{"id":823,"date":"2005-01-10T10:47:09","date_gmt":"2005-01-10T10:47:09","guid":{"rendered":"http:\/\/testserver\/wordpress\/?p=723"},"modified":"2005-01-10T10:47:09","modified_gmt":"2005-01-10T10:47:09","slug":"flutwelle_in_asien_ein_berlebender_berichtet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/flutwelle_in_asien_ein_berlebender_berichtet\/","title":{"rendered":"Flutwelle in Asien: Ein \u00dcberlebender berichtet"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" title=\"Flutopfer100105\" src=\"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/images\/topics\/Flutopfer100105.jpg\" alt=\"Flutopfer100105\" \/><br \/>\nFoto und Text: Dr. Christoph Gaudecki<\/p>\n<p>Der Berliner Pfarrer Thomas Hesse hat seine Weihnachtsferien auf den Seychellen verbracht. Der Traumurlaub wurde zum Alptraum. Der Berliner Theologe erholte sich von den schrecklichen Ereignissen f\u00fcr ein paar Tage bei Freunden in L\u00fcbeck&#8230;<!--more-->&#8222;Es war die H\u00f6lle&#8220;, so fasst Thomas Hesse (45) seine Erlebnisse zusammen, die er berichtet. Wenige Tage vor Weihnachten startete der Pfarrer in den Urlaub auf die Seychellen. Von Berlin aus flog er zun\u00e4chst nach Paris. Der Flug von der franz\u00f6sischen Hauptstadt bis auf die im Indischen Ozean gelegenen Inseln dauerte neun Stunden. &#8222;Wir hatten ein sch\u00f6nes Haus mit mehreren Zimmern auf der Urlaubsinsel Mahe&#8220;. <\/p>\n<p>Am Nachmittag des 25. Dezember passierte dann das Ungl\u00fcck. &#8222;Selbstverst\u00e4ndlich waren bei dem Traumwetter alle G\u00e4ste am Strand&#8220;, so Thomas Hesse. Zun\u00e4chst stieg das Wasser ein wenig, dann etwas mehr. Ich zog mich mit meiner Decke vom Strand zur\u00fcck bis an die Uferb\u00f6schung&#8220; erinnert sich der Theologe. &#8222;Einige Urlauber diskutierten, was denn der Grund f\u00fcr den pl\u00f6tzlichen Wasseranstieg sei. Pl\u00f6tzlich ging das Wasser um etwa 800 Meter zur\u00fcck. Die Kinder und zahlreiche Erwachsene liefen in den Schlick hinaus, weil dort zahlreiche Fische und Schildkr\u00f6ten lagen. Es sah aus, wie die Ebbe am Nordseestrand&#8220;, so Thomas Hesse. &#8222;Ich drehte mich zur Uferb\u00f6schung um. Innerhalb weniger Sekunden wurde ich von der riesigen Welle erfasst, ging in ihr unter und wurde gegen die B\u00f6schung gedr\u00fcckt. Pl\u00f6tzlich ergriff mich eine Hand und ich wurde die Uferb\u00f6schung hinaufgezogen&#8220;, erinnert sich der Berliner Geistliche. &#8222;Oben standen einige Touristen. Gemeinsam liefen wir nun zum Parkplatz, auf der die Autos standen. Doch die Flutwelle hatte bereits alles erfasst. Die kleineren Autos waren wie Spielzeug durcheinander gewirbelt. Der Direktor eines Hotels nahm einige andere \u00dcberlebende und mich mit seinem Jeep mit. Eine Frau war v\u00f6llig traumatisiert und weinte st\u00e4ndig&#8220;.<\/p>\n<p>&#8222;Auf der Fahrt zu unserer Unterkunft sah ich die Ausma\u00dfe des Ungl\u00fccks. Zahlreiche H\u00e4user waren nicht nur durch die Flutwelle besch\u00e4digt, sondern zudem durch die mitgeschwemmten Gegenst\u00e4nde, wie z.B. gr\u00f6\u00dfere Fischerboote und Autos. \u00dcberall lagen M\u00fcll, Schlamm und undefinierbare Gegenst\u00e4nde herum&#8220;, so Thomas Hesse. &#8222;Viele Menschen, die uns begegneten, hatten Schnittwunden an Kopf, Armen und Beinen. Die stark in Mitleidenschaft gezogene Stra\u00dfe konnten wir dank des gro\u00dfen Fahrzeuges noch passieren. Nach der Flut kam dann der Regen. Einige H\u00e4user, die nach der Flut noch bewohnbar waren, rutschen aufgrund des starken Regens die Abh\u00e4nge hinunter. Drei Tage regnete es ununterbrochen auf der Seychelleninsel Mahe. Eine Kommunikation mit der Au\u00dfenwelt gab es nicht. Der Fernseher und das Handy waren nicht zu gebrauchen&#8220;, f\u00fchrt der Pfarrer aus.<\/p>\n<p>Anschlie\u00dfend begann f\u00fcr Thomas Hesse eine mehrt\u00e4gige Odyssee zur\u00fcck nach Deutschland. &#8222;Trotz des gro\u00dfen Ungl\u00fccks hatte die Polizei die Lage schnell im Griff. Zun\u00e4chst flog ich auf eine Nachbarinsel und \u00fcbernachtete in einem Hotel. Es fand sich ein Zimmer, obwohl wegen der Weihnachtsfeiertage Hochsaison war. Anschlie\u00dfend gab es zahlreiche organisatorische Fragen zu regeln. Ein Anschlussflug wurde verpasst. Es musste Essen besorgt werden&#8220;.<\/p>\n<p>Nach einer gr\u00f6\u00dferen Wartezeit fand sich f\u00fcr Thomas Hesse ein R\u00fcckflug zun\u00e4chst nach Paris. Auf dem Flughafen der franz\u00f6sischen Hauptstadt \u00fcbernachtet er auf einer Bank in der Abfertigungshalle. Zwar \u00fcberm\u00fcdet, aber gl\u00fccklich, dem Tod entkommen zu sein. AIR FRANCE fand dann eine kurzfristige R\u00fcckflugm\u00f6glichkeit nach Berlin. Anschlie\u00dfend reiste Thomas Hesse nach L\u00fcbeck weiter, um sich dort bei Freunden von den Ereignissen zu erholen. Erst seitdem er wieder in Deutschland ist, kann der Pfarrer wieder richtig schlafen. &#8222;Zwar besch\u00e4ftige ich mich als Theologe seit Jahren mit dem Sterben sowie dem Tod. Nur wenige Augenblicke haben gefehlt, und es w\u00e4re f\u00fcr mich vorbei gewesen&#8220;, so der Berliner Theologe. &#8222;Deshalb kann ich nur jedem Menschen raten, so zu leben, als ob der jetzige Tag der letzte ist. Die leider oft bestehende Oberfl\u00e4chlichkeit sollten wir ablegen. Schlie\u00dflich ist das Leben ein sehr wertvolles Geschenk unseres Sch\u00f6pfers&#8220;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Foto und Text: Dr. Christoph Gaudecki Der Berliner Pfarrer Thomas Hesse hat seine Weihnachtsferien auf den Seychellen verbracht. 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