{"id":98289,"date":"2013-09-26T12:21:33","date_gmt":"2013-09-26T10:21:33","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/?p=98289"},"modified":"2013-09-26T12:21:33","modified_gmt":"2013-09-26T10:21:33","slug":"55-nordische-filmtage-lubeck-programm-retrospektive-2013-nordwarts-im-film-spitzbergen-und-der-weg-zum-pol-von-den-ersten-abenteurern-zu-klimaforschern-und-musikalischen-essa","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/55-nordische-filmtage-lubeck-programm-retrospektive-2013-nordwarts-im-film-spitzbergen-und-der-weg-zum-pol-von-den-ersten-abenteurern-zu-klimaforschern-und-musikalischen-essa\/","title":{"rendered":"55. Nordische Filmtage L\u00fcbeck &#8211; Programm Retrospektive 2013: \u201eNord!w\u00e4rts im Film: Spitzbergen und der Weg zum Pol\u201c &#8211; Von den ersten Abenteurern zu Klimaforschern und musikalischen Essays im ewigen Eis"},"content":{"rendered":"<p>L\u00fcbeck, 25. September 2013 &#8211; Unter dem Titel \u201eNord!w\u00e4rts im Film: Spitzbergen und der Weg zum Pol\u201c stellt die Retrospektive der Nordischen Filmtage L\u00fcbeck in diesem Jahr vom 30. Oktober bis zum 3. November 2013 einerseits umfangreiches historisches Filmmaterial vor, das sich in Spiel- und Dokumentarfilmen mit dieser arktischen Region auseinandersetzt. Anderseits werden auch moderne filmische Dokumente gezeigt, die einen ganz aktuellen Blick auf die klimatischen Bedingungen der Polargegend werfen. <!--more-->Nat\u00fcrlich d\u00fcrfen, wenn es um Spitzbergen geht, die gro\u00dfen Abenteurer und Forscher nicht fehlen, wie der Norweger Roald Amundsen, der als erster Mensch den geografischen S\u00fcdpol im Dezember 1911 erreichte und gleich mehrere Anl\u00e4ufe zum Nordpol unternahm. Mit Amundsens eigenen Worten und Original-Filmmaterial portr\u00e4tiert der Film \u201eAbenteuer im Eis \u2013 Das Leben und Sterben des Roald Amundsen\u201d von Stig Andersen und Kenny Sanders (1999) nicht nur seinen ber\u00fchmten Wettlauf mit dem Briten Robert F. Scott, sondern auch dessen Nordpol-Expeditionen. Hierzu sind auch der zeitgen\u00f6ssische norwegische Expeditionsfilm Roald Amundsen &#8211; Lincoln Ellsworth&#8217;s Polar Flight von 1925 (Regie: Paul Berge, Oscar Omdal), der in einer restaurierten Fassung mit neuem Soundtrack vorliegt, und die mittellange Dokumentation \u201cMythos Amundsen &#8211; Verschollen in der Arktis\u201d (D, 2010) des deutschen Regisseurs Rudolph Herzog sehenswert, der sich auf die Suche nach den Spuren und \u00dcberbleibseln der Amundsen-Expedition des Jahres 1928 macht. Im Jahr 1924 entstehen die ersten Luftaufnahmen von Spitzbergen und des angrenzenden Polargebietes f\u00fcr den Film \u201cIm Junkers-Flugzeug \u00fcber Spitzbergen\u201d, in Auftrag gegeben vom damaligen Dessauer Erfolgsunternehmer Hugo Junkers, der den bekannten Schweizer Piloten und Kameramann Walther Mittelholzer mit zwei Flugzeugen des Junkers-Typs F 13 (dem weltweit ersten Ganzmetallflugzeug) auf den Weg schickt.<\/p>\n<p>Den schwedischen Aeronauten S.A. Andr\u00e9e, Strindberg und Fr\u00e6nkel, die in einem Ballon 1897 zum Pol fliegen wollten, folgt Regisseur Jan Troell genau 100 Jahre sp\u00e4ter mit dem Film \u201cDer gefrorene Traum\u201d (En frusen dr\u00f6m), basierend auf Tagebucheintragungen und Fotos der Besatzung, die 1930 entdeckt worden waren, als das letzte Camp des Teams gefunden wurde. Dem Deutschen Herbert Schr\u00f6der-Stranz und seiner Expedition im Jahr 1912\/13 sp\u00fcrt der moderne Abenteurer Arved Fuchs zusammen mit dem Klimaforscher Dr. Dirk Notz nach im Film \u201eVerschollen vor Spitzbergen\u201d (Deutschland 2008, Regie: Kirsten Hoehne und Frode Mo). Fuchs glaubt, das mysteri\u00f6se Verschwinden der M\u00e4nner rekonstruieren zu k\u00f6nnen, die 1912 auf dem Schiff \u201cHerzog Ernst\u201d vom norwegischen Hafen Trom\u00f6 aufbrachen und auf Spitzbergen starben.<\/p>\n<p>Im Jahr 1965 macht sich der bekannte deutsche Schriftsteller Alfred Andersch mit einem Hochseekutter vier Wochen lang auf den Weg, um westlich um Spitzbergen bis zu den Sieben Inseln am Rand des Packeises zu fahren. Dabei entstehen zahlreiche Farbfotos, aufgenommen von seiner Frau Gisela und Reisenotizen, die Andersch zu seinem Reisebuch \u201eHohe Breitengrade oder Nachrichten von der Grenze\u201c (erschienen 1969) inspiriert haben. Filmisch festgehalten wurde die Reise in Martin Bosbooms Dokumentation \u201eHaakons Hosentaschen\u201c.<\/p>\n<p>Zwanzig Jahre sp\u00e4ter, 1985, dreht Ola Solum den arktischen Spionage-Thriller \u201eOrion\u2019s Belt\u201c. In diesem Spielfilm sto\u00dfen drei Norweger an der K\u00fcste Svalbards auf einen sowjetischen Lauschposten in einer H\u00f6hle. Diese Entdeckung versuchen die Sowjets mit allen Mitteln geheim zu halten. Ein spannender Thriller aus den Zeiten des Kalten Krieges nach dem Buch von Jon Michelet.<br \/>\n10 Jahre danach zeigt Hans Petter Moland in dem auf Spitzbergen gedrehten \u201cArktis-Western\u201d \u201cZero Kelvin\u201d (Kj\u00e6rlighetens kj\u00f8tere) drei sehr verschiedene M\u00e4nner, die auf eine Jagdexpedition in der kalten Polarlandschaft gehen. Konflikte bahnen sich an, die eskalieren als ein Mann aus der Gruppe am Weihnachtsabend 1928 verschwindet.<\/p>\n<p>In der Dokumentation \u201cThe Ghost of Piramida\u201d (Regie Andreas Koefoed) l\u00e4sst sich die d\u00e4nische Band \u201cEfterklangen\u201d von der verlassenen Bergbausiedlung \u201cPiramida\u201d auf Spitzbergen inspirieren und nimmt dort T\u00f6ne f\u00fcr ein sp\u00e4teres Album auf. Besonders beeindruckend im Films sind auch die Aufnahmen und Erinnerungen des russischen Amateurfilmers Alexander Inanovic Naomkin, der hier von Ende der 1960er Jahre bis 1998 gelebt hat.<\/p>\n<p>Passend dazu widmet sich auch die Er\u00f6ffnungsveranstaltung der Retrospektive am 30. Oktober um 19.30 Uhr im CineStar Filmpalast Stadthalle den musikalisch-k\u00fcnstlerischen Themen: Im Musikvideo \u201cPolar Euphoria\u201d (Polar eufori) von Mari Tefre wird musikalisch der Arktis, dem Norden und ganz speziell Spitzbergen ein filmisches Denkmal gesetzt. Ebenfalls in eine k\u00fcnstlerische Auseinandersetzung mit Spitzbergen geht auch der mittellange Film \u201eEs wird sich jemand finden, der selbst diese Leere nicht f\u00fcrchtet\u201d, der 20 K\u00fcnstler begleitet, die sich 2012 auf einer zweiw\u00f6chigen Segeltour von dem arktischen Ort inspirieren lie\u00dfen und ihre Eindr\u00fccke mit bizarren, surrealen und wundersch\u00f6nen Aktionen in Kunst verwandelt haben. Als Vorfilm in diesem Er\u00f6ffnungs-Programm l\u00e4uft der Kurzfilm \u201cGhost Radio Hunter\u201d, der ebenfalls die Siedlung \u201cPiramida\u201d zum Thema hat. In der verlassenen Siedlung versucht der K\u00fcnstler Per Martinsen ein \u201cGeister-Radio\u201d aufzusp\u00fcren, das immer noch Signale aussendet.<br \/>\nJ\u00f6rg Sch\u00f6ning, Leiter der Retrospektive: \u201cSo wie zeitgen\u00f6ssische, avantgardistische K\u00fcnstler sich mit Artefakten auf Spitzbergen besch\u00e4ftigen, kann auch die Begegnung mit alten Filmen in der Retrospektive dazu anregen, sich mit Gegenwart und Zukunft dieses einzigartigen Landschaftsraumes auseinanderzusetzen.\u201d<\/p>\n<p>Als Auftaktveranstaltung f\u00fcr die diesj\u00e4hrige Retrospektive wird DIE GEMEINN\u00dcTZIGE am Dienstag, 29. Oktober um 19.30 Uhr passend dazu einen Vortrag des Hamburger Meteorologen und Spitzbergen-Experten Dr. Dirk Notz in ihren R\u00e4umen in der K\u00f6nigstr. 5 in L\u00fcbeck abhalten. Der Eintritt ist frei. Dr. Notz ist Mitarbeiter am Hamburger Max-Planck-Institut f\u00fcr Meteorologie und spricht an diesem Abend \u00fcber den R\u00fcckgang der polaren Eisfl\u00e4chen und die Auswirkungen der Eisschmelzen in Bezug auf den Klimawandel.<\/p>\n<p>Weitere Informationen zu den Nordischen Filmtagen L\u00fcbeck finden sie unter www.filmtage.luebeck.de oder besuchen Sie uns auf Facebook: facebook.com\/NordicFilmDays<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>L\u00fcbeck, 25. 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