{"id":74379,"date":"2012-10-17T12:00:02","date_gmt":"2012-10-17T12:00:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/2012\/10\/bka-bundeslagebild-menschenhandel-2011-bundeskriminalamt-veroffentlicht-aktuelle-zahlen-fur-deutschland\/"},"modified":"2012-10-17T12:00:02","modified_gmt":"2012-10-17T12:00:02","slug":"bka-bundeslagebild-menschenhandel-2011-bundeskriminalamt-veroffentlicht-aktuelle-zahlen-fur-deutschland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/bka-bundeslagebild-menschenhandel-2011-bundeskriminalamt-veroffentlicht-aktuelle-zahlen-fur-deutschland\/","title":{"rendered":"BKA: Bundeslagebild Menschenhandel 2011 &#8211; Bundeskriminalamt ver\u00f6ffentlicht aktuelle Zahlen f\u00fcr Deutschland"},"content":{"rendered":"<p>Wiesbaden (ots) &#8211; Im Jahr 2011 wurden in Deutschland 482  Ermittlungsverfahren wegen Menschenhandels zum Zweck der sexuellen  Ausbeutung abgeschlossen. Dies bedeutet im Vergleich zum Vorjahr  einen Anstieg um knapp drei Prozent (2010: 470).<!--more-->     Die Zahl der wegen Verdachts des Menschenhandels registrierten  Tatverd\u00e4chtigen betrug 753 und damit auch etwa drei Prozent mehr als  im Vorjahr (2010: 730). Bei den Tatverd\u00e4chtigen dominierten mit einem Anteil von 28 Prozent erneut deutsche Staatsangeh\u00f6rige. Den gr\u00f6\u00dften  Anteil bei den ausl\u00e4ndischen Tatverd\u00e4chtigen stellten rum\u00e4nische,  bulgarische und t\u00fcrkische Staatsangeh\u00f6rige.     Die Anzahl der Opfer ist mit 640 um knapp f\u00fcnf Prozent gegen\u00fcber  dem Vorjahr (2010: 610) gestiegen. Entsprechend der Entwicklung in  den vergangenen Jahren stammte auch 2011 der Gro\u00dfteil der Opfer (88  Prozent) aus dem europ\u00e4ischen Raum. Dabei dominierten erneut  rum\u00e4nische (165 Opfer) und bulgarische (98 Opfer) Staatsangeh\u00f6rige.  Deutsche Opfer machten erstmals seit mehreren Jahren nicht den  gr\u00f6\u00dften Anteil aus, obwohl ihre Zahl gegen\u00fcber dem Vorjahr von 121  auf 139 gestiegen ist. Rund 14 Prozent aller Opfer waren  minderj\u00e4hrig.     27 Prozent aller 2011 ermittelten Menschenhandelsopfer gaben an,  mit der Aufnahme der Prostitutionsaus\u00fcbung einverstanden gewesen zu  sein. Dies entspricht einem deutlichen R\u00fcckgang gegen\u00fcber dem Vorjahr 2010 (36 Prozent). Weitere 39 Prozent wurden unter T\u00e4uschung zur  Prostitutionsaus\u00fcbung verleitet, acht Prozent der Opfer unter  professioneller Legende, zum Beispiel durch angebliche Model- und  K\u00fcnstleragenturen oder \u00fcber Inserate in Zeitungen, angeworben. Der  Anteil der Opfer, die unter Gewaltanwendung zur Prostitutionsaus\u00fcbung gezwungen wurden, ist mit 18 Prozent gegen\u00fcber dem Vorjahr (11  Prozent) angestiegen.     Nachdem die Zahl der Ermittlungsverfahren wegen Menschenhandels  zum Zweck der sexuellen Ausbeutung von 2009 auf 2010 um 12 Prozent  zur\u00fcckging, ist in 2011 wieder ein Anstieg zu verzeichnen. Es ist  jedoch nach wie vor von einem erheblichen Dunkelfeld auszugehen, da  sich der Menschenhandel vor allem durch komplexe und nur schwer zu  ermittelnde Tatstrukturen auszeichnet.     Die Aussagen von Opfern sind vielfach unentbehrlich, um  erfolgreich Strafverfolgungsma\u00dfnahmen durchf\u00fchren zu k\u00f6nnen. Da  Prostituierte auf Nachfrage gegen\u00fcber der Polizei h\u00e4ufig best\u00e4tigen,  ihrer T\u00e4tigkeit freiwillig nachzugehen, bleibt die Drohkulisse, die  im Hintergrund von den T\u00e4tern aufgebaut wird, oft unentdeckt. Es  besteht wenig Bereitschaft, mit der Polizei und den Beratungsstellen  zu kooperieren. Dies f\u00fchrt sogar so weit, dass anf\u00e4nglich gewonnene  Zeugenaussagen oftmals wieder zur\u00fcckgezogen werden.     Im Bereich Menschenhandel zum Zweck der Ausbeutung der  Arbeitskraft wurden im vergangenen Jahr insgesamt 13  Ermittlungsverfahren abgeschlossen. Dies entspricht einem deutlichen  R\u00fcckgang von 46 Prozent gegen\u00fcber dem Vorjahr.     Insgesamt wurden 25 Tatverd\u00e4chtige &#8211; und damit knapp 32 Prozent  weniger als im Vorjahr &#8211; registriert. Wie im Bereich des  Menschenhandels zum Zweck der sexuellen Ausbeutung konnten pro  Ermittlungsverfahren durchschnittlich zwei Tatverd\u00e4chtige ermittelt  werden. Der Gro\u00dfteil davon &#8211; elf Tatverd\u00e4chtige &#8211; waren deutsche  Staatsangeh\u00f6rige.     Im Jahr 2011 wurden 32 Opfer des Menschenhandels zum Zweck der  Ausbeutung der Arbeitskraft ermittelt, rund 22 Prozent weniger als im Vorjahr. Der \u00fcberwiegende Teil der Opfer stammte aus Polen und  Rum\u00e4nien.     Die Anwerbung der Opfer verlief in der Regel mit deren  Einverst\u00e4ndnis, nur bei sechs Opfern f\u00fchrten T\u00e4uschung oder die  Anwendung von Gewalt zur Aus\u00fcbung von T\u00e4tigkeiten.     Die r\u00fcckl\u00e4ufige Entwicklung der Zahlen im Jahr 2011 ist vor allem  auf ein Gro\u00dfverfahren des Landeskriminalamtes Niedersachsen  zur\u00fcckzuf\u00fchren, was einen deutlichen Anstieg der Anzahl der  Ermittlungen im Jahr 2010 zur Folge hatte. 2011 befanden sich die  Zahlen wieder auf dem Niveau vom Jahr 2009.     Menschenhandel zum Zweck der Ausbeutung der Arbeitskraft ist in  Deutschland noch immer eines der Kriminalit\u00e4tsph\u00e4nomene, welches  unter anderem durch eine hohe Dunkelziffer gekennzeichnet ist. Dies  erkl\u00e4rt sich insbesondere durch die bestehende Abh\u00e4ngigkeit der Opfer von den T\u00e4tern, die die Opfer in ihrer Kooperationsbereitschaft mit  den Strafverfolgungsbeh\u00f6rden einschr\u00e4nkt. Zwang und Ausbeutung sind  wesentliche Elemente dieser Straftat und zun\u00e4chst meist nicht  sichtbar. F\u00fcr die Betroffenen &#8211; die Opfer des Menschenhandels &#8211; ist  die ausbeuterische Arbeit in vielen F\u00e4llen die einzige M\u00f6glichkeit,  ihre Familien in den Herkunftsstaaten zu ern\u00e4hren. Deshalb sind sie  h\u00e4ufig bereit, auch widrigste Arbeitsbedingungen hinzunehmen, die  nicht selten mit hohen Schulden, Angst vor Repressalien und Gewalt  gegen sich selbst und die Angeh\u00f6rigen verbunden sind.     BKA-Pr\u00e4sident J\u00f6rg Ziercke: &#8222;Der Menschenhandel insgesamt stellt  weiterhin ein massives Problem dar und bedarf auch k\u00fcnftig einer  konsequenten Aufkl\u00e4rung durch die Strafverfolgungsbeh\u00f6rden. Es geht  hierbei um Opferschutz und die Zerschlagung internationaler  T\u00e4terstrukturen. Auch wenn im vergangenen Jahr zahlreiche  Ermittlungsverfahren auf der Grundlage von Strafanzeigen initiiert  wurden, sind polizeiliche Kontrollma\u00dfnahmen sowohl f\u00fcr die  Identifizierung von Opfern als auch f\u00fcr die notwendige Aufhellung des immer noch erheblichen Dunkelfeldes von grundlegender Bedeutung. Nur  wenn es gelingt, das Vertrauen der Opfer zu gewinnen, sie zur  Kooperation mit den Strafverfolgungsbeh\u00f6rden zu bewegen und  professionell zu betreuen, k\u00f6nnen Menschenh\u00e4ndlerringe ermittelt und  die T\u00e4ter zur Verantwortung gezogen werden.&#8220;     Weitere Einzelheiten finden Sie auf der Homepage des BKA unter  www.bka.de unter Themen A &#8211; Z \/ Menschenhandel.     R\u00fcckfragen bitte an:  Bundeskriminalamt Pressestelle   Telefon: 0611-551 3083 Fax: 0611-551 2323 www.bka.de<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.presseportal.de\/polizeipresse\/pm\/7\/2345212\/bka-bundeslagebild-menschenhandel-2011-bundeskriminalamt-veroeffentlicht-aktuelle-zahlen-fuer\/api\" target=\"_blank\">presseportal.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wiesbaden (ots) &#8211; Im Jahr 2011 wurden in Deutschland 482 Ermittlungsverfahren wegen Menschenhandels zum Zweck der sexuellen Ausbeutung abgeschlossen. 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