{"id":73523,"date":"2012-09-14T08:00:00","date_gmt":"2012-09-14T08:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/2012\/09\/bka-bundeslagebild-organisierte-kriminalitat-2011das-bundeskriminalamt-veroffentlicht-neue-zahlen-fur-deutschland\/"},"modified":"2012-09-14T08:00:00","modified_gmt":"2012-09-14T08:00:00","slug":"bka-bundeslagebild-organisierte-kriminalitat-2011das-bundeskriminalamt-veroffentlicht-neue-zahlen-fur-deutschland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/bka-bundeslagebild-organisierte-kriminalitat-2011das-bundeskriminalamt-veroffentlicht-neue-zahlen-fur-deutschland\/","title":{"rendered":"BKA: Bundeslagebild Organisierte Kriminalit\u00e4t 2011\nDas Bundeskriminalamt ver\u00f6ffentlicht neue Zahlen f\u00fcr Deutschland"},"content":{"rendered":"<p>Wiesbaden (ots) &#8211; Das von der Organisierten Kriminalit\u00e4t (OK)  ausgehende Gefahrenpotenzial in Deutschland ist weiterhin hoch. So  wurden im letzten Jahr 589 Ermittlungsverfahren (2010: 606  Ermittlungsverfahren) gegen die Organisierte Kriminalit\u00e4t  registriert.<!--more--> Die Zahl der davon neu eingeleiteten Verfahren lag wie  schon 2010 bei 318, in den \u00fcbrigen Verfahren wurden bereits laufende  Ermittlungen fortgef\u00fchrt.     Tatverd\u00e4chtige     Insgesamt wurden in den 589 OK-Verfahren 8.413 Tatverd\u00e4chtige  ermittelt, damit knapp 13 Prozent weniger als im Vorjahr. Der Anteil  der deutschen Tatverd\u00e4chtigen lag mit 3.234 Tatverd\u00e4chtigen (2010:  3.515 Tatver-d\u00e4chtige) bei \u00fcber 38 Prozent und bildete damit erneut  den gr\u00f6\u00dften Anteil. Bei den nichtdeutschen Tatverd\u00e4chtigen f\u00fchrten  t\u00fcrkische Staatsangeh\u00f6rige mit 977 Tatverd\u00e4chtigen die Statistik an,  gefolgt von italienischen mit 303, rum\u00e4nischen mit 293 und  libanesischen Staatsangeh\u00f6rigen mit 281 Tatverd\u00e4chtigen.     Schaden     OK-Gruppierungen verursachten 2011 insgesamt einen ermittelten  Schaden von 884 Millionen Euro (2010: 1,65 Milliarden Euro).     Gruppenstrukturen     Wie in den Vorjahren pr\u00e4gten deutsche und t\u00fcrkische OK-Gruppen  ma\u00dfgeblich die Organisierte Kriminalit\u00e4t in Deutschland. Deutsch  dominierte Gruppen stellten mit rund 30 Prozent, 174 Gruppen (2010:  182 Gruppen) weiterhin den gr\u00f6\u00dften Anteil an den OK-Gruppen. Diese  bet\u00e4tigten sich wie in den Vorjahren insbesondere im Rauschgifthandel und -schmuggel. Dar\u00fcber hinaus spielte die Kriminalit\u00e4t im  Zusammenhang mit dem Wirtschaftsleben eine bedeutende Rolle.     Unver\u00e4ndert zum Vorjahr wurden in 57 OK-Verfahren Bez\u00fcge zur  Rockerszene nachgewiesen. 24 dieser Verfahren wurden 2011 neu  eingeleitet, in 33 F\u00e4llen wurden laufende Ermittlungsverfahren  fortgef\u00fchrt.     BKA-Pr\u00e4sident J\u00f6rg Ziercke:     &#8222;Die unver\u00e4ndert hohe Anzahl von OK-Verfahren mit nachgewiesenen  Bez\u00fcgen zur Rockerszene verdeutlicht erneut die enge Verflechtung von kriminellen Rockergruppierungen und Organisierter Kriminalit\u00e4t. 2011  wurde damit wieder in fast jedem zehnten OK-Verfahren eine direkte  Verbindung zu Rockergruppierungen oder zu OK-Gruppierungen mit  Verbindungen zu Rockern festgestellt. Die intensive Bek\u00e4mpfung der  Rockerkriminalit\u00e4t leistet daher auch einen wichtigen Beitrag zur  Bek\u00e4mpfung der Organisierten Kriminalit\u00e4t in Deutschland.&#8220;     An zweiter Stelle stehen die t\u00fcrkisch dominierten Gruppen, hier  wurden 64 Gruppierungen registriert (2010: 75 Gruppierungen). Sie  waren vor allem im Rauschgifthandel und -schmuggel, vorrangig mit  Cannabis und Kokain, aber auch Heroin, aktiv.     Die Anzahl der italienisch dominierten Gruppen blieb mit 29 im  Vergleich zum Vorjahr nahezu konstant (2010: 30 Gruppen). Der  Schwerpunkt ihrer kriminellen Aktivit\u00e4ten lag im Kokainhandel,  gefolgt von F\u00e4llen der F\u00e4lschungskriminalit\u00e4t. Acht Verfahren  richteten sich gegen Angeh\u00f6rige italienischer Mafia-Gruppen, davon  sieben gegen Angeh\u00f6rige der \u00b4Ndrangheta.     BKA-Pr\u00e4sident J\u00f6rg Ziercke: &#8222;Das Bundeskriminalamt hat  Ermittlungen gegen ein in Deutschland wohnhaftes hochrangiges  Mitglied der `Ndrangheta wegen der Zugeh\u00f6rigkeit zu einer  ausl\u00e4ndischen kriminellen Vereinigung gef\u00fchrt. Die Ermittler gewannen dabei zahlreiche Erkenntnisse \u00fcber die innere Struktur der  `Ndrangheta. Im M\u00e4rz 2011 wurde der Hauptbeschuldigte in Deutschland  festgenommen und an Italien ausgeliefert. Die italienische Justiz  verurteilte den Angeklagten wegen Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung nach Art der Mafia zu einer mehrj\u00e4hrigen Haftstrafe. Dies ist ein Erfolg, den wir der vertrauensvollen und engen Zusammenarbeit mit den italienischen Polizei- und Justizbeh\u00f6rden verdanken.&#8220;     Finanzermittlungen     Im Jahr 2011 wurden in 93 Prozent aller OK-Verfahren (547  Verfahren) Finanzermittlungen durchgef\u00fchrt. In knapp 36 Prozent der  Verfahren (209 Verfahren) fanden sich Hinweise auf Geldw\u00e4sche. In  \u00fcber einem Drittel der Verfahren ist es gelungen, kriminell erlangtes Verm\u00f6gen abzusch\u00f6pfen.     Die h\u00f6chsten Sicherungen wurden 2011 in Verfahren der  Wirtschaftskriminalit\u00e4t (circa 54 Millionen Euro) sowie der Steuer-  und Zolldelikte (circa 13 Millionen Euro) durchgef\u00fchrt. Die h\u00f6chste  Einzelsicherung erfolgte in einem Verfahren im Bereich der  Kriminalit\u00e4t im Zusammenhang mit dem Wirtschaftsleben  (Insolvenzdelikte) mit rund 17 Millionen Euro. Insgesamt konnten  Verm\u00f6genswerte in H\u00f6he von 85 Millionen Euro vorl\u00e4ufig gesichert  werden.     Ertr\u00e4ge     Erstmals wurden die im Zuge der Finanzermittlungen festgestellten  und aus der Tat erlangten kriminellen Ertr\u00e4ge der OK-Gruppen erfasst. So registrierten die Ermittler in 289 Verfahren (49 Prozent)  insgesamt 347 Millionen Euro. Dem gegen\u00fcber konnten in 300 Verfahren  (51 Prozent) keine Ertr\u00e4ge festgestellt werden. 50 Prozent der  Gesamtsumme wurde in Verfahren der Wirtschaftskriminalit\u00e4t (rund 172  Millionen Euro), gefolgt von Steuer- und Zolldelikten mit 15 Prozent  (51 Millionen Euro) sowie dem Rauschgifthandel und -schmuggel und der Eigentumskriminalit\u00e4t mit jeweils 12 Prozent (40 Millionen Euro)  illegal erwirtschaftet. H\u00f6chster Einzelbetrag war die Summe von 28  Millionen Euro bei einem Anlagedelikt.     BKA-Pr\u00e4sident J\u00f6rg Ziercke: &#8222;Bei der Organisierten Kriminalit\u00e4t  gibt es keine Entwarnung. Die Zahlen bewegen sich seit Jahren auf  konstant hohem Niveau und zeigen ein Missverh\u00e4ltnis zwischen  verursachten Sch\u00e4den einerseits und den gesicherten Ertr\u00e4gen bei der  Verm\u00f6gensabsch\u00f6pfung andererseits. Die Sicherheitsbeh\u00f6rden brauchen  eine Verbesserung der rechtlichen Rahmenbedingungen, um bei der  Verm\u00f6gensabsch\u00f6pfung effektiver zu werden. Wir wissen: Den T\u00e4tern der Organisierten Kriminalit\u00e4t geht es um Gewinnmaximierung au\u00dferhalb der Legalit\u00e4t und mit allen Mitteln. Unser Ziel bei der OK-Bek\u00e4mpfung  muss es daher sein, die Organisierte Kriminalit\u00e4t unrentabel zu  machen und den T\u00e4tern ihren finanziellen Gewinn &#8211; die Fr\u00fcchte der Tat &#8211; zu entziehen.&#8220;     Kriminalit\u00e4tsbereiche     Nach wie vor ist die Rauschgiftkriminalit\u00e4t das  Hauptbesch\u00e4ftigungsfeld der internationalen OK, in 2011 lag ihr  Anteil bei fast 37 Prozent. Dabei ist der organisierte Drogenhandel  gekennzeichnet durch netzwerkartige Verflechtungen bis hin zu  hierarchisch straff aufgebauten Organisationen.     Die Kriminalit\u00e4t im Zusammenhang mit dem Wirtschaftsleben hielt  mit 87 Verfahren (2010: 88 Verfahren) wie im Vorjahr den zweiten Rang noch vor der Eigentumskriminalit\u00e4t. Umfasste die organisierte  Wirtschaftskriminalit\u00e4t im Jahr 2011 nur einen Anteil von knapp 15  Prozent an den Verfahrenszahlen, produzierte sie dennoch rund 65  Prozent der OK-Sch\u00e4den (576 Millionen Euro von insgesamt 884  Millionen Euro) sowie fast 50 Prozent aller ermittelten Ertr\u00e4ge (rund 172 Millionen Euro). In \u00fcber 80 Prozent der Verfahren agierten die  T\u00e4tergruppen ausschlie\u00dflich in diesem Deliktsbereich und wiesen damit einen hohen Spezialisierungsgrad auf. Auff\u00e4llig hoch war hier der  Anteil der deutsch dominierten OK-Gruppen mit einem neuen H\u00f6chststand von fast 50 Prozent.     Den drittgr\u00f6\u00dften Anteil an den OK-Verfahren hatte mit rund 13  Prozent (77 Verfahren) die Eigentumskriminalit\u00e4t. Im Vordergrund  standen Kfz-Diebst\u00e4hle, dabei wurden vorrangig Fahrzeuge in  Deutschland und\/oder Italien entwendet und nach Polen oder Litauen  gebracht.     Die Bedeutung von Cybercrime bei Ermittlungsverfahren der  Organisierten Kriminalit\u00e4t ist auch 2011 mit 9 Verfahren im Vergleich zu 2010 (4 Verfahren) gestiegen. Im Deliktsfeld Cybercrime waren  \u00fcberwiegend russisch dominierte OK-Gruppen von Bedeutung. In 7 der 9  Verfahren agierten die T\u00e4ter deliktsspezifisch, was f\u00fcr einen hohen  Spezialisierungsgrad spricht.     Mit 13 Verfahren (2010: 7 Verfahren) gab es auch eine Steigerung  bei der Zahlungskartenkriminalit\u00e4t. Sie wurde \u00fcberwiegend von  rum\u00e4nischen OK-Gruppen dominiert.     Weitere Einzelheiten finden Sie im Bundeslagebild Organisierte  Kriminalit\u00e4t 2011 auf der BKA-Homepage auf www.bka.de unter &#8222;Berichte und Statistiken \/ Kriminalit\u00e4tslage&#8220;.     R\u00fcckfragen bitte an:  Bundeskriminalamt Pressestelle   Telefon: 0611-551 3083 Fax: 0611-551 2323 www.bka.de<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.presseportal.de\/polizeipresse\/pm\/7\/2325241\/bka-bundeslagebild-organisierte-kriminalitaet-2011-das-bundeskriminalamt-veroeffentlicht-neue\/api\" target=\"_blank\">presseportal.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wiesbaden (ots) &#8211; Das von der Organisierten Kriminalit\u00e4t (OK) ausgehende Gefahrenpotenzial in Deutschland ist weiterhin hoch. 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