{"id":8276,"date":"2009-04-03T17:47:16","date_gmt":"2009-04-03T17:47:16","guid":{"rendered":"http:\/\/testserver\/wordpress\/?p=8176"},"modified":"2009-04-03T17:47:16","modified_gmt":"2009-04-03T17:47:16","slug":"kngurunapping_im_tierpark_gettorf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/kngurunapping_im_tierpark_gettorf\/","title":{"rendered":"K\u00e4nguru-napping im Tierpark Gettorf"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" title=\"ZweiTammars\" src=\"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/images\/topics\/ZweiTammars.jpg\" alt=\"ZweiTammars\" \/><br \/>\nEine sensationelle Entdeckung machte am letzten Freitag die Betreuerin der K\u00e4ngurus, Silke Plagmann, als sie die Anlage der australischen H\u00fcpfer betrat. Denn w\u00e4hrend die K\u00e4ngurus wohlig blinzelnd in der Sonne sa\u00dfen und eins nach dem anderen auch die Jungtiere ihre K\u00f6pfe aus den Beuteln steckten, w\u00fchlte sich bei einem der Tammar-Wallabies erst ein Kopf aus der m\u00fctterlichen Beuteltasche und kurz darauf erschien ein weiterer, etwas kleinerer und noch deutlich weniger behaarter zweiter Kopf in der Beutel\u00f6ffnung.<!--more-->Nun sind Zwillingsgeburten bei K\u00e4ngurus bekannterma\u00dfen extrem selten. So sorgte eine Zwillingsgeburt im Pariser Zoo vor 5 Jahren international f\u00fcr Schlagzeilen. In Gettorf liegt der Fall allerdings noch ein wenig anders und fast noch unglaublicher. Die Biologin Plagmann, die bei den K\u00e4ngurus t\u00e4glich zweimal die F\u00fctterung zusammen mit Besuchern durchf\u00fchrt und ihre Tiere daher immer gut im Blick hat, erinnerte sich n\u00e4mlich, noch im Februar bei 4 der 5 Tammar-K\u00e4nguru-Weibchen eine deutlich vergr\u00f6\u00dferte Beuteltasche gesehen zu haben, die auf ein Jungtier im Inneren hindeutete. Gegen Mitte Februar war die Beuteltasche des j\u00fcngsten dieser Weibchen dann pl\u00f6tzlich verd\u00e4chtig flach, und w\u00e4hrend bei allen anderen Weibchen schon einmal hier und da ein Kopf zu sehen war, blieb der Beutel des j\u00fcngsten Weibchens nun erkennbar leer. Auff\u00e4llig war allerdings, dass das j\u00fcngere, nun kinderlose Weibchen h\u00e4ufig in der N\u00e4he eines der Weibchen mit besonders gut gef\u00fclltem Beutel zu sehen war, dessen N\u00e4he es augenscheinlich suchte.<\/p>\n<p>Also vermuten die Mitarbeiter des Tierparks, dass es sich hier um einen Fall von Kindesentf\u00fchrung bzw. Adoption handelt. Das deutlich j\u00fcnger aussehende Jungtier im doppelt besetzten Beutel ist mit gro\u00dfer Wahrscheinlichkeit das Jungtier des nun schon seit 4 Wochen kinderlosen kleinsten Weibchens, das einfach in einem anderen, allerdings schon besetzten Beutel umgezogen ist. Die verwaiste Mutter suchte also wahrscheinlich gar nicht die N\u00e4he des anderen Weibchens, sondern die ihres &#8222;entf\u00fchrten&#8220; Jungtiers.<\/p>\n<p>Beobachtungen der Beuteljungen untermauern diese These. So konnte im Innenstall der K\u00e4ngurus beobachtet werden, wie Jungtiere nach einem Ausflug aus dem Beutel nicht etwa schnurstracks zur eigenen Mutter zur\u00fcckh\u00fcpfen, sondern vielmehr im Vorbeigehen an jedem sich bietenden Beutel testen, ob das entsprechende Muttertier sie hineinl\u00e4sst. Normalerweise erkennen die M\u00fctter ihre Kinder und weisen fremde Jungtiere ab, indem sie die Beutel\u00f6ffnung mit einem Muskel verschlie\u00dfen. <\/p>\n<p>Warum dies im Falle des &#8222;Adoptiv-Kindes&#8220; nicht auch geschehen ist, ist den Mitarbeitern ein R\u00e4tsel. Vielleicht hat das fremde Kind sich gleichzeitig mit dem eigenen Kind in den Beutel gedr\u00e4ngt, als die Mutter einen Moment unaufmerksam war. Erstaunlich ist allerdings die Tatsache, dass anscheinend weder Kind noch echte Mutter in der Lage waren, diesen Fehler r\u00fcckg\u00e4ngig zu machen. Noch aufsehenerregender ist aber die Tatsache, dass das fremde Kind von der neuen Mutter adoptiert wurde, also auf Kosten des eigenen Kindes (das ja nun viel weniger Milch zur Verf\u00fcgung hat) nun schon \u00fcber Wochen mit gro\u00df gezogen wird. Dies passiert gerade bei herdenlebenden Tieren nur ganz selten, hier werden fremde Kinder meist von der Milchzitze versto\u00dfen. Allerdings hat das kleine Findelkind nach 4 Wochen wahrscheinlich auch schon l\u00e4ngst den vertrauten Geruch seiner Pflegemutter angenommen, die es daher mittlerweile tats\u00e4chlich als ihr eigenes ansieht. <\/p>\n<p>Und da die beiden ungleichen Zwillinge mittlerweile recht gro\u00df geworden sind und immer h\u00e4ufiger den Kopf aus dem Beutel stecken werden, besteht gute Chance, die &#8222;Patchwork-Familie&#8220; bei einem Besuch auf der K\u00e4nguruwiese in Gettorf komplett zu Gesicht zu bekommen. <\/p>\n<p>Der Tierpark ist t\u00e4glich von 9-18 Uhr ge\u00f6ffnet, im Winter von 10 Uhr bis zum Dunkelwerden. Hunde d\u00fcrfen leider nicht mit in den Tierpark. Kostenlose Parkpl\u00e4tze sind auf dem Gel\u00e4nde vorhanden. <\/p>\n<p>Eintritt:<br \/>\n\u00a4 7,&#8211; f\u00fcr Erwachsene<br \/>\n\u00a4 4,&#8211; f\u00fcr Kinder (2-13 Jahre)<\/p>\n<p>Tierpark Gettorf, S\u00fcderstr. 33, 24214 Gettorf, Tel:04346-41600<br \/>\ne-mail: info@tierparkgettorf.de, internet: www.tierparkgettorf.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine sensationelle Entdeckung machte am letzten Freitag die Betreuerin der K\u00e4ngurus, Silke Plagmann, als sie die Anlage der australischen H\u00fcpfer<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","footnotes":""},"categories":[11],"tags":[],"class_list":["post-8276","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-menschlich-gesehen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8276","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=8276"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8276\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=8276"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=8276"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=8276"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}