Politik & Wirtschaft

Mehr Vielfalt auf dem Acker: Landwirtschaftsministerium fördert Anbaudiversifizierung und heimische Eiweißpflanzen mit 4,5 Millionen Euro

KIEL. Abwechslung auf den Feldern zahlt sich aus: Mit dem neuen Programm „Vielfältige Kulturen im Ackerbau“ unterstützt das Ministerium für Landwirtschaft, ländliche Räume, Europa und Verbraucherschutz (MLLEV) künftig landwirtschaftliche Betriebe in Schleswig-Holstein ihre Fruchtfolgen zu diversifizieren, den heimischen Anbau von Eiweißpflanzen auszubauen und ihre Höfe klima- und -zukunftsfest aufzustellen. Dafür stehen insgesamt 4,5 Millionen Euro als Agrarumwelt- und Klimamaßnahme (AUKM) zur Verfügung.

„Unsere Landwirtinnen und Landwirte leisten täglich wertvolle Arbeit für die Ernährungssicherung, den Erhalt unserer Kulturlandschaft und den Klimaschutz. Mit dieser Förderung eröffnen wir ihnen eine weitere Möglichkeit, ihre Betriebe nachhaltig, zukunftsfest sowie wirtschaftlich erfolgreich aufzustellen. Wir wollen die Vielfalt auf dem Acker ausbauen und den heimischen Eiweißpflanzenanbau gezielt voranbringen. Das stärkt die Böden, schützt das Klima und entlastet unsere Gewässer, weil weniger Stickstoff gedüngt werden muss. Ich rufe interessierte Betriebe in Schleswig-Holstein dazu auf, diese Chance zu nutzen und ihre Höfe noch abwechslungsreicher aufzustellen“, sagte Landwirtschaftsministerin Cornelia Schmachtenberg.

Mit dem neuen Programm werden Landwirtinnen und Landwirte finanziell unterstützt, wenn sie zwischen 10 und 30 Prozent Leguminosen anbauen und insgesamt mindestens fünf verschiedene Kulturen in ihre Fruchtfolge integrieren. Dabei werden mehrere Ziele gleichzeitig verfolgt: Vielfältige Fruchtfolgen fördern die Bodenfruchtbarkeit, verbessern die Pflanzengesundheit und erhöhen die Biodiversität auf den Feldern. Leguminosen wie Erbsen oder Ackerbohnen steigern die Stickstoffeffizienz, können Nährstoffeinträge in Gewässern verringern und ermöglichen eine Reduzierung von Pflanzenschutzmitteln, ohne dass die Erträge leiden.

Die Betriebe stellen dadurch ihre Anbausysteme breiter auf, erhöhen den heimischen Eiweißpflanzenanbau und reduzieren Treibhausgasemissionen. So leistet die Förderung einen Beitrag zum Klima- und Gewässerschutz und stärkt gleichzeitig die regionale Eiweißversorgung. Zudem unterstützt die Maßnahme die Zielvereinbarung Landwirtschaft im Rahmen des Aktionsplans Ostseeschutz und fügt sich in das Klimaschutzprogramm des Landes ein.

Wer kann teilnehmen?

Interessierte Betriebe können die Teilnahme bis zum 15. Mai 2026 im Rahmen des Sammelantragsverfahrens beantragen. Die Maßnahme beginnt am 1. Januar 2027, läuft drei Jahre und wird mit 21 Euro pro Hektar Ackerfläche und Jahr gefördert.

Teilnehmende Betriebe müssen mindestens fünf verschiedene Kulturarten auf ihren gesamten in Schleswig-Holstein gelegenen Ackerflächen anbauen, darunter mindestens eine großkörnige Leguminose zum Beispiel Erbse oder Ackerbohne. Jede Kulturart ist auf 10 bis 30 Prozent der Fläche anzubauen; der Getreideanteil darf maximal 66 Prozent betragen. Die Förderung kann mit der Öko-Regelung 2 kombiniert werden. Betriebe, die die Flächenfördermaßnahme Ökologischer Landbau (FP 478) erhalten, sind von der Maßnahme ausgeschlossen.

Weitere Informationen stehen im Rahmen des Sammelantragsverfahrens zur Verfügung.