{"id":74113,"date":"2012-10-05T22:32:21","date_gmt":"2012-10-05T20:32:21","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/?p=74113"},"modified":"2012-10-05T22:32:21","modified_gmt":"2012-10-05T20:32:21","slug":"mob-sturmt-hauser-von-christen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/mob-sturmt-hauser-von-christen\/","title":{"rendered":"Mob st\u00fcrmt H\u00e4user von Christen"},"content":{"rendered":"<p>Christen verjagt und ausgesto\u00dfen \u2013 Polizei h\u00e4lt sich zur\u00fcck &#8211; (KELKHEIM, 5. Oktober 2012) \u2013 Gleich zweimal griffen im vergangenen Monat radikale Hindus eine christliche Siedlung in Bhanpuri an, einem entlegenen Dorf im Bundesstaat Chhattisgarh. Nach Angaben eines Augenzeugen verpr\u00fcgelten sie die Christen, zwangen sie zur Teilnahme an hinduistischen Anbetungsritualen und besch\u00e4digten mehrere Privath\u00e4user.<!--more--><strong>Gottesdienst gest\u00fcrmt<\/strong><\/p>\n<p>Die kleine Gemeinschaft hatte sich gerade zum Gottesdienst im Haus von Daminbai Sahu getroffen, der erst k\u00fcrzlich zum christlichen Glauben gekommen war. Pl\u00f6tzlich st\u00fcrmte eine Gruppe von Dorfbewohnern in das Haus und schlug auf mehrere der Anwesenden ein. Unter ihnen befand sich auch der Pastor der Philadelphia Fellowship namens &#8222;Dada&#8220;. Die Angreifer beschuldigten ihn, Hindus gewaltsam zum \u00dcbertritt zum Christentum bekehrt zu haben und schleiften ihn aus dem Haus. Unter den Augen einer rasch anwachsenden Menschenmenge jagten die Extremisten den Pastor davon und drohten ihn zu t\u00f6ten, sollte er noch einmal zur\u00fcckkehren. Reverend Sandeep Claudius von der Church of God schilderte, dass die Angreifer bis sp\u00e4t in die Nacht hinein Christen dazu zwangen, ihren Glauben zu verleugnen.<\/p>\n<p><strong>Zweiter Angriff<\/strong><\/p>\n<p>Am folgenden Abend st\u00fcrmte ein Mob von etwa 600 Hindu-Extremisten erneut die H\u00e4user von f\u00fcnf christlichen Familien, die sich zu der Philadelphia Fellowship halten. Sie wurden als &#8220; Ungl\u00e4ubige&#8220; beschimpft und ebenfalls der Zwangsbekehrung von Hindus zum Christentum beschuldigt. Die Angreifer zerst\u00f6rten T\u00fcren, besch\u00e4digten Haushaltsgegenst\u00e4nde und die H\u00e4user, wie Augenzeugen berichteten. Reverend Claudius schilderte, wie die Christen gezwungen wurden, sich vor Hindu-G\u00f6tzen zu verneigen und Hindu-Ges\u00e4nge anzustimmen.<\/p>\n<p><strong>&#8222;Wir bleiben treu!&#8220;<\/strong><\/p>\n<p>&#8222;Wir werden Christus nicht aufgeben, selbst wenn es unser Leben kostet, denn er hat unsere S\u00fcnden vergeben und uns neues Leben geschenkt!&#8220;, erkl\u00e4rte Deherram Sahu, eines der Opfer, gegen\u00fcber Open Doors News. Die Extremisten jagten ihn und Angeh\u00f6rige drei weiterer christlicher Familien um ein Uhr morgens hinaus in den Monsunregen. Im zw\u00f6lf Kilometer entfernten Balod fanden sie schlie\u00dflich Zuflucht bei anderen Christen.<\/p>\n<p>Zur\u00fcck blieben unter anderem \u00e4ltere Christen und Kinder, die ihre H\u00e4user nicht verlassen konnten. Man verbot ihnen, Wasser aus dem Dorfbrunnen zu sch\u00f6pfen. Als radikale Hindus erfuhren, dass die Christen Regenwasser gesammelt hatten, kamen sie und warfen die Beh\u00e4lter um.<\/p>\n<p><strong>Polizei reagiert z\u00f6gerlich<\/strong><\/p>\n<p>Erst nach einigen Tagen konnte Gemeindeleiter aus der Region die zur\u00fcckgebliebenen Christen retten. Die verst\u00e4ndigten Polizeibeamten weigerten sich jedoch zun\u00e4chst, der Beschwerde der Christen nachzugehen: &#8222;Sie haben uns geraten, nach Hause zu gehen und die Hindu-G\u00f6tter anzubeten&#8220;, berichtet Philip. Erst nach fortgesetztem Einsatz mehrerer Kirchenleiter erkl\u00e4rten sich die Beamten bereit, eine offizielle Beschwerde der vier vertriebenen Gemeindemitglieder aufzunehmen. Bislang ist es jedoch noch zu keinen weiteren Ermittlungen gekommen.<\/p>\n<p><strong>Jahrelange Drangsalierung<\/strong><\/p>\n<p>Seitdem sich im Jahr 2006 die ersten Dorfbewohner entschieden haben, Jesus nachzufolgen, schl\u00e4gt ihnen die Ablehnung der Dorfgemeinschaft entgegen. Reverend Philip schildert den Alltag der Christen: &#8222;Ihnen wurde verboten, im Dorf etwas zu kaufen oder zu verkaufen oder Wasser aus dem Dorfbrunnen zu sch\u00f6pfen. Sie werden behandelt wie Auss\u00e4tzige. Man hat ihnen nicht einmal erlaubt, auf der Hauptstra\u00dfe entlang zu gehen, weil die Extremisten bef\u00fcrchten, die Stra\u00dfe w\u00fcrde durch ihren Glauben verunreinigt.&#8220;<\/p>\n<p><strong>Offiziell herrscht Religionsfreiheit<\/strong><\/p>\n<p>In Indien kommt es regelm\u00e4\u00dfig zu \u00dcbergriffen gegen Pastoren und Gemeindeversammlungen \u2013 besonders in l\u00e4ndlichen Gebieten. Allein f\u00fcr das Jahr 2011 wurden im Rahmen der Nachforschungen zum Weltverfolgungsindex von Open Doors \u00fcber 100 gewaltsame \u00dcbergriffe gegen Christen dokumentiert. Indien rangiert auf dem Index an Position 32. Die Verfassung des riesigen Landes garantiert seinen 1,2 Milliarden Einwohnern Religionsfreiheit, doch in f\u00fcnf der 28 Bundesstaaten gilt &#8222;Zwangsbekehrung&#8220; offiziell als Straftat. Christen in diesen Staaten \u2013 darunter auch Chhattisgarh \u2013 werden h\u00e4ufig mit dem Vorwurf konfrontiert, gegen diese Vorschrift zu versto\u00dfen. Ein kleiner Hoffnungsschimmer zeigte sich jedoch k\u00fcrzlich im kleinen Bundesstaat Himachal Pradesh. Trotz einer grunds\u00e4tzlichen Best\u00e4tigung des dortigen Gesetzes gegen &#8222;Zwangsbekehrungen&#8220; kippte das zust\u00e4ndige Gremium einen Zusatz aus dem Jahr 2006. Darin wird als Voraussetzung f\u00fcr einen Religionswechsel zur Auflage gemacht, diese Absicht 30 Tage im Voraus offiziell anzumelden. Das Gericht begr\u00fcndete seinen Beschluss so: &#8222;Jede Person hat das Recht auf ein freies Gewissen, das Recht auf Glauben, das Recht den Glauben zu wechseln und auch das Recht, den eigenen Glauben geheim zu halten.&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Christen verjagt und ausgesto\u00dfen \u2013 Polizei h\u00e4lt sich zur\u00fcck &#8211; (KELKHEIM, 5. 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