{"id":80517,"date":"2013-02-15T22:40:04","date_gmt":"2013-02-15T21:40:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/?p=80517"},"modified":"2013-02-15T22:40:04","modified_gmt":"2013-02-15T21:40:04","slug":"folterknecht-roboterratte-qualt-artgenossen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/folterknecht-roboterratte-qualt-artgenossen\/","title":{"rendered":"Folterknecht: Roboterratte qu\u00e4lt Artgenossen"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" title=\"Roboterratte: die ''WR-3'' bei einem Laboreinsatz (Foto: Waseda University)\" src=\"http:\/\/www.pressetext.com\/news\/lowres\/\/20130215001\" alt=\"Roboterratte: die ''WR-3'' bei einem Laboreinsatz (Foto: Waseda University)\" width=\"300\" height=\"198\" \/>Laborversuche sollen Behandlungsmodelle bei Menschen verbessern &#8211; Roboterratte: die &#8220;WR-3&#8220; bei einem Laboreinsatz (Foto: Waseda University) &#8211; Tokio (pte001\/15.02.2013\/06:00) &#8211; Als ob das Leben f\u00fcr Laborratten nicht ohnehin schon schlimm genug w\u00e4re: Forscher der Waseda University <a href=\"http:\/\/www.waseda.jp\" rel=\"external\" target=\"_blank\">http:\/\/www.waseda.jp<\/a> in Tokio haben eine neuartige Roboterversion der f\u00fcr verschiedenste Experimente eingesetzten Nagetiere entwickelt, die den einzigen Zweck verfolgt, diese in noch schwerere Stress- und Angstzust\u00e4nde zu versetzen. <!--more-->Die &#8222;WR-3&#8220;, so der Name des aktuellen Prototyps, ist dabei darauf programmiert, ihren echten Artgenossen mittels physischer Attacken derart zuzusetzen, dass diese in eine tiefe Depression verfallen. Durch dieses Vorgehen erhoffen sich die Forscher, effektivere psychologische Behandlungsmodelle zu entwickeln, die letztendlich auch entsprechende Ans\u00e4tze in der Humanmedizin verbessern sollen.<\/p>\n<p>&#8222;In der Medizin werden Tiere oft dazu eingesetzt, um verschiedene Behandlungsmethoden f\u00fcr menschliche Krankheiten &#8211; dazu geh\u00f6ren auch geistige St\u00f6rungen wie etwa Depressionen &#8211; zu erproben&#8220;, zitiert der NewScientist den zust\u00e4ndigen Projektleiter Hiroyuki Ishii. Die g\u00e4ngige Methode, um Ratten und M\u00e4use in starke Depressionszust\u00e4nde zu versetzen, sei die Beeintr\u00e4chtigung ihres Geruchssinns oder wenn sie dazu gezwungen werden, lange Zeitr\u00e4ume in Wasser zu schwimmen, schildert der Experte. &#8222;Keine dieser Methoden ist wirklich zufriedenstellend, wenn es darum geht, eine Depression zu erzeugen, wie sie auch bei Menschen besteht&#8220;, betont Ishii. Mit der WR-3 soll sich das nun grundlegend \u00e4ndern.<\/p>\n<p>Grausame Experimente<\/p>\n<p>Im Rahmen der Umsetzung ihrer Versuchsreihe haben der japanische Wissenschaftler und sein Team die Roboterratte auf zwei unterschiedliche Gruppen mit echten Tieren losgelassen. Gruppe A hat es dabei besonders schlecht erwischt: Hier wurden die Tiere gnadenlos konstant von ihrem k\u00fcnstlichen Pendant bel\u00e4stigt und durch physische Attacken in extreme Stresssituationen versetzt. In einer zweiten Kontrollgruppe mussten die kleinen Vierbeiner hingegen nur dann mit automatischen Angriffen von WR-3 rechnen, wenn sie sich bewegten.<\/p>\n<p>Das Ergebnis der f\u00fcr die Tiere durchwegs sehr grausamen Experimente: &#8222;Wir haben herausgefunden, dass sich die st\u00e4rkste Form von Depression dann erreichen l\u00e4sst, wenn der Roboter \u00e4ltere Ratten, die in ihrer Jugend bereits st\u00e4ndig schikaniert worden sind, konstant attackiert&#8220;, fasst Ishii zusammen. Als Grundannahme gingen die Forscher davon aus, dass sich depressivere Tiere weniger bewegen als ihre besser gelaunten Artgenossen.<\/p>\n<p>Wichtiger Schritt nach vorne<\/p>\n<p>Die Entwicklung der Roboterratte WR-3 ist aus Sicht der medizinischen Forschung ein wichtiger Schritt nach vorne. &#8222;Nun haben wir die M\u00f6glichkeit, auf herk\u00f6mmliche Methoden zur Stresserzeugung bei Labortieren zu verzichten&#8220;, erkl\u00e4rt Ishii. Ob und in welchem Ausma\u00df der neue Ansatz tats\u00e4chlich zu besseren Therapiemodellen f\u00fcr menschliche Erkrankungen f\u00fchren kann, ist zum jetzigen Zeitpunkt aber noch v\u00f6llig unklar.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Laborversuche sollen Behandlungsmodelle bei Menschen verbessern &#8211; Roboterratte: die &#8220;WR-3&#8220; bei einem Laboreinsatz (Foto: Waseda University) &#8211; Tokio (pte001\/15.02.2013\/06:00) &#8211;<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","footnotes":""},"categories":[7],"tags":[10017],"class_list":["post-80517","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-wissenschaft","tag-folterknecht-roboterratte-qualt-artgenossen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/80517","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=80517"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/80517\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":80518,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/80517\/revisions\/80518"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=80517"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=80517"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=80517"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}