00e4hig, deshalb bekommt er in der Regel auch weiter Krankengeld. Nur wenn der Arbeitgeber sich freiwillig bereit erkl\u00e4rt, Lohn zu zahlen, oder Selbstst\u00e4ndige Einnahmen erzielen, ruht das Krankengeld oder wird entsprechend gek\u00fcrzt. Krankengeld wird wegen derselben Erkrankung f\u00fcr bis zu 78 Wochen innerhalb von drei Jahren gezahlt.<\/p>\n<p>Auch wenn der Patient eine ambulante oder station\u00e4re Rehabilitation auf Kosten der Rentenversicherung gemacht hat, kann er mit einer stufenweisen Wiedereingliederung ins Arbeitsleben zur\u00fcckkehren. In der Regel erstellt dann der betreuende Arzt der Rehabilitationseinrichtung den Wiedereingliederungsplan. Statt Krankengeld wird dem Patienten von der Rentenversicherung ein \u00dcbergangsgeld bezahlt, bis er wieder seinen vollen Lohn erh\u00e4lt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hamburg, 27. Juli 2012. 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