{"id":73184,"date":"2012-09-09T08:00:58","date_gmt":"2012-09-09T06:00:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/?p=73184"},"modified":"2012-09-07T15:51:44","modified_gmt":"2012-09-07T13:51:44","slug":"nabu-300-000-amseln-fielen-usutu-virus-2011-zum-opfer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/nabu-300-000-amseln-fielen-usutu-virus-2011-zum-opfer\/","title":{"rendered":"NABU: 300.000 Amseln fielen Usutu-Virus 2011 zum Opfer"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/2011\/05\/nabu-riesenbanner-zeigt-deutschland-betoniert-sich-zu-alle-zehn-minuten-zerstoren-wir-landschaft-in-der-grose-eines-fusballfeldes\/nabu_logo\/\" rel=\"attachment wp-att-32897\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-32897\" title=\"NABU_Logo\" src=\"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/NABU_Logo.gif\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"95\" \/><\/a>Berlin (ots) &#8211; Vogelexperten des NABU haben erstmals berechnet, wie sich das Usutu-Virus in Deutschland auf den Amselbestand ausgewirkt hat. Zu diesem Zweck wurden Daten seit dem Jahr 2006 aus Deutschlands gr\u00f6\u00dften Vogelz\u00e4hlaktionen &#8222;Stunde der Gartenv\u00f6gel&#8220; und &#8222;Stunde der Winterv\u00f6gel&#8220; ausgewertet. <!--more-->Danach fielen dem Virus im vergangenen Jahr rund 300.000 Amseln zum Opfer. &#8222;Die Zahlen zeigen, dass das Risiko f\u00fcr Amseln in bestimmten Regionen gro\u00df, aber bundesweit nicht bestandsgef\u00e4hrdend ist&#8220;, sagte NABU-Bundesgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Leif Miller. Bei den NABU-Vogelz\u00e4hlaktionen, die j\u00e4hrlich im Januar und Mai stattfinden, gehen jeweils Vogelerfassungen aus mehr als 30.000 G\u00e4rten und Parks ein.<\/p>\n<p>Noch ist unklar, wie sich das Vogelsterben und die Amselbest\u00e4nde in Zukunft entwickeln werden. Allerdings belegen die NABU-Daten erstmalig den negativen Einfluss des Virus auf regionale Amselpopulationen. Das Ausbruchsgebiet hat sich im Sommer 2012 leicht ausgebreitet und umfasst nun die Rheinebene von Freiburg im Breisgau bis K\u00f6ln und das Maintal aufw\u00e4rts bis Frankfurt am Main und Hanau. &#8222;Die Ausbreitung des Virus sollte allerdings kein Grund zur Panik sein. Wir k\u00f6nnen davon auszugehen, dass die Amseln zunehmend resistent gegen den Erreger werden. In den befallenen Regionen sollten \u00e4hnliche Massensterben von Jahr zu Jahr weniger extrem ausfallen&#8220;, so NABU-Vogelexperte Lars Lachmann.<\/p>\n<p>Erstmals ausgebrochen war das tropische Virus im Sommer 2011 am n\u00f6rdlichen Oberrhein im Grenzgebiet von Hessen, Rheinland-Pfalz und Baden-W\u00fcrttemberg. Hier hatte es zu einem regelrechten Massensterben gef\u00fchrt. Nach Berechnungen des NABU ist in den 21 betroffenen Landkreisen der Amselbestand innerhalb eines Jahres um rund ein Drittel im Vergleich zum Mittel der Vorjahre gesunken. In den Landkreisen, in denen das Virus nicht nachgewiesen wurde, ging der Bestand lediglich um zw\u00f6lf Prozent zur\u00fcck. Daraus ergibt sich die Zahl der insgesamt 300.000 am Virus verendeten Amseln.<\/p>\n<p>\u00c4hnlich stellt sich die Situation bei der Winterpopulation im Januar dar: Hier war der R\u00fcckgang der Amseln in den vom Usutu-Virus befallenen Landkreisen um 15 Prozent st\u00e4rker als im Rest Deutschlands. W\u00e4hrend das Virus nach Augenzeugenberichten in manchen Gegenden zwischenzeitlich zum v\u00f6lligen Verschwinden von Amseln gef\u00fchrt hat, ist dies auf Landkreisebene bislang nicht der Fall. Um die weitere Entwicklung des Virus zu beobachten und zu bewerten, ruft der NABU dazu auf, m\u00f6glicherweise am Usutu-Virus erkrankte oder gestorbene Amseln zu melden. Dies ist \u00fcber ein Online-Formular m\u00f6glich auf www.nabu.de\/amselmeldebogen<\/p>\n<p>Frisch tote verd\u00e4chtige V\u00f6gel k\u00f6nnen zudem zur Untersuchung an das Bernhard-Nocht-Institut f\u00fcr Tropenmedizin (BNI) geschickt werden. Das Usutu-Virus stammt urspr\u00fcnglich aus S\u00fcdafrika und trat 2011 zum ersten Mal in Deutschland auf. Infizierte V\u00f6gel wirken apathisch und unkoordiniert und weisen h\u00e4ufig auch kahle Stellen im Kopf- und Halsgefieder auf. Das Virus wird von der heimischen N\u00f6rdlichen Hausm\u00fccke \u00fcbertragen, wie Experten der Kommunalen Aktionsgemeinschaft zur Bek\u00e4mpfung der Schnakenplage (KABS) in Zusammenarbeit mit der Universit\u00e4t Heidelberg und dem Bernhard-Nocht-Institut nachweisen konnten. Das Virus \u00fcberwintert in den M\u00fcckenweibchen und wird nur direkt von ihnen \u00fcbertragen. Es kann weder von Vogel zu Vogel noch vom Vogel zum Menschen \u00fcbertragen werden. Obwohl auch andere Vogelarten mit dem Usutu-Virus infiziert werden, ist es bislang unklar, warum ihm haupts\u00e4chlich Amseln zum Opfer fallen.<\/p>\n<p>Amseln sind mit 13 Prozent die am weitesten verbreitete Vogelart in Deutschland. Nach Sch\u00e4tzungen leben etwa acht bis 16 Millionen Brutpaare in Deutschland, nach der Brutzeit im Sommer etwa 50 bis 60 Millionen Individuen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin (ots) &#8211; Vogelexperten des NABU haben erstmals berechnet, wie sich das Usutu-Virus in Deutschland auf den Amselbestand ausgewirkt hat.<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","footnotes":""},"categories":[9],"tags":[7988,416,1935,7989],"class_list":["post-73184","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-sport-freizeit","tag-300-000-amseln","tag-nabu","tag-opfer","tag-usutu-virus-2011"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/73184","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=73184"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/73184\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":73186,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/73184\/revisions\/73186"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=73184"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=73184"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=73184"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}