{"id":89025,"date":"2013-07-10T17:07:40","date_gmt":"2013-07-10T15:07:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/?p=89025"},"modified":"2013-07-10T17:07:40","modified_gmt":"2013-07-10T15:07:40","slug":"850-euro-mindestlohn-kaufkraft-in-lubeck-wurde-um-41-mio-euro-steigen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/850-euro-mindestlohn-kaufkraft-in-lubeck-wurde-um-41-mio-euro-steigen\/","title":{"rendered":"8,50 Euro Mindestlohn: Kaufkraft in L\u00fcbeck w\u00fcrde um 41 Mio. Euro steigen"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/Billigprodukt.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-89026\" alt=\"Billigprodukt\" src=\"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/Billigprodukt-216x216.jpg\" width=\"216\" height=\"216\" \/><\/a>Im Job alles geben \u2013 und trotzdem wenig daf\u00fcr bekommen: In L\u00fcbeck arbeiten rund 20.360 Menschen f\u00fcr einen Niedriglohn. Sie verdienen weniger als 8,50 Euro pro Stunde. Das ist das Ergebnis einer Studie vom Pestel-Institut in Hannover. <!--more-->Die Wissenschaftler haben dar\u00fcber hinaus untersucht, welche positiven Effekte ein gesetzlicher Mindestlohn f\u00fcr die heimische Wirtschaft h\u00e4tte: \u201eDie Kaufkraft in L\u00fcbeck w\u00fcrde um 41 Millionen Euro pro Jahr steigen. Vorausgesetzt, jeder Besch\u00e4ftigte verdient k\u00fcnftig mindestens 8,50 Euro pro Stunde\u201c, sagt Matthias G\u00fcnther vom Pestel-Institut. Der Leiter der Mindestlohn-Studie erwartet, dass der Zuwachs an Kaufkraft nahezu eins zu eins in den Konsum gehen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>F\u00fcr die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) und die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gastst\u00e4tten (NGG) sind die Ergebnisse der Studie ein klares Argument f\u00fcr die sofortige Einf\u00fchrung eines gesetzlichen Mindestlohnes von 8,50 Euro. Beide Gewerkschaften hatten die Untersuchung in Auftrag gegeben. \u201eWer den ganzen Tag arbeitet, muss mit dem, was er verdient, auch klarkommen k\u00f6nnen. Das klappt aber nicht, wenn Dumpingl\u00f6hne gezahlt werden. Und ein Dumpinglohn ist alles unter 8,50 Euro pro Stunde\u201c, sagt der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des ver.di-Bezirks L\u00fcbeck-Ostholstein, J\u00f6rg Wilczek.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Niedrigl\u00f6hner seien gezwungen, k\u00fcrzer zu treten und Verzicht zu \u00fcben. \u201eSie k\u00f6nnen am Leben nicht richtig teilnehmen. Das f\u00e4ngt schon beim Bus- und Bahnticket an. F\u00fcr Ausfl\u00fcge und selbst f\u00fcr Verwandtenbesuche reicht das Geld oft nicht. Genauso wie f\u00fcrs Kino oder Schwimmbad\u201c, sagt J\u00f6rg Wilczek. Ein Niedriglohn bedeute automatisch \u201eeine Lebensqualit\u00e4t dritter Klasse\u201c.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das zeige sich ganz besonders beim Einkauf: \u201eWer von einem Niedriglohn lebt, f\u00fcr den sind die K\u00e4se- und die Frischfleischtheke im Supermarkt tabu. Bei Lebensmitteln kommen dann nur Sonderangebote und Billigprodukte in Frage. Am besten reduzierte Ware: Zweite-Wahl-Produkte oder Sachen kurz vor dem Ablaufdatum. Geringverdiener sind gezwungen, jeden Cent zweimal umzudrehen\u201c, sagt der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der NGG-Region L\u00fcbeck, Dirk Himmelmann.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>NGG und ver.di werfen Lohndumping-Arbeitgebern vor, sie w\u00fcrden sich ihre \u201eGeiz-L\u00f6hne\u201c vom Steuerzahler subventionieren lassen. \u201eN\u00e4mlich dann, wenn Menschen einen sozialversicherungspflichtigen Teilzeit- oder Vollzeitjob haben, aber so wenig verdienen, dass der Staat mit Hartz IV drauflegen muss. Das ist dann quasi staatlich subventioniertes Lohndumping. Solche Arbeitgeber sind schlichtweg unanst\u00e4ndig\u201c, so Dirk Himmelmann.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Heftige Kritik \u00fcben ver.di und NGG an der schwarz-gelben Bundesregierung: \u201eCDU\/CSU und FDP sind die \u201aMindestlohn-Bremsen\u2019. Die Wahrheit ist, beide \u2013 Union und Liberale \u2013 wollen keinen einheitlichen gesetzlichen Mindestlohn. Vor der Bundestagswahl nicht. Und nach der Bundestagswahl erst recht nicht\u201c, sagt ver.di-Bezirksgesch\u00e4ftsf\u00fchrer J\u00f6rg Wilczek. Das von Teilen der schwarz-gelben Koalition geforderte Modell, f\u00fcr unterschiedliche Regionen und unterschiedliche Branchen unterschiedliche Mindestl\u00f6hne einzuf\u00fchren, sei eine \u201eFarce und von vornherein zum Scheitern verurteilt\u201c. Dies komme einem \u201eLohn-Flickenteppich\u201c gleich und sei \u201ereine Augenwischerei\u201c.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u201eKein Mensch wird eine \u201aRepublik der 1000 Mindestl\u00f6hne\u2019 je \u00fcberblicken, geschweige denn kontrollieren k\u00f6nnen. Ganz abgesehen davon, dass viele Unternehmer nicht einmal bereit sein werden, sich mit den Gewerkschaften an einen regionalen Verhandlungstisch zu setzen\u201c, so Dirk Himmelmann von der NGG-Region L\u00fcbeck. Damit sei klar, dass dies sogar zu einem \u201eMindestlohn-Flickenteppich mit vielen L\u00f6chern\u201c f\u00fchren werde. NGG und ver.di appellieren an alle Besch\u00e4ftigten, die in L\u00fcbeck zu einem Niedriglohn arbeiten, diesen online beim Dumpinglohnmelder (<a title=\"http:\/\/www.dumpinglohnmelder.de\/\" href=\"http:\/\/www.dumpinglohnmelder.de\/\">www.dumpinglohnmelder.de<\/a>) anzuzeigen. Die beiden Gewerkschaften wollen so noch vor der Bundestagswahl die \u201eDeutschland-Billiglohn-Landkarte\u201c vervollst\u00e4ndigen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Job alles geben \u2013 und trotzdem wenig daf\u00fcr bekommen: In L\u00fcbeck arbeiten rund 20.360 Menschen f\u00fcr einen Niedriglohn. 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