{"id":7394,"date":"2008-11-06T13:25:05","date_gmt":"2008-11-06T13:25:05","guid":{"rendered":"http:\/\/testserver\/wordpress\/?p=7294"},"modified":"2008-11-06T13:25:05","modified_gmt":"2008-11-06T13:25:05","slug":"lbeck_als_fluchtpunkt_und_schwierige_neue_heimat","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/lbeck_als_fluchtpunkt_und_schwierige_neue_heimat\/","title":{"rendered":"L\u00fcbeck als Fluchtpunkt und schwierige neue Heimat"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" title=\"HLLogo\" src=\"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/images\/topics\/HLLogo.jpg\" alt=\"HLLogo\" \/><br \/>\nZeit des Erinnerns: Vortrag und Buchvorstellung von K. Meyer-Rebentisch im Burgkloster<br \/>\nDie Erfahrungen von Fl\u00fcchtlingen und Vertriebenen in L\u00fcbeck steht im Mittelpunkt eines interessanten Vortrags, der am Mittwoch, 12. November 2008, 19.30 Uhr, im L\u00fcbecker Kulturforum Burgkloster stattfindet.<br \/>\n<!--more-->Die Kulturwissenschaftlerin Dr. Karen Meyer-Rebentisch stellt dem interessierten Publikum ihre soeben ver\u00f6ffentlichte Dissertation mit dem Titel &#8222;In L\u00fcbeck angekommen &#8211; Erfahrungen von Fl\u00fcchtlingen und Vertriebenen&#8220; vor.<br \/>\nEs handelt sich um eine Gemeinschaftsveranstaltung des Kulturforums und des Archivs der Hansestadt L\u00fcbeck. Sie geh\u00f6rt zur Reihe &#8222;Zeit des Erinnerns f\u00fcr die Zukunft&#8220;. Der Eintritt betr\u00e4gt f\u00fcnf (erm\u00e4\u00dfigt 2,50) Euro.<br \/>\nZum Inhalt: &#8222;Wir appellieren erneut an die einheimische Bev\u00f6lkerung, dass sie uns Fl\u00fcchtlinge nicht wie ungeladene, l\u00e4stige G\u00e4ste verw\u00fcnscht, sondern vielmehr in uns gleichberechtigte deutsche Br\u00fcder und Schwestern sieht &#8230;&#8220;. Mit h\u00f6rbarer Verbitterung wiesen Vertriebene in Norddeutschland 1948 auf ihr schlechtes Verh\u00e4ltnis zu alteingesessenen Bev\u00f6lkerung hin. Der Wunsch nach Gleichberechtigung und Anerkennung in der neuen Heimat blieb lange ein frommer Wunsch. Wie sah es damit in L\u00fcbeck aus? Erlebten die aus dem Osten vertriebenen Menschen auch hier ein Dasein als &#8222;ungeliebte Br\u00fcder und Schwestern&#8220;, wie G\u00fcnter Grass r\u00fcckblickend ihre Situation charakterisiert hat?<br \/>\nEin gro\u00dfer Teil der L\u00fcbecker Bev\u00f6lkerung stammt von Fl\u00fcchtlingen und Heimatvertriebenen ab, die nach dem Zweiten Weltkrieg hier ein neues Zuhause gefunden haben. Die Kulturhistorikerin Karen Meyer-Rebentisch hat das Gespr\u00e4ch mit Zeitzeugen gesucht und die Erfahrungen dieser Menschen bei Flucht und Vertreibung und beim Neuanfang in L\u00fcbeck erforscht. In ihrer gerade in der Ver\u00f6ffentlichungsreihe des Archivs der Hansestadt erschienenen Dissertation zeichnet sie anschaulich und pr\u00e4gnant die Lebenswege der Betroffenen nach und erl\u00e4utert die Bedeutung dieses Bev\u00f6lkerungszuwachses f\u00fcr L\u00fcbeck, die bis in die Gegenwart hinein reicht. Bereits 2005 wurde im Kulturforum Burgkloster die ebenfalls von Frau Meyer-Rebentisch erarbeitete Ausstellung &#8222;Angekommen &#8211; Fl\u00fcchtlinge und Heimatvertriebene in L\u00fcbeck&#8220; gezeigt, die ein gro\u00dfes Publikumsinteresse fand.<br \/>\nMeyer-Rebentisch, 1963 in Neuss geboren, hat in T\u00fcbingen Empirische Kulturwissenschaft und Allgemeine Rhetorik studiert. Nach einer Zwischenstation in Berlin, wo sie in Museen und bei Ausstellungsprojekten mitarbeitete, lebt sie seit 1993 in L\u00fcbeck und ist hier als Journalistin, Sachbuchautorin und freischaffende Ausstellungsmacherin t\u00e4tig. Nach Ausstellungen im Kulturforum Burgkloster (&#8222;Angekommen &#8211; Fl\u00fcchtlinge und Heimatvertriebene in L\u00fcbeck&#8220;, 2005-2006) und in der Geschichtswerkstatt Herrenwyk bereitet sie derzeit die f\u00fcr 2009-2010 im Burgkloster geplante Ausstellung &#8222;Grenzerfahrungen&#8220; zum 20. Jahrestag des Mauerfalls und der Deutschen Einheit vor.<br \/>\nDass sie L\u00fcbeck f\u00fcr ihre Untersuchung gew\u00e4hlt hat, macht Sinn: Die Stadt wurde nach 1945 zu einem Hauptauffangbecken f\u00fcr die aus dem Osten vertriebenen Menschen. Wie wurden Flucht, Vertreibung und Neuanfang von den Betroffenen erlebt und bew\u00e4ltigt? Was bedeutete der fast explosionsartige Bev\u00f6lkerungszuwachs f\u00fcr L\u00fcbecks Wirtschaft und das soziale und politische Milieu der Stadt? Das Bewusstsein vom baldigen &#8222;Wegsterben&#8220; der Zeugengeneration war f\u00fcr Karen Meyer-Rebentisch der Anlass, sich mit der &#8222;Nach&#8220; &#8211; Geschichte von Flucht und Aufnahme der Vertriebenen in L\u00fcbeck zu besch\u00e4ftigen und zwar ausgerichtet auf einen Zeitraum von mehr als 50 Jahren, also bis in die unmittelbare Gegenwart. Dazu hat sie auch die Kinder- und Kindeskinder von nach L\u00fcbeck zugezogenen Fl\u00fcchtlingen und Vertriebenen interviewt. <br \/>\nG\u00fcnter Grass hat zu Recht betont, dass in der zweiten und dritten Generation nach der Vertreibung das Thema wieder an Wichtigkeit gewinnt: &#8222;Es wabert in den Familien (der Vertriebenen), die eigene Geschichte wird wieder interessanter. &#8230; Vor allem aber muss besser informiert werden \u00fcber diesen Abschnitt der europ\u00e4ischen Geschichte, der in Krieg und Vertreibung gipfelte.&#8220;<br \/>\n* Karen Meyer-Rebentisch: In L\u00fcbeck angekommen. Erfahrungen von Fl\u00fcchtlingen und Heimatvertriebenen. L\u00fcbeck 2008 (Ver\u00f6ffentlichungen zur Geschichte der Hansestadt L\u00fcbeck. Hrsg. vom Archiv der Hansestadt L\u00fcbeck Reihe B Bd. 47). 513 Seiten, Hardcover Leineneinband. Erschienen im Schmidt-R\u00f6mhild-Verlag, L\u00fcbeck. 25,80 Euro. Erh\u00e4ltlich in jedem Buchladen und beim Verlag.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zeit des Erinnerns: Vortrag und Buchvorstellung von K. 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