{"id":8301,"date":"2009-04-10T16:39:33","date_gmt":"2009-04-10T16:39:33","guid":{"rendered":"http:\/\/testserver\/wordpress\/?p=8201"},"modified":"2009-04-10T16:39:33","modified_gmt":"2009-04-10T16:39:33","slug":"ostern_verstehen_1_was_an_ostern_wirklich_geschah","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/ostern_verstehen_1_was_an_ostern_wirklich_geschah\/","title":{"rendered":"Ostern verstehen: 1. Was an Ostern wirklich geschah"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" title=\"Jesus\" src=\"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/images\/topics\/Jesus.jpg\" alt=\"Jesus\" \/><br \/>\n\u00dcber den Karfreitag gibt es keinen Zweifel. Wie viele andere Menschen ist Jesus von Nazareth zum Tod verurteilt worden. Das Urteil hat ein r\u00f6misches Gericht gesprochen, Ankl\u00e4ger war die oberste j\u00fcdische Instanz, der Hohe Rat mit den Hohenpriestern an der Spitze. Volksmassen hatten lauthals den Tod des Rabbi aus Nazareth gefordert. Jesus ist zu der h\u00e4rtesten Strafe verurteilt worden, die ein r\u00f6misches Gericht verh\u00e4ngen konnte. Der Tod wurde durch einen Lanzenstich ins Herz festgestellt. Dann wurde Jesus von einem Mitglied des Hohen Rates, Josef aus Arimath\u00e4a und den Frauen, die beim Kreuz ausgeharrt hatten, begraben.<!--more-->Die Menschen, die die politischen Prozesse der Diktaturen des 20. Jahrhunderts im Ged\u00e4chtnis haben, wissen, da\u00df diese in der Regel mit dem Tod Unschuldiger endeten. Die Hinrichtung Jesu hat nichts \u00dcberraschendes an sich. Das war in der Zeit der Ausbreitung des Christentums anders. Paulus sieht im Kreuzestod das Haupthindernis f\u00fcr die Botschaft, da\u00df Jesus der von Gott gesandte Messias sei. Im 1.Korinterbrief schreibt er: &#8222;Wir dagegen verk\u00fcndigen Christus als den Gekreuzigten: f\u00fcr Juden ein emp\u00f6rendes \u00c4rgernis, f\u00fcr Heiden eine Torheit.&#8220; (Kap. 1,23) Wer am Schandpfahl hingerichtet wurde, kann nicht der Erl\u00f6ser der Menschen sein. Deshalb ist die Predigt von der Auferstehung des Gekreuzigten das, was Generationen \u00fcberzeugt hat. Gott hat diesen unschuldig Hingerichteten nicht im Tod gelassen. Als die Germanen das Christentum annahmen, scheint die Botschaft vom Sieg \u00fcber den Tod ausschlaggebend gewesen zu sein. Das Weltbild der Germanen war vom Kampf zwischen Gut und B\u00f6se gepr\u00e4gt. Dabei war es f\u00fcr unsere Vorfahren in keiner Weise sicher, da\u00df das Gute am Ende gewinnen wird. Man rechnete damit, da\u00df sich das B\u00f6se endg\u00fcltig als st\u00e4rker erweisen w\u00fcrde. Die Botschaft von der Auferstehung des Gekreuzigten gab eine andere Antwort auf die Daseinsangst der Menschen, die aus der Vorstellungswelt der germanischen Religion herkamen. Die Kreuzigungsdarstellungen der Romanik, die einen souver\u00e4n blickenden, fast triumphierenden Jesus am Kreuz zeigen, lassen uns verstehen, warum die Germanen sich zu diesem Jesus bekannt haben.<\/p>\n<p>H\u00e4tte die germanische Vorstellung von Gut und B\u00f6se Geltung behalten, s\u00e4hen Spielfilme aus Hollywood anders aus. Wir sind von diesen Filmen gewohnt, da\u00df das Gute siegt. Nach den Erfahrungen des 20. Jahrhunderts und den vielen Kriegen, die im 21. Jahrhundert weiter schwelen, sind wir uns dessen aber nicht mehr so sicher. Vielleicht f\u00e4llt es uns deshalb schwer, an die Auferstehung eines Toten zu glauben. Glauben m\u00fcssen wir es, denn beweisen k\u00f6nnte man im heutigen wissenschaftlichen Sinn die Auferstehung nur, wenn Jesus in diese Welt zur\u00fcckgekehrt w\u00e4re, so wie es das Johannesevangelium von Lazarus erz\u00e4hlt, den Jesus in dieses Leben zur\u00fcckgeholt hat. Aber selbst heutige Esoteriker behaupten von Jesus keine Wiedergeburt, als w\u00fcrde er in jeder Generation neu geboren. Jesus braucht auch keine Wiedergeburt, denn seine Auferstehung ist einmal geschehen und damit eine Tatsache, die gegenw\u00e4rtig bleibt. Ein Hinweis auf die Wirklichkeit ist der Glaube vieler Menschen, da\u00df Jesus sie in ihrem Leben begleitet, da\u00df sie zu ihm beten k\u00f6nnen. Entscheidend f\u00fcr diesen Glauben ist nicht, da\u00df Jesus vielleicht in Visionen erscheinen mag, da\u00df er vielleicht Menschen heilt, sie aus einer Notlage befreit, sondern da\u00df er jeden Menschen zu Gott f\u00fchrt. Die Auferstehung von den Toten bedeutet nicht, da\u00df Jesus wie der Geist von Verstorbenen noch wirksam w\u00e4re, sondern da\u00df er mit Gott lebt. Entscheidend ist, da\u00df er nicht nur mit seiner Seele bei Gott ist, sondern leiblich. Die J\u00fcnger haben bei den Erscheinungen im Abendmahlssaal seine Wundmale gesehen. Wie Jesus in seiner Leiblichkeit ewig bei Gott ist, so werden auch wir mit Leib und Seele im Himmel sein. Es geht also um eine von Gott gewirkte Wirklichkeit, wenn von Auferstehung die Rede ist. Das Wahrnehmungsorgan f\u00fcr diese Wirklichkeit ist der Glaube. Ist diese Wirklichkeit wirklich? Genau so wirklich, wie die Tatsache, da\u00df Jesus wie viele andere unschuldig zum Tod verurteilt wurde. Denn Schuld oder Unschuld kann man genauso wenig durch physikalische Me\u00dfger\u00e4te registrieren. Noch weniger l\u00e4\u00dft sich messen, ob es eine Erl\u00f6sung, die Vergebung von Schuld gibt, weil Jesus &#8222;f\u00fcr die S\u00fcnden der Menschen gestorben ist&#8220;, und von Gott nicht im Tod gelassen wurde. Jesus ist deshalb nicht in der Weise in unserer Zeit gegenw\u00e4rtig wie z.B. ein gro\u00dfer K\u00fcnstler. Wenn die Matth\u00e4uspassion aufgef\u00fchrt wird, ist Johann Sebastian Bach gegenw\u00e4rtig, aber nur in seinem Werk. Jesus ist gegenw\u00e4rtig, weil er durch die Auferstehung in einer neuen Daseinsform gegenw\u00e4rtig ist. Das wird auch daran deutlich, da\u00df man sich nicht zur Musik eines Bach wirklich bekehren kann, wohl aber zu Jesus. Menschen \u00e4ndern ihr Leben total, verzichten auf Besitz und k\u00f6nnen Stunden im Gebet verbringen. Sie nehmen so Beziehung zu einem lebendigen, wirklichen Jesus auf. Diese Wirklichkeit ist von allergr\u00f6\u00dfter Bedeutung, weil sie die zuk\u00fcnftige Existenz des Menschen betrifft. Um sie geht es an Ostern.<\/p>\n<p>Autor: Eckhard Bieger SJ<br \/>\nDokument erstellt am 09.04.2006<br \/>\nErscheinungsdatum 14.04.2006<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00dcber den Karfreitag gibt es keinen Zweifel. Wie viele andere Menschen ist Jesus von Nazareth zum Tod verurteilt worden. 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