Mehr heimisches Saatgut für Schleswig-Holstein:
Erste Samenplantage für gebietseigene Sträucher eröffnet.
HEIDMOOR. Schleswig-Holstein stärkt die Versorgung mit heimischem Saatgut für Baumschulen, den Waldumbau, Ausgleichsflächen und Renaturierungsprojekte. Heute eröffnete Forstministerin Cornelia Schmachtenberg gemeinsam mit den Schleswig-Holsteinischen Landesforsten (SHLF) die erste Samenplantage für gebietseigene bzw. heimische Sträucher in der Försterei Hasselbusch bei Heidmoor. Gleichzeitig entstehen auf dem Gelände neue Waldflächen.
„Wir nehmen die Herausforderung, qualitativ hochwertiges gebietseigenes Saatgut im Land verfügbar zu machen, sehr ernst. Mit dieser Samenplantage schaffen wir eine wichtige Grundlage für die heimischen Baumschulen und leisten einen entscheidenden Beitrag zur Neuwaldbildung in Schleswig-Holstein“, sagte Forstministerin Schmachtenberg bei der Eröffnung.
Seit dem 2. März 2020 schreibt das Bundesnaturschutzgesetz vor, dass bei Pflanzmaßnahmen in der freien Landschaft nur Saat- und Pflanzgut aus der jeweiligen natürlichen Herkunft verwendet werden darf. Besonders für Sträucher war dies bisher eine Herausforderung: Das zertifizierte Pflanzgut ist am Markt oft nur begrenzt verfügbar, da die Nachzucht aufwendig ist. Engpässe betreffen unter anderem Ausgleichsflächen und Ersatzmaßnahmen bei Infrastrukturprojekten.
„Bei Waldbäumen achten wir seit Jahrzehnten darauf, nur geeignetes Saatgut aus heimischen Herkünften zu verwenden. Diese Erfahrungen übertragen wir nun auch auf Sträucher. So sichern wir genetische Vielfalt, biologische Anpassungsfähigkeit und einen gesunden Naturhaushalt“, erklärte Dr. Chris Freise, Direktor der Schleswig-Holsteinischen Landesforsten.
Die SHLF sichern die Versorgung mit gebietseigenem Saatgut künftig über zwei Wege: spezielle Saatgutplantagen und natürliche Saatgutbestände in den Wäldern. Saatgutplantagen liefern größere Mengen und lassen sich technisch einfacher ernten, unterliegen aber höheren Kosten und strengeren Zulassungsanforderungen. Natürliche Bestände sind einfacher anzulegen, die Ernte ist dafür aufwendiger. Durch diese Kombination stellt das Land langfristig sicher, dass mehr heimisches Saatgut für Pflanzungen, Renaturierungen und Ausgleichsmaßnahmen verfügbar ist.
Hintergrund:
Die Fläche in Heidmoor umfasst insgesamt 14,6 Hektar, auf denen neuer Wald entsteht. Etwa 10 Prozent der Fläche werden für heimische Sträucher genutzt, die gleichzeitig als Samenplantage dienen. Insgesamt werden hier später rund 65.000 Bäume und Sträucher wachsen, darunter 5.000 heimische Sträucher wie Hasel, Schwarzer Holunder, Hundsrose, Pfaffenhütchen, Schneeball und Schlehe.
Das Land Schleswig-Holstein unterstützt die Neuwaldbildung mit 700.000 Euro jährlich. Für die Anlage der Samenplantage wurden bisher rund 40.000 Euro investiert – bis zur Fertigstellung werden die Gesamtkosten etwa 140.000 Euro betragen. Ein weiterer Standort ist bereits in der Revierförsterei Satrup geplant.
Foto:Natascha Haag/MLLEV









