{"id":81575,"date":"2013-03-01T14:57:35","date_gmt":"2013-03-01T13:57:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/?p=81575"},"modified":"2013-03-01T14:57:35","modified_gmt":"2013-03-01T13:57:35","slug":"wg-timmendorfer-skiffle-group-benefiz-konzert-drmed-gie-vandehult-lubeckbad-schwartau","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wg-timmendorfer-skiffle-group-benefiz-konzert-drmed-gie-vandehult-lubeckbad-schwartau\/","title":{"rendered":"WG: Timmendorfer Skiffle Group\/ Benefiz-Konzert \/Dr,med.Gie Vandehult \/L\u00fcbeck\/Bad Schwartau"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/2013\/03\/wg-timmendorfer-skiffle-group-benefiz-konzert-drmed-gie-vandehult-lubeckbad-schwartau\/img_0114-foto-gie-2013\/\" rel=\"attachment wp-att-81576\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-81576\" title=\"IMG_0114 Foto gie 2013\" src=\"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/IMG_0114-Foto-gie-2013-320x240.jpg\" alt=\"\" width=\"320\" height=\"240\" srcset=\"https:\/\/hier-luebeck.de\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/IMG_0114-Foto-gie-2013-320x240.jpg 320w, https:\/\/hier-luebeck.de\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/IMG_0114-Foto-gie-2013-453x340.jpg 453w, https:\/\/hier-luebeck.de\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/IMG_0114-Foto-gie-2013.jpg 500w\" sizes=\"auto, (max-width: 320px) 100vw, 320px\" \/><\/a>Helfen wo der Pfeffer w\u00e4chst &#8211; Ihr wollt \u00a0schon wieder nach Madagaskar? Es muss doch langweilig werden, immer wieder auf dasselbe Inselchen zu reisen, oder? Die Fragen sind einfach zu beantworten: Ja, wir fahren wieder nach Madagaskar, und nein es wird nie langweilig. Es handelt sich hier nicht um ein Inselchen, sondern um die viertgroesste Insel der Welt, deutlich gr\u00f6\u00dfer als Deutschland. Hier leben \u00fcber 20 Millionen Menschen, zum Teil in bitterster Armut. Das durchnittliche Jahreseinkommen\u00a0betr\u00e4gt weniger als\u00a0400 Dollar was bedeutet, dass Madagaskar zu den \u00e4rmsten L\u00e4ndern der Welt geh\u00f6rt. <!--more-->Die medizinische Versorgung sieht nicht wirklich rosig aus. Nur\u00a0Derjenige, der\u00a0gen\u00fcgend Geld hat, kann sich medizinische Hilfe leisten, wer keines besitzt, hat und ist verloren. Leider gibt es sehr viele Verlierer&#8230;<\/p>\n<p>Wir sind nun zum achten Mal nach Madagaskar gereist, um in der Hauptstadt Antananarivo und in dem kleinen Ort Manambaro, die \u00c4rmsten der Armen zu operieren. Da wir nur wenig Verbrauchsmaterial vor Ort kaufen k\u00f6nnen, m\u00fcssen wir fast alles was wir zum Operieren brauchen mitnehmen, wie zum Beispiel\u00a0Operationsinstrumente, Narkosematerial, Tupfer, Kompressen, Sprizen, Pflaster, Medikamente und &#8211; nicht zu vergessen &#8211; Kuscheltiere und Spielzeugautos. Da kommen schnell \u00fcber 300 kg zusammen.<\/p>\n<p>Unsere erste Station war das Ambohibao Krankenhaus in Antananarivo. Tanja Huck, eine deutsche Hebamme, die seit vielen Jahren mit ihrer Familie auf Madagaskar lebt, hatte zuvor die Sichtung gemacht und das Op-Programm zusammengestellt. Vorgesehen waren kleine und gro\u00dfe Patienten mit Lippen- und Gaumenspalten, Bewegunseinschr\u00e4nkungen nach Verbrennungen, angebohrenen Fehlbildungen sowie Leisten-, Nabel- und Wasserbr\u00fcchen. Insgesamt standen \u00fcber\u00a040 Patienten auf dem Plan. Alles Kinder und junge Erwachsene, wobei jeder Einzelne einen ganz besonderen Schicksalsschlag erlitten hatte und auf Hilfe hoffte. Wir konnten leider nicht allen helfen. Es tut in der Seele weh, wenn die Hoffnung, die einem entgegengebracht wird in den Augen der Hilfesuchenden erlischt. Das Leben kann so ungerecht sein.<\/p>\n<p>Das erste Kind war eine Herausforderung.\u00a0Die kleine Roaminsoa war\u00a0drei Monate zuvor mit einer doppelten Lippenspalte geboren und wog jetzt knapp 3kg. Wegen der massiv gespaltenen Lippe war das Stillen nicht m\u00f6glich, da sie keinen Sog an der Brust aufbauen konnte. Die junge Mutter musste Milch aus der Brust dr\u00fccken und es dem Kind tr\u00f6pfchenweise geben. Bei so einem kleinen untergewichtigem Kind ist alles sehr fein und zart. Es war nicht ganz einfach unter den dort herrschenden Bedingungen die Narkose zu machen und die Lippe zu verschlie\u00dfen. Sowohl der An\u00e4sthesist, als auch die Chirurgin sind gut ins Schwizten gekommen &#8211; und das nicht nur wegen der Hitze&#8230; Um so gr\u00f6\u00dfer war die Freude, als die Mutter\u00a0kurz nach der Operation erfolgreich das kleine M\u00e4dchen an die Brust legen konnte und es endlich &#8222;normal&#8220; trinken konnte.<\/p>\n<p>Dadurch, dass wir regel\u00e4\u00dfig kommen, verlassen sich die Patienten darauf, dass sie wiederkommen k\u00f6nnen, um weitere Hilfe in Anspruch zu nehmen. Wir hatten letztes Jahr bei einem kleinen Jungen eine riesige Brandwunde am Brustkorb verschlossen. Dieses Jahr war die linke Schulter dran. Durch die Verbrennung hatte sich eine derbe Narbe gebildet, sodass der linke Arm nicht gehoben werde konnte. Durch das L\u00f6sen der Narbe und das Anlegen einer Schiene\u00a0konnte die Beweglichkeit weitgehend wiederhergestellt werden.<\/p>\n<p>Nach insgesamt xxx Operationen in 4 Tagen verabschiedeten wir uns aus Tana und flogen mit unserem, nun etwas leichterem, Gep\u00e4ck nach Fort Dauphin im bitterarmen S\u00fcden der Insel. Unser Ziel, das Krankenhaus in Manambaro, liegt etwa 30 km westlich von Fort Dauphin. Um dort hinzukommen, bedarf es Allradantrieb, viel Geduld und Zeit. Auf dem Weg sind\u00a0wassergef\u00fcllte Schlagl\u00f6cher, so gross, das es kein Problem ist, darin Schwimmunterricht zu geben.\u00a0Eine der Br\u00fccken hatte das Zeitliche gesegnet und wird seit einem Jahr erneuert. Um \u00fcber den Fluss zu kommen hat man einige Gusseisenelemente zusammengedengelt und eine Art &#8222;Autof\u00e4hre&#8220; gebastelt. Der Weg zum Krankenhaus ist Abenteuer pur, dagegen erscheint Indiana Jones ein reiner Anf\u00e4nger!<\/p>\n<p>Das Krankenhaus in Manambaro wurde 1952 von norwegischen und amerikanischen Missionaren gebaut und galt bis Mitte 1970 als eines der bekanntesten Krankenh\u00e4user Madagaskars. Nach der Revolution hat es viel von seinem Glanz verloren,\u00a0geniesst aber nach wie vor einen sehr guten Ruf. Die dort ans\u00e4ssigen \u00c4rzte (zwei Chirurgen und drei Internisten) arbeiten ohne flie\u00dfend Wasser und oft ohne Strom. Wasser gibt es nur aus Eimern und Strom nur, wenn der Generator l\u00e4uft und nicht gerade kaputt ist. Es werden Operationen wie Kaiserschnitte und Blindd\u00e4rme operiert und das ganze Register der Tropenerkrankungen behandelt. Unser Team unterrichtet das Personal vor Ort in Kinderchirurgie und -An\u00e4sthesie sowie in in plastischer Chirurgie.<\/p>\n<p>Es stellten sich etwa 100 Patienten am ersten Tag zur Sichtung vor. In einem kleinen stickigen Flur, wo eine Gl\u00fchbirne von der Decke baumelt, werden Patienten vom Chirurgen, An\u00e4sthesisten und dem Orthop\u00e4dietechniker untersucht und daraufhin die Operation\u00a0sowie die Weiterbehandlung geplant. Innerhalb weniger Stunden war der Op-Plan f\u00fcr die n\u00e4chsten 10 Tage weitgehend gef\u00fcllt.\u00a0 In Manambaro operieren wir auf zwei Op-Tischen in einem Op-Saal.<\/p>\n<p>Von den knapp 90 Patienten, die wir in Manambaro operierten, sind uns zwei besonders in Erinnerung geblieben:<\/p>\n<p>Die 16 Monate alte Varananianasoa wurde \u00fcber 40 km auf dem R\u00fccken ihrer Mutter getragen um sie zu uns zu bringen, nicht wissend, ob sie es zeitlich schaffen w\u00fcrde, bevor wir abreisen. Die Kleine l\u00e4chelte uns scheu an und ihre gespaltene Lippe flatterte dabei in allen Richtungen. Die Mutter hielt uns ihre Tochter hin und fl\u00fcsterte \u201dMisotra\u201d (Bitte). Es wurde\u00a0 nicht lange diskutiert. Eine Op-Plan\u00e4nderung wurde vorgenommen und die Kleine bekam am n\u00e4chsten Tag einen Op-Termin. Das Leben des M\u00e4dchens wurde binnen weniger Stunden drastisch ver\u00e4ndert. Durch den Verschluss des Gaumens und der Lippe wurde ihr die M\u00f6glichkeit gegeben ein \u201dnormales\u201d Leben auf Madagaskar zu f\u00fchren. Das Kind, welches nach der Operation in den Armen der Mutter gelegt wurde, hat ein Gesicht bekommen. Die Mutter schaute es gl\u00fccklich an und ein paar Stunden nach dem Eingriff hob sie ihre kleine Tochter auf den R\u00fccken, nahm ihre gr\u00f6\u00dfere Tochter an die Hand und lief die 40 km zur\u00fcck in ihr Dorf.<\/p>\n<p>Der f\u00fcnfj\u00e4hrige Julien lief uns breitbeinig entgegen. Wir dachten erst, dass er eine Verletzung am Knie oder an der H\u00fcfte hatte, aber nach dem der Vater das H\u00f6schen herunter gezogen hatte, war klar, was das Laufen behinderte. Ein Teil des Darmes hatte sich in das Skrotum verlagert, was zu einem grotesk vergr\u00f6\u00dferten Hodensack f\u00fchrte. Vater und Sohn baten eindringlich um Hilfe. Nach dem der Darm operativ wieder in den Bauchraum verlagert worden war und der Hodensack auf ein normales Ma\u00df gebracht wurde, war das Gl\u00fcck gro\u00df. Sowohl Vater als auch Sohn schauten immer wieder nach, ob alles in richtiger Gr\u00f6\u00dfe und an richtiger Stelle sa\u00df.<\/p>\n<p>Wir haben in zwei Wochen 133 Patienten operiert, davon waren 61 Kinder j\u00fcnger als 10 Jahre. Es wurden unter anderem 36 Gaumen und Lippen verschlossen, 32 Narben nach Verbrennungen behandelt und \u00a022 Hernien operiert.<\/p>\n<p>Es ist eine Freude hier arbeiten zu d\u00fcrfen, um den Menschen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens geboren wurden, ein wenig Licht zu bringen.<\/p>\n<p>Um unsere Arbeit zu erm\u00f6glichen, haben viele geholfen! Wir danken Frau Huck &#8211; pro-interplast Seligenstadt e.V., Tanja Huck in Antananarivo, Maria Damer, Norbert Determann und Przemko in Fort Dauphin, dem Rotary Club L\u00fcbecker Bucht &#8211; Timmendorfer Strand, Michael Triebig &#8211; \u00a03T-Reisen e.K., Herrn Rixen und Herrn Behrens, den Firmen Klindwort-Medical GmbH\u00a0 und prima-med GmbH und Co. KG sowie allen anderen Spendern.<\/p>\n<p>Das Team: Dr. Volker Galle, Dr. Susanne Glasner, Dr. Michel Sasieta von Ameln, Dr. Marlies Burmeister, Alfred Klindwort, Gabi Pfeiffer, Axel Holland und Dr. Gie Vandehult.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Helfen wo der Pfeffer w\u00e4chst &#8211; Ihr wollt \u00a0schon wieder nach Madagaskar? 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