{"id":8207,"date":"2009-03-24T09:27:49","date_gmt":"2009-03-24T09:27:49","guid":{"rendered":"http:\/\/testserver\/wordpress\/?p=8107"},"modified":"2009-03-24T09:27:49","modified_gmt":"2009-03-24T09:27:49","slug":"deutsche_marine__pressemeldung_seefernaufklrer_unverzichtbar_fr_kampf_gegen_terror_drogen_und_menschenhandel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/deutsche_marine__pressemeldung_seefernaufklrer_unverzichtbar_fr_kampf_gegen_terror_drogen_und_menschenhandel\/","title":{"rendered":"Deutsche Marine &#8211; Pressemeldung: Seefernaufkl\u00e4rer unverzichtbar f\u00fcr Kampf gegen Terror, Drogen- und Menschenhandel"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" title=\"fliegerorion\" src=\"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/images\/topics\/fliegerorion.jpg\" alt=\"fliegerorion\" \/><br \/>\nAutoren: Dirk Gro\u00df und Matthias Michael Potthoff<\/p>\n<p>Gl\u00fccksburg &#8211; Nordholz \/ Dschibuti &#8211; Auf die Anschl\u00e4ge des 11. September 2001 reagierte der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen unter anderem mit der Verabschiedung der Resolutionen 1368\/01 und 1373\/01, in denen die Angriffe aufs schwerste verurteilt wurden und dem Beschluss, gegen den internationalen Terrorismus mit allen Mitteln vorzugehen. Ebenfalls in Reaktion auf die Anschl\u00e4ge rief am 12. September der NATO-Rat erstmals in der Geschichte der NATO nach Artikel 5 des NATO-Vertrages den B\u00fcndnisfall aus. <!--more-->Kurz nachdem US-Pr\u00e4sident George W. Bush in einer Ansprache vor dem Kongress am 20. September den &#8222;Krieg gegen den Terrorismus&#8220; angek\u00fcndigt hatte, erhielten die USA weltweite Unterst\u00fctzung durch ihre Verb\u00fcndeten in der &#8222;Koalition gegen den Terror&#8220;, an der sich auch Deutschland umgehend und bis heute mit See- und Seeluftstreitkr\u00e4ften beteiligt.<br \/>\nDie internationale Gemeinschaft einigte sich schnell auf die Notwendigkeit, gegen den internationalen Terrorismus mit vereinten Kr\u00e4ften vorgehen zu wollen, auch wenn bisweilen nicht gelang, allgemein anerkannt zu definieren, was genau mit dem Begriff des &#8222;Internationalen Terrorismus&#8220; gemeint ist. Die Abgrenzung bzw. Verbindung zur Kriminalit\u00e4t ist nur als ein Beispiel zu nennen. \u00dcberdies konnte nicht pr\u00e4zisiert werden, wo oder wie sich der Terror manifestieren w\u00fcrde, noch wie er sich regeneriert. In den Fokus dieser \u00dcberlegungen gelangten vor allem L\u00e4nder mit politisch schwacher oder gar zerr\u00fctteter Staatsstruktur in deren Folge ein Machtvakuum wie etwa in Somalia vorherrscht. Diese Gebiete oder Regionen, so die Risikoanalyse, bieten den besten N\u00e4hrboden f\u00fcr den Aufbau, Ausbau und die Unterst\u00fctzung terroristischer Strukturen.<br \/>\nMit der Mandatierung der &#8222;OPERATION ENDURING FREEDOM&#8220; (OEF) durch den Deutschen Bundestag am 16. November 2001 beteiligten sich von Anfang an auch deutsche See- und Seeluftstreitkr\u00e4fte an dem internationalen Wirkverbund. Die Operation im Kampf gegen den Internationalen Terrorismus bekam damit gerade auch eine sichtbare maritime Dimension. Die Einsatzgebiete waren zun\u00e4chst gem\u00e4\u00df Artikel 6 des Nordatlantikvertrags: Arabische Halbinsel, Mittel- und Zentralasien und Nordostafrika sowie angrenzende Seegebiete. Diese wurden sp\u00e4ter auf die Seegebiete rund um das Horn von Afrika reduziert. Der Kampf gegen den internationalen Terrorismus fand fortan an Land und auf See statt, um die f\u00fcr Wirtschaftsnationen wie Deutschland essenzielle freie Nutzung der Seeverbindungswege gegen etwaige St\u00f6rungen durch den Internationalen Terrorismus gew\u00e4hrleisten zu k\u00f6nnen.<br \/>\nDie enorme Gr\u00f6\u00dfe des Einsatzgebietes, die etwa der Ausdehnung Mitteleuropas entspricht, erforderte einerseits eine hohe Durchhaltef\u00e4higkeit und andererseits die F\u00e4higkeit zur schnellen Schwerpunktbildung &#8211; Qualit\u00e4ten, wie sie nur Seestreitkr\u00e4fte in Verbindung mit Seeluftstreitkr\u00e4ften bieten. Ab M\u00e4rz 2002 nahmen daher deutsche Seefernaufkl\u00e4rer vom Typ Dassault BR1150 &#8222;Br\u00e9guet Atlantic&#8220; zun\u00e4chst mit Stationierungsort Mombasa\/ Kenia an OEF teil, um die weitr\u00e4umige Seeraum\u00fcberwachung insbesondere vor der K\u00fcste Somalias zu gew\u00e4hrleisten. In Folge der Verlegung des Marinefliegerkontingents nach Djibouti ab September 2003 wurde der Einsatz von dort aus bis Mai 2005 weitergef\u00fchrt. Dabei konnte nun auch verst\u00e4rkt der Golf von Aden und das Horn von Afrika \u00fcberwacht werden. Vorl\u00e4ufig beendet wurde der Einsatz f\u00fcr deutsche Seefernaufkl\u00e4rer durch die Au\u00dferdienststellung der Br\u00e9guet Atlantic in der Rolle des Maritime Patrol Aircraft (MPA) im Jahre 2005.<br \/>\nNach ca. drei Jahren operativer Abstinenz deutscher MPA kam ab Juli 2008 das von den Niederlanden \u00fcbernommene und damit in Deutschland faktisch neu eingef\u00fchrte Waffensystem Lockheed P-3C &#8222;Orion&#8220; innerhalb des 17. Deutschen Einsatzkontingents OEF Marine zum Einsatz. Hierbei wurde eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass die Einf\u00fchrung der P-3C Orion in die Deutsche Marine die richtige Entscheidung gewesen ist. In dem f\u00fcnf Monate dauernden Einsatz konnte mit nur einem Luftfahrzeug und ca. 50 Soldatin und Soldaten der hochmodern ausger\u00fcstete Seefernaufkl\u00e4rer \u00fcber 70 Fl\u00fcge und mehr als 400 Flugstunden zuverl\u00e4ssig und erfolgreich durchf\u00fchren. Die Marineflieger erf\u00fcllten damit zu 100% den gegen\u00fcber dem USCENTCOM (siehe Schaubild) angezeigten deutschen maritimen Beitrag zur OPERATION ENDURING FREEDOM. Internationale Akteure und insbesondere das international verst\u00e4rkte USNAVCENT in Bahrain  haben den Aufkl\u00e4rungsergebnissen der Deutschen MPA aufgrund der hervorragenden Auftragserf\u00fcllung immer wieder ihre Wertsch\u00e4tzung entgegengebracht. Deutschland hat sich mit diesem Beitrag seiner Marine auch im internationalen Vergleich sehr gut behaupten k\u00f6nnen.<br \/>\nNach aktuellen Risikoanalysen hat sich die Lage am Horn von Afrika hinsichtlich des Internationalen Terrorismus nicht nachhaltig entspannt. So besteht trotz aller Bem\u00fchungen immer noch die latente Gefahr der Nutzung des Seegebietes selbst und von den Anrainerstaaten ausgehend durch den internationalen Terrorismus. In der zweiten H\u00e4lfte des Jahres 2008 gelangte allerdings die ausufernde Kriminalit\u00e4t in Form von Piraterie, Seer\u00e4uberei, Schmuggel und auch Entf\u00fchrungen mit Geiselnahmen an Land in den Mittelpunkt des \u00f6ffentlichen Interesses. Diesen aus anderen als terroristischen Aktivit\u00e4ten begr\u00fcndeten Straftaten konnte OEF allein noch nicht durchgreifend die Stirn bieten, zudem war dies nicht Ziel der Operation. So entstand offenbar in der Region ein eintr\u00e4gliches kriminelles Gesch\u00e4ft, in dem Korruption sowie die Ausbeutung der Fischgr\u00fcnde vor Somalia durch Dritte, das Handelsembargo gegen\u00fcber Somalia und letztlich Aktivit\u00e4ten von Warlords z.B. im somalischen Puntland als Katalysatoren wirken konnten.<br \/>\nVor allem Geiselnahmen mit Verschleppungen an Land setzen die Staaten der Opfer zunehmend unter politischen Handlungsdruck; Verantwortliche und eingerichtete Krisenst\u00e4be sind dann auf der Suche nach konkreten und pragmatischen Handlungsoptionen. In solcherart komplexen und schwer \u00fcberschaubaren Situationen erhalten Luftfahrzeuge mit ihren Aufkl\u00e4rungsm\u00f6glichkeiten \u00fcber See wie auch \u00fcber Land besondere Bedeutung. Die spezifischen Vorteile liegen in der F\u00e4higkeit offen oder verdeckt, je nach den gew\u00e4hlten politischen Vorgaben, einerseits weitr\u00e4umige Gebiete abzudecken und andererseits eine schnelle Schwerpunktverlagerung durchzuf\u00fchren. Dies wurde am Beispiel der Befreiungsaktion der Segelyacht &#8218;Carr\u00e9 d&#8217;As IV&#8216; sichtbar, die mit zwei franz\u00f6sischen Staatsangeh\u00f6rigen in die H\u00e4nde von Piraten fiel und vor der K\u00fcste Somalias festgehalten wurde. Die F\u00e4higkeiten von Seefernaufkl\u00e4rern k\u00f6nnen hier einen entscheidenden Anteil am Gelingen haben und so zur politischen Handlungsfreiheit beitragen. Auch die Entf\u00fchrung deutscher Staatsb\u00fcrger in diesem Teil der Welt, die schon in der Vergangenheit f\u00fcr gro\u00dfe \u00f6ffentliche Diskussionen gesorgt hatte, ist jederzeit wieder m\u00f6glich.<br \/>\nTerror und Kriminalit\u00e4t<br \/>\nDie Terrorismusbek\u00e4mpfung am Horn von Afrika hat in dieser Form nach wie vor ihre Berechtigung. Ziel war und ist unter anderem, die zuvor angesprochenen R\u00e4ume als R\u00fcckzugsgebiet und logistische Basis f\u00fcr Ausbildung und Unterst\u00fctzung des Internationalen Terrorismus zu verwehren. Der deutsche Beitrag hat daran nicht zuletzt durch den Einsatz deutscher Seefernaufkl\u00e4rer einen signifikanten Anteil. Mit der aktuell zunehmenden Kriminalit\u00e4t hingegen wuchs der Handlungsdruck auf die Nationen, da hier Dimensionen erreicht wurden, die \u00fcber die rein finanzielle Gefahr f\u00fcr Reeder oder Privatwirtschaften der L\u00e4nder hinausgingen und somit auch politische Akteure zur Wahrung volkswirtschaftlicher Interessen in Zugzwang brachten. Zudem l\u00e4sst sich durch die hohen Erl\u00f6se gekaperter Schiffe nicht mehr ausschlie\u00dfen, dass hier neben kriminellen auch terroristisch motivierte Kr\u00e4fte im Hintergrund wirken und dieses Feld nutzen. Die Ende 2008 auch von Deutschland mandatierte europ\u00e4ische Mission EU NAVFOR Somalia (Operation &#8222;ATALANTA&#8220;) stellt daher eine konsequente Antwort auf die ver\u00e4nderte Sicherheitslage und Bedrohung der Seeverbindungswege am Horn von Afrika dar. ATALANTA kann daher nicht als eine Alternative zu OEF betrachtet werden, sondern stellt eine Erg\u00e4nzung dar. Ziel ist dabei prim\u00e4r der Schutz von Transporten im Rahmen des Weltern\u00e4hrungsprogramms sowie in abgestufter Priorit\u00e4t der Schutz zun\u00e4chst der europ\u00e4ischen und letztlich der internationalen Schifffahrt insgesamt. Zum Schutz ihrer Handelsinteressen engagieren sich derzeit neben den europ\u00e4ischen Einheiten im Rahmen ATALANTA dar\u00fcber hinaus mannigfaltige und mehr oder weniger selbstst\u00e4ndige Akteure wie Russland, Malaysia, Indien und andere mehr gegen die ausufernde Kriminalit\u00e4t am Horn von Afrika. NATO-Schiffsverb\u00e4nde, das US-Regionalkommando AFRICOM oder eben nationale Akteure haben eines gemeinsam: Sie verfolgen das Ziel, Sicherheit und Stabilit\u00e4t f\u00fcr diese Region zu schaffen, um insbesondere die Seehandelswege freizuhalten. Der Wille zum gemeinsamen und international choreographierten Handeln wird durch diverse Verlautbarungen zum Ausdruck gebracht und bedarf der internationalen Abstimmung, damit effektiv und effizient gegen die Kriminalit\u00e4t rund ums Horn von Afrika vorgegangen werden kann. In diesem Prozess wird auch \u00fcber die Einbindung von bzw. Abgrenzung zur OPERATION ENDURING FREEDOM gesprochen werden m\u00fcssen, damit OEF nicht unzul\u00e4ssigerweise am Erfolg, gegen Kriminalit\u00e4t vorzugehen, gemessen wird. Dieses schlie\u00dft zumindest das deutsche Mandat &#8211; au\u00dfer in F\u00e4llen der Nothilfe &#8211; ausdr\u00fccklich aus.<br \/>\nAusblick<br \/>\nAuch zuk\u00fcnftig wird durch diplomatisches und politisches Handeln und daraus abzuleitenden Ma\u00dfnahmen die Stabilisierung und Sicherung der Region im Vordergrund stehen. Besonderes Augenmerk hat die ungest\u00f6rte Nutzung der f\u00fcr den Welthandel wichtigen maritimen Handelswege rund um das Horn von Afrika, wodurch im Bereich milit\u00e4rischer Handlungs-optionen dem Einsatz von See- und Seeluftstreitkr\u00e4ften eine Schl\u00fcsselrolle zukommt.<br \/>\nGerade das j\u00fcngst eingef\u00fchrte fliegende Waffensystem der Deutschen Marine, die P-3C Orion, erh\u00e4lt unter den geschilderten Umst\u00e4nden im Seegebiet eine besondere Bedeutung, weil es weltweit einsetzbar, vielf\u00e4ltige, abgestufte politische Handlungsoptionen bietet und damit eine sinnvolle und wirkungsvolle Erg\u00e4nzung zu anderen Einsatzmitteln darstellt. Zun\u00e4chst ist in 2009 beabsichtigt, dass sich das Marinefliegergeschwader 3 &#8222;Graf Zeppelin&#8220; erneut mit einem Seefernaufkl\u00e4rer an der Operation Enduring Freedom beteiligt. Dar\u00fcber hinaus wird die P3C jedoch k\u00fcnftig aufgrund ihrer Vielseitigkeit auch unter anderen Mandaten ihren Wert f\u00fcr die deutschen Streitkr\u00e4fte unter Beweis stellen k\u00f6nnen.<br \/>\nDieser Text ist ein Namensartikel. Er ist erschienen in der Zeitschrift f\u00fcr maritime Fragen (Marineforum 3\/2009). Er gibt die Meinung der beiden Autoren wieder.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Autoren: Dirk Gro\u00df und Matthias Michael Potthoff Gl\u00fccksburg &#8211; Nordholz \/ Dschibuti &#8211; Auf die Anschl\u00e4ge des 11. 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