{"id":84190,"date":"2013-04-12T22:45:45","date_gmt":"2013-04-12T20:45:45","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/?p=84190"},"modified":"2013-04-12T22:45:45","modified_gmt":"2013-04-12T20:45:45","slug":"deutschland-musste-mit-eurobonds-in-10-jahren-200-mrd-mehr-an-zinsen-zahlen-und-wurde-62-der-mehrkosten-stemmen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/deutschland-musste-mit-eurobonds-in-10-jahren-200-mrd-mehr-an-zinsen-zahlen-und-wurde-62-der-mehrkosten-stemmen\/","title":{"rendered":"Deutschland m\u00fcsste mit Eurobonds in 10 Jahren 200 Mrd. mehr an Zinsen zahlen und w\u00fcrde 62% der Mehrkosten stemmen"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/presse.geld.de\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/Eurbonds_20131.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" src=\"http:\/\/presse.geld.de\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/Eurbonds_20131-232x300.jpg\" alt=\"Eurbonds_2013\" width=\"232\" height=\"300\" \/><\/a>George Soros irrt: Eurobonds w\u00fcrde Schuldenprobleme nicht l\u00f6sen, zeigt eine Studie zu allen Euro-L\u00e4ndern<\/p>\n<p><a title=\"Eurobonds 10 Jahre Laufzeit\" href=\"http:\/\/presse.geld.de\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/Eurbonds_2013.jpg\" target=\"_blank\">Hier Tabelle \u201cEurobonds\u201d downloaden<\/a><\/p>\n<p><em>Die Tabelle kann auf Anfrage auch als Excel-Datei zur Verf\u00fcgung gestellt werden.<\/em><\/p>\n<p>Die Eurokrise ist selbst mit der Einf\u00fchrung von Eurobonds nicht zu bew\u00e4ltigen. In einer Analyse des Finanzdienstleistungsportals <a href=\"http:\/\/www.geld.de\/\">GELD.de<\/a> (0,4 Mio. Nutzer im Monat)* gemeinsam mit <a href=\"http:\/\/www.boersennews.de\/\">B\u00d6RSENNEWS.de<\/a> (0,5 Mio. Nutzer im Monat)** wurde das nun klar belegt. Denn entgegen der Aussage des amerikanischen Finanzjongleurs George Soros, k\u00f6nnen selbst mit der Einf\u00fchrung eines gemeinsamen Schuldpapiers, den Eurobonds, die Krisenl\u00e4nder in der Eurozone ihre Haushalte nicht einmal ansatzweise konsolidieren. <!--more-->So liegt das aktuelle Haushaltsdefizit von Griechenland bei \u00fcber 300 Mrd. Euro. Doch Eurobonds br\u00e4chten unter Ber\u00fccksichtigung des aktuellen Emissionsvolumens von Griechenland innerhalb von zehn Jahren \u201clediglich \u201d rund 84 Mrd. Euro Zinsentlastungen (Tabelle mit detaillierten Angaben zu allen Euro-L\u00e4ndern im Anhang).<\/p>\n<p>Eurobonds w\u00fcrden bedeuten: Die sieben stabilsten Euro-L\u00e4nder, die derzeit einen durchschnittlichen Zinssatz von 2% beim Verkauf von Staatsanleihen f\u00fcr ihre Refinanzierung von Staatshaushalten bezahlen m\u00fcssen, w\u00fcrden k\u00fcnftig wohl 3,65% bezahlen. Das klingt prozentual nicht viel, ist aber in absoluten Zahlen eine gigantische Umverteilung: Es w\u00e4ren Mehrkosten von 323 Mrd. Euro innerhalb von zehn Jahren. Zudem hie\u00dfe es nichts anderes, als dass Deutschland nicht nur beim Euro-Rettungsschirm der gro\u00dfe Zahlmeister w\u00e4re, sondern auch bei den Eurobonds. In der Berechnung wurde der Anlagehorizont 2014 bis 2024 angenommen.<\/p>\n<p><strong>Die Verliererl\u00e4nder bei Eurobonds:<\/strong><\/p>\n<p>So m\u00fcssten Deutschland, Frankreich, die Niederlande, \u00d6sterreich, Belgien, Finnland und Luxemburg in einem Zehnjahres-Anlagezyklus nach Berechnungen von GELD.de und B\u00d6RSENNEWS.de insgesamt saftige 323 Mrd. Euro mehr an Zinsen an Geldgeber bezahlen, als bislang. Sage und schreibe 62%(!) m\u00fcsste Deutschland von den 323 Mrd. Euro Mehrzinsen durch ein gemeinsames europ\u00e4isches Schuldpapier berappen \u2013 also letztlich der deutsche Steuerzahler (Tabelle Anhang). Das entspricht umgerechnet auf zehn Jahre rund 200 Mrd. Euro. Das kleine Land Luxemburg, dessen Staatschef Jean-Claude Juncker gerne Deutschland beim Eurobond in die Pflicht nehmen w\u00fcrde, m\u00fcsste gerade einmal 600 Mio. Euro in 10 Jahren mehr an Zinsen f\u00fcr Schuldpapiere, die es verkauft, bezahlen oder im Schnitt 60 Mio. Euro pro Jahr (Anteil von 0,2 %). Frankreich w\u00e4re mit rund einem Drittel dessen dabei, was Deutschland stemmen m\u00fcsste \u2013 n\u00e4mlich mit 64 Mrd. Euro in zehn Jahren oder rund 6 Mrd. Euro in einem Jahr.<\/p>\n<p>Kein Wunder also, dass in Frankreich sich derzeit besonders Politiker im sozialistischen Lager finden, die \u00fcber die Einf\u00fchrung von Eurobonds \u201cnachdenken\u201d. Denn sie tr\u00e4fe die B\u00fcrde eines alle Euro-L\u00e4nder gleichmachenden Eurobonds um zweidrittel weniger als Deutschland. Weitere Eurobonds-Zahlmeister w\u00e4ren k\u00fcnftig auch die Niederlande. Sie m\u00fcssten 25 Mrd. Euro mehr f\u00fcr die Verzinsung gemeinschaftlich verkaufter Staatsanleihen in zehn Jahren bezahlen. Ebenso w\u00e4re \u00d6sterreich mit 13 Mrd. Euro dabei.<\/p>\n<p><strong>Die Gewinnerl\u00e4nder bei Eurobonds:<\/strong><\/p>\n<p>Die Gewinnerl\u00e4nder bei der Abschaffung von nationalen Schuldpapieren, also nationalen Staatsanleihen, w\u00e4ren Malta, Zypern, Slowakei, Slowenien, Irland, Portugal, Spanien, Griechenland und Italien. Auf sie k\u00e4men unter Annahme der dortigen bisherigen Anleihe-Emissionen innerhalb von zehn Jahren 361 Mrd. Euro weniger an Zinsen zu. Statt des bisherigen durchschnittlichen Bonds-Zinssatzes (gewichtet) von 6,1%, w\u00e4ren nur noch 3,65% f\u00e4llig. Das klingt prozentual ebenfalls nicht nach viel, ist es aber hochgerechnet. Der gr\u00f6\u00dfte Gewinner von Eurobonds w\u00e4re Italien mit einer geringeren Zinslast innerhalb von zehn Jahren von 170 Mrd. Euro, gefolgt von Griechenland (84 Mrd. Euro weniger Zinszahlungen f\u00fcr Schuldpapiere in zehn Jahren), Spanien (55 Mrd. Euro), Portugal (37 Mrd.), Irland (11 Mrd.), Slowenien (1,5 Mrd.), die Slowakei (1,1 Mrd.), Zypern (rund 1 Mrd.) und Malta (16 Mio.).<\/p>\n<p><strong>Fazit der Studie von GELD.de und B\u00d6RSENNEWS.de:<\/strong> Es ist an Demagogie nicht mehr zu \u00fcberbieten, wenn Finanzjongleur George Soros so tut, als w\u00fcrde der Eurobonds die Probleme der Eurozone l\u00f6sen und als w\u00fcrde Deutschland mit seiner Weigerung zu Eurobonds, hier schuldhaft einer Konsolidierung von Euro-Krisenl\u00e4ndern im Wege stehen. Auch die Forderung nach einem Euroaustritt von Deutschland ist entsprechend unakzeptabel. Die Berechnung der angenommenen Mehrkosten und Ersparnisse beim Eurobond wird in der Fu\u00dfnote der Tabelle im Anhang erl\u00e4utert.<\/p>\n<p><strong>Warum gibt es bei der Eurobonds-Kosten-Berechnung eine Differenz zwischen Mehrbelastungen durch die einen L\u00e4nder und die Zinsentlastungen f\u00fcr die anderen L\u00e4nder und keinen Nullsummenausgleich?<\/strong><\/p>\n<p>Das erkl\u00e4ren Sebastian Hahn, Chefredakteur von B\u00d6RSENNEWS.de, und Oliver Haugk, Finanzexperte:<\/p>\n<p>\u201cWir m\u00f6chten diese Frage anhand eines einfachen Beispiels erkl\u00e4ren. Hierf\u00fcr nehmen wir als Beispiel-Grundlage \u00a0zwei L\u00e4nder mit fiktiven mathematischen Beispielzahlen:<\/p>\n<ul>\n<li>Deutschland w\u00fcrde 2014 einen Kredit in H\u00f6he von 100 Mrd. Euro aufnehmen und daf\u00fcr bei einem Eurobond-Zinssatz von 3,65% letztlich 2,15 Prozentpunkte Zinsen mehr als bisher bezahlen, das hei\u00dft zus\u00e4tzlich 2,15 Mrd. Euro.<\/li>\n<li>Gleichzeitig nimmt Spanien aber 500 Mrd. Euro zus\u00e4tzlichen Kredit auf und spart 2,05 Prozentpunkte Zinsen durch den f\u00fcr Spanien g\u00fcnstigeren Eurobond-Zinssatz. Das ergibt eine Zinsersparnis von 10,25 Mrd. Euro.<\/li>\n<li>Hier w\u00fcrde es \u2013 wie in der Tabelle dargestellt \u2013 mehr Ersparnisse geben als Mehrkosten.<\/li>\n<li>Das Ergebnis Ersparnis = Mehrkosten w\u00fcrde genau dann und nur dann entstehen, wenn alle Euro-L\u00e4nder ihre gesamten Schulden in Form von Eurobonds begeben und einen exakt gleichen Verschuldungsgrad in Bezug auf ihre Leistungsf\u00e4higkeit aufweisen w\u00fcrden. Anderenfalls unterst\u00fctzen die geringer verschuldeten L\u00e4nder praktisch unentgeltlich die h\u00f6her verschuldeten L\u00e4nder der Euro-Zone, da diese mit ihrem Verm\u00f6gen auch stets f\u00fcr die Krisenl\u00e4nder mit haften.\u201d<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>\u00dcber Geld.de und B\u00d6RSENNEWS.de<\/strong><\/p>\n<p>*GELD.de (0,4 Mio. Nutzer, AGOF Januar 2013) geh\u00f6rt zu den f\u00fchrenden Finanzplattformen in Deutschland. Hier wird die Finanzwelt \u00fcbersichtlich nach Versicherungen, Baufinanzierung, Geldanlagen, Krediten und Steuern sortiert. B\u00f6rsennews.de geh\u00f6rt zu den f\u00fchrenden europ\u00e4ischen Informationsplattformen rund um Finanzanlagen und die B\u00f6rse.<\/p>\n<p>**B\u00d6RSENNEWS.de (0,5 Mio. Nutzer, AGOF Januar 2013) ist das B\u00f6rsenportal der Unister GmbH, die 2002 gegr\u00fcndet wurde und heute als expandierendes Unternehmen rund 1.900 Mitarbeiter besch\u00e4ftigt. Unister hat seinen Firmensitz in Leipzig mit Niederlassungen in Berlin, Hamburg, Dresden, Chemnitz, M\u00fcnchen, Jena oder Magdeburg.<\/p>\n<p><a title=\"Eurobonds 10 Jahre Laufzeit\" href=\"http:\/\/presse.geld.de\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/Eurbonds_2013.jpg\" target=\"_blank\">Hier Tabelle \u201cEurobonds\u201d downloaden<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>George Soros irrt: Eurobonds w\u00fcrde Schuldenprobleme nicht l\u00f6sen, zeigt eine Studie zu allen Euro-L\u00e4ndern Hier Tabelle \u201cEurobonds\u201d downloaden Die Tabelle<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","footnotes":""},"categories":[5],"tags":[10289],"class_list":["post-84190","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-politik-wirtschaft","tag-deutschland-musste-mit-eurobonds-in-10-jahren-200-mrd-mehr-an-zinsen-zahlen-und-wurde-62-der-mehrkosten-stemmen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/84190","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=84190"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/84190\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":84192,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/84190\/revisions\/84192"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=84190"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=84190"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=84190"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}