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VfB Lübeck trauert um Torwart-Legende“Manni“ Bomke

Der VfB Lübeck trauert um seinen Rekord-Torwart Manfred „Manni“ Bomke, der am vergangenen Donnerstag im Alter von 85 Jahren verstorben ist.

1964 wechselte der gebürtige Bremer vom SV Hemelingen an die Lohmühle. Dass er nicht beim SV Werder Bremen landete, lag einzig daran, dass die Bremer damals keinen weiteren Vertragsspieler verpflichten durften. So entschied sich Bomke für das Angebot des VfB Lübeck, dessen Trainer Heinz Lucas mitbekommen hatte, dass das Torwarttalent zu haben war. Rund zwei Jahre nach dem Karriereende von Torwart „Jonny“ Felgenhauer beendete Bomke damit die lange Suche nach einer neuen Nummer eins. Er eroberte auf Anhieb den Platz zwischen den Pfosten und sollte eine neue Torhüter-Ära an der Lohmühle prägen.

Trotz einer Meniskusoperation, die damals noch ein schwerwiegender Eingriff war, kehrte der gelernte Maurer schnell zurück und etablierte sich mit konstant starken Leistungen. Auch in der Auswahl des Norddeutschen Fußball-Verbandes war er fortan die Nummer eins, die regelmäßig internationale Vergleichsspiele unter anderem gegen Jütland oder Nordholland bestritt.

Seinen größten sportlichen Erfolg feierte Bomke mit dem VfB Lübeck 1969 beim Erreichen der Bundesliga-Aufstiegsrunde. Unvergessen bleiben die Bilder vom entscheidenden 2:1-Sieg in Celle, als der Torhüter von tausenden VfB-Fans auf den Schultern vom Platz getragen wurde.

In all den Jahren profitierte Bomke auch vom loyalen Konkurrenzkampf mit Norbert Retelsdorf, der ihm als verlässliche Nummer zwei stets den Rücken freihielt. Selbst bei kleineren Blessuren konnte Bomke beruhigt Platz machen — wissend, dass ein starker Ersatz bereitstand.

Seine Treue hielt der mittlerweile in Schlutup sesshaft gewordene Keeper dem VfB auch in schwierigeren Zeiten. 1976 wollte er seine Karriere eigentlich beenden, ließ sich jedoch vom neuen Trainer Reinhold Ertel zum Weitermachen überreden und erlebte unter ihm noch einmal ein spätes Karriere-Hoch gekrönt mit dem Oberliga-Aufstieg 1977. Nach Ertels Abschied beendete auch Bomke seine aktive Laufbahn, wurde wenig später Co-Trainer unter „Jockel“ Krause und übernahm nach dessen Trennung für zwei Wochen sogar die Trainingsleitung der Mannschaft.

Nach Differenzen mit dem Vorsitzenden Otto Görgens verließ Bomke schließlich den VfB und wechselte zum 1. FC Phönix Lübeck — als Co-Trainer unter Chef Reinhold Ertel. Mit 40 Jahren kam er hier sogar noch einmal als Torwart zum Einsatz. Nach Ertels frühem Tod übernahm Bomke dort für rund sieben Jahre die Cheftrainerrolle, später war er auch beim SV Sereetz erfolgreich tätig.

Bei einem Oldie-Vorspiel im Jahr 1986 lief Bomke ein letztes Mal für den VfB Lübeck auf. Zwischen 1964 und 1979 bestritt er insgesamt 432 Pflichtspiele für die Grün-Weißen und ist damit bis heute der Rekord-Torhüter des Vereins. Nur Jürgen Brinckmann absolvierte noch mehr Partien für den VfB.

Der VfB Lübeck trauert mit seiner Familie und seinen Freunden um eine große Persönlichkeit und eine echte Torwart-Legende. Wir werden Manfred „Manni“ Bomke stets ein ehrendes Andenken bewahren.

Ruhe in Frieden, Manni.