{"id":7585,"date":"2008-12-15T18:04:26","date_gmt":"2008-12-15T18:04:26","guid":{"rendered":"http:\/\/testserver\/wordpress\/?p=7485"},"modified":"2008-12-15T18:04:26","modified_gmt":"2008-12-15T18:04:26","slug":"fisch_in_teufels_kche_wwfbericht_deckt_den_zerstrerischen_hintergrund_beliebter_fischgerichte_auf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/fisch_in_teufels_kche_wwfbericht_deckt_den_zerstrerischen_hintergrund_beliebter_fischgerichte_auf\/","title":{"rendered":"Fisch in Teufels K\u00fcche. WWF-Bericht deckt den zerst\u00f6rerischen Hintergrund beliebter Fischgerichte auf."},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" title=\"WWF-Logo\" src=\"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/images\/topics\/WWF-Logo.gif\" alt=\"WWF-Logo\" \/><br \/>\nRotbarsch mit Korallenp\u00fcree, Kahlschlag-Shrimps, Seezunge mit Schollenm\u00fcll, &#8222;Die letzten ihrer Art&#8220; oder Armuts-Paella &#8211; so m\u00fcssten typische Fischgerichte benannt werden, wenn man die \u00f6kologischen Kosten der Fischerei schon am Namen erkennen wollte. Dies geht aus dem heute ver\u00f6ffentlichten WWF-Bericht &#8222;Fisch in Teufels K\u00fcche&#8220; hervor. &#8222;Viele Fischereien pl\u00fcndern und zerst\u00f6ren die Meere. Unser Bericht zeigt, was auf dem Teller nicht sichtbar ist&#8220;, so WWF-Expertin Heike Vesper.<br \/>\n<!--more-->16,4 Kilogramm Fisch genie\u00dft jeder Deutsche im Jahr. Doch l\u00e4ngst nicht jeder Fisch wird umweltvertr\u00e4glich gefangen. Weltweit gelten mehr als drei Viertel der Best\u00e4nde als bis an ihre Grenzen ausgebeutet oder \u00fcberfischt. Der WWF fordert die Verbraucher auf, beim Weihnachtseinkauf bevorzugt Fisch mit dem blauen \u00d6kosiegel des &#8222;Marine Stewardship Council&#8220; (MSC) zu kaufen. \u00dcber 300 Produkte mit dem MSC-Siegel sind bereits erh\u00e4ltlich.<br \/>\nVerbraucher sollten laut WWF zum Beispiel auf Rotbarsch verzichten, dessen Bestand stark bedroht ist. Beim Fang dieses Tiefseefisches werden zudem Jahrtausende alte Kaltwasserkorallen zerst\u00f6rt. Tonnenschwere Grundschleppnetze zermalmen den wertvollen Lebensraum zu &#8222;Korallenp\u00fcree&#8220;. Der WWF fordert, die Tiefsee-Fischerei komplett einzustellen.<br \/>\nEine schlechte \u00d6ko-Bilanz haben auch tropische Shrimps. F\u00fcr die Zuchtanlagen von &#8222;Kahlschlag-Shrimps&#8220; wurden an der s\u00fcdamerikanischen Pazifikk\u00fcste hunderte Kilometer Mangrovenw\u00e4lder abgeholzt. Beim Fang auf Jungtiere, mit denen die Aquakultur best\u00fcckt wird, gehen pro Krabbe etwa einhundert weitere Fische in die engmaschigen Netze. Keine andere Fischerei produziert mehr Beifang.<br \/>\nAuch in der Nordsee sind die Nebenwirkungen der Fischerei enorm. &#8222;Wer Scholle, Seezunge oder Krabben isst, muss sich klar sein, dass in den Netzen ein Vielfaches an anderen Meerestieren verendet&#8220;, erl\u00e4utert WWF-Expertin Vesper. So gehen zum Beispiel pro Kilo Seezunge auf dem Teller bis zu sechs Kilo Babyschollen wie M\u00fcll wieder \u00fcber Bord. Und der arg dezimierte Kabeljaubestand leidet nicht nur unter den seit Jahren zu hohen Fangquoten der EU. Zus\u00e4tzlich wird fast die H\u00e4lfte der Kabeljaumenge, die den Trawlern ins Netz geht, wieder weggeschmissen.<br \/>\nDer Dornhai steht am Rand des Aussterbens. Ein Grund ist der Konsum von Schillerlocken, die aus dem kleinen Hai gewonnen werden. Die Fangmenge in der Nordsee ist aufgrund der massiven Ausbeutung seit Ende 1970er Jahre um 96 Prozent zur\u00fcckgegangen. \u00c4hnlich dramatische Folgen hat die Pl\u00fcnderung des Europ\u00e4ischen Aals. &#8222;Wer heute Aal oder Dornhai kauft, vergreift sich an den letzten ihrer Art&#8220;, so Vesper.<br \/>\n85 Prozent des in Deutschland verzehrten Fisches wird importiert. Auf einer &#8222;Armuts-Paella&#8220; finden sich typische Importfische wie Tunfisch, Tintenfisch, Sardine oder Makrele. Sie stammen beispielsweise aus westafrikanischen Gew\u00e4ssern, wo die Fangflotten der Industriestaaten die Meere auf Kosten der einheimischen Bev\u00f6lkerung ausbeuten. &#8222;Unser Hunger nach Fisch nimmt den Armen die wichtigste Nahrungsquelle&#8220;, kritisiert die WWF-Expertin.<br \/>\n&#8222;Wir sind noch weit von einer L\u00f6sung der Fischerei- und Umweltkrise in unseren Meeren entfernt&#8220;, bilanziert Heike Vesper. Als wichtigste Gr\u00fcnde f\u00fcr die Missst\u00e4nde nennt sie fehlende Kontrollen, zu hohe Fangquoten, zerst\u00f6rerische Fangger\u00e4te und fehlende Schutzgebiete.<br \/>\nEnde dieser Woche entscheiden die EU-Fischereiminister in Br\u00fcssel \u00fcber die Fangquoten in der Nordsee und im Nordostatlantik. Dabei k\u00f6nnte erstmals beschlossen werden, dass Trawler marktf\u00e4higen Fisch aus der Nordsee nicht mehr \u00fcber Bord werfen d\u00fcrfen, um sie durch profitablere F\u00e4nge zu ersetzen. Das w\u00e4re laut WWF ein erster Schritt, um die skandal\u00f6se Verschwendung in der Nordsee einzud\u00e4mmen. Ziel m\u00fcsse aber ein umfassendes R\u00fcckwurf-Verbot f\u00fcr alle EU-Gew\u00e4sser sein, so die Umweltsch\u00fctzer.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Rotbarsch mit Korallenp\u00fcree, Kahlschlag-Shrimps, Seezunge mit Schollenm\u00fcll, &#8222;Die letzten ihrer Art&#8220; oder Armuts-Paella &#8211; so m\u00fcssten typische Fischgerichte benannt werden,<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","footnotes":""},"categories":[9],"tags":[],"class_list":["post-7585","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-sport-freizeit"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7585","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7585"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7585\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7585"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7585"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7585"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}