Aus für die gemeinsame Leitstelle von Polizei und Feuerwehr
SPD fordert schnellen Neustart für Wache 2.
Das Aus für den geplanten gemeinsamen Leitstellen‑Neubau von Polizei und Feuerwehr sorgt für Enttäuschung, kommt für die SPD‑Fraktion in der Lübecker Bürgerschaft jedoch nicht überraschend. Darauf weist Frank Zahn, sicherheitspolitischer Sprecher der Fraktion, hin.
Bereits im September 2025 hatten sich die Hinweise verdichtet, dass das Projekt ins Wanken geraten könnte. Die Landespolizei forderte damals Sicherheitsstandards für ihre Leitstelle, die auf dem geplanten Gelände nur schwer umsetzbar gewesen wären. „Seit Beginn der Planungen haben wir den rund 150‑Millionen‑Euro‑Bau kritisch begleitet, uns aber grundsätzlich zum Konzept bekannt“, so Zahn. „Inzwischen hat sich die Sicherheitslage verändert. Damit stellt sich die Frage, ob zwei Leitstellen an getrennten Standorten nicht sinnvoller und sicherer wären.“
Unklare Zukunft der Polizei – verlässliche Strukturen für Lübeck gefordert
Noch ist offen, wie sich die Polizei unter den neuen Rahmenbedingungen organisieren wird. Für Frank Zahn steht jedoch fest: „Für Lübeck und die Sicherheit in unserer Stadt ist es wichtig, dass wir hier vor Ort eine verlässliche Struktur haben. Die Leitstelle der Polizeidirektion muss in der Stadt bleiben.“
Für Leitstellen gelten hohe bauliche und technische Sicherheitsanforderungen. Dass die Polizei aus dem gemeinsamen Projekt aussteigt, trifft vor allem die Feuerwehr Lübeck. „Der Feuerwehr muss jetzt schnell geholfen werden“, fordert Zahn. „Die baulich desolate Wache 2 braucht dringend einen Neubau – inklusive der geplanten Erweiterungen für Fahrzeugdesinfektion, Werkstatt und Lagerflächen.“ Ein Ausweichquartier für die Bauphase ist bereits angemietet.
Ob die veraltete Leitstelle der Feuerwehr am bisherigen Standort durch einen Neubau ersetzt wird, muss weiter geprüft werden, wäre aufgrund der schwierigen Weltlage aber wünschenswert. Klar ist für die SPD jedoch: Auch der geplante Verwaltungstrakt mit Büros und Einsatzräumen für Großlagen ist zwingend notwendig und darf nicht erneut aufgeschoben werden.
Zahn betont die gute Zusammenarbeit mit der Bauverwaltung: „Ich habe die Bauverwaltung als verlässlichen Partner der Feuerwehr kennengelernt. Zeitpläne wurden eingehalten, alle Akteure – auch das Land Schleswig‑Holstein – wurden einbezogen. Im Juni 2025 soll folgerichtig ein Generalplaner beauftragt worden sein.“
Umso deutlicher fällt seine Kritik am Rückzug der Polizei aus: „Die bereits entstandenen Kosten in siebenstelliger Höhe sollten dem Aussteiger in Rechnung gestellt werden.“
Für die SPD‑Fraktion ist klar: Es gibt Alternativen. Bereits während der Planungen wurden verschiedene Varianten für Um‑ und Neubauten diskutiert. „Wir unterstützen alle realistischen Lösungen und halten es für zeitgemäß, diese Investitionen im zweistelligen Millionenbereich umzusetzen“, so Zahn abschließend.
