{"id":71895,"date":"2012-08-09T19:30:30","date_gmt":"2012-08-09T17:30:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/?p=71895"},"modified":"2012-08-09T19:30:30","modified_gmt":"2012-08-09T17:30:30","slug":"konzept-zur-neulandhalle-an-kulturministerin-spoorendonk-ubergeben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/konzept-zur-neulandhalle-an-kulturministerin-spoorendonk-ubergeben\/","title":{"rendered":"Konzept zur Neulandhalle an Kulturministerin Spoorendonk \u00fcbergeben"},"content":{"rendered":"<p>KIEL. Der Kirchenkreis Dithmarschen hat heute (9. August) eine Machbarkeitsstudie zur k\u00fcnftigen Nutzung der Neulandhalle in Dieksanderkoog (Kreis Dithmarschen) an Kulturministerin Spoorendonk \u00fcbergeben. In dem vom Institut f\u00fcr Zeit- und Regionalgeschichte der Universit\u00e4t Flensburg (IZRG) erarbeiteten Konzept geht es um die zuk\u00fcnftige Verwendung des nationalsozialistisch belasteten Geb\u00e4udes als historischer Lernort. Die Ministerin dankte den Autoren der Studie und auch dem Kirchenkreis f\u00fcr den verantwortungsbewussten Umgang mit der Immobilie.<!--more--> &#8222;&#8220;Die Neulandhalle ist ein schwieriges Erbe der NS-Zeit und ich wei\u00df sehr zu w\u00fcrdigen, dass der Kirchenkreis Dithmarschen so entschieden einer Verwendung als Pilgerst\u00e4tte der rechten Szene entgegenwirkt&#8220;&#8220;, sagte Anke Spoorendonk. \u201e&#8220;Wir werden uns die Studie nun genau anschauen und pr\u00fcfen, wie diese Idee in das Gesamtkonzept zur Gedenkst\u00e4ttenarbeit in Schleswig-Holstein passt, das wir gerade erarbeiten. Ankn\u00fcpfend an die Arbeit der Vorg\u00e4ngerregierung werden wir noch in diesem Herbst den zweiten &#8218;Runden Tisch Neulandhalle&#8216; durchf\u00fchren&#8220;&#8220;, k\u00fcndigte Spoorendonk an.<\/p>\n<p>&#8222;&#8220;Wir freuen uns, dass wir gemeinsam mit dem Land Schleswig-Holstein auf dem Weg zu einer verantwortlichen und gesellschaftlich tragf\u00e4higen Verwendung dieser problematischen Immobilie sind&#8220;&#8220;, erwiderte Propst Dr. Andreas Crystall vom Kirchenkreis Dithmarschen. &#8222;&#8220;Wir sind froh, dass sich die politischen Entscheidungstr\u00e4ger rasch und konsequent ihrer Verantwortung gestellt und die Entwicklungschancen dieses bis heute hochgradig symboltr\u00e4chtigen Geb\u00e4udes in den Blick genommen haben&#8220;&#8220;, so Propst Dr. Crystall weiter. Er bedankte sich f\u00fcr die fr\u00fchzeitige Unterst\u00fctzung durch das Kulturministerium, durch den Bischofsbevollm\u00e4chtigten und durch das IZRG-Team von Professor Dr. Uwe Danker, dem Autor der Studie.<\/p>\n<p>Das Konzept eines historischen Lernortes sieht vor, die Geschichte der in der NS-Zeit ideologisch aufgeladenen Landgewinnung am Beispiel von Adolf-Hitler-Koog und Neulandhalle zum Ausgangspunkt zu machen f\u00fcr eine reflektierte Auseinandersetzung mit NS-Selbstinszenierung, NS-Lebensraumpolitik und NS-Volksgemeinschaft.<\/p>\n<p>Hintergrund<br \/>\nDie 1935 auf dem damaligen &#8222;Adolf-Hitler-Koog&#8220; als Gemeinschafts-, Kult- und Versammlungshaus erbaute Neulandhalle war propagandistischer Bestandteil der Volksgemeinschafts- und Landgewinnungsideologie des Nationalsozialismus und erlangte reichsweite Bedeutung. Seit den 1970er-Jahren ist das Geb\u00e4ude im Besitz des Kirchenkreises, der aus wirtschaftlichen Gr\u00fcnden die Nach-Nutzung als kirchliche Freizeitst\u00e4tte einstellen musste, bislang allerdings die Unterhaltslast f\u00fcr das Geb\u00e4ude tr\u00e4gt. Nach der Beendigung des Herbergsbetrieb hatte der Kirchenkreis eine Ver\u00e4u\u00dferung in private H\u00e4nde ausgeschlossen.<\/p>\n<p>Im Juni 2011 hatte sich der Landtag mit dem Thema besch\u00e4ftigt. Fraktions\u00fcbergreifend war damals Konsens, dass die Neulandhalle k\u00fcnftig ein Ort der Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus sein solle. Ein daraufhin von Kulturminister Dr. Ekkehard Klug eingerichteter &#8222;Runder Tisch Neulandhalle&#8220; gemeinsam mit den Landtagsfraktionen veranlasste den Kirchenkreis Dithmarschen, die Machbarkeitsstudie in Auftrag zu geben. &#8222;&#8220;Architektur, Kunst und propagandistische Verwertung sind ein Beispiel fu\u0308r nationalsozialistische Selbstinszenierung&#8220;&#8220;, hei\u00dft es im Fazit der Studie, die der Propst gemeinsam mit Professor Dr. Danker der Ministerin \u00fcberreichte. Die Realisation des Historischen Lernortes Neulandhalle sei eine gesellschaftliche und geschichtspolitische Aufgabe, hei\u00dft es weiter. Die Studie stellt auch das bundesweite Alleinstellungsmerkmal eines m\u00f6glichen Lernorts Neulandhalle aufgrund seiner Authentizit\u00e4t heraus und r\u00e4umt einer Bezuschussung des Konzepts durch Bundesmittel hohe Chancen ein.<\/p>\n<p>Die Machbarkeitsstudie kann \u00fcber den Kirchenkreis Dithmarschen bezogen werden unter der Tel.: 04832 972-222 oder per Email unter rentamt-dithmarschen@nordelbien.de.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>KIEL. Der Kirchenkreis Dithmarschen hat heute (9. 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