Politik & Wirtschaft

Nach Antrag von GRÜNEN und CDU: Endlich konkrete Maßnahmen zum Schutz der Wakenitz

Mit einem parteiübergreifenden Beschluss hat der Ausschuss für Umwelt, Sicherheit und Ordnung den Weg für konkrete Maßnahmen zum Schutz der Wakenitz frei gemacht. Grüne und CDU hatten einen ursprünglichen Impuls der GAL aufgegriffen und in ein längst überfälliges, tragfähiges, realpolitisches Handlungskonzept überführt.

Dazu Silke Mählenhoff, umweltpolitische Sprecherin der GRÜNEN Fraktion:

„Wir sind hocherfreut, das der Ausschuss für Umwelt, Sicherheit und Ordnung mehrheitlich dem gemeinsamen Antrag von Grünen und CDU zur Wakenitz zugestimmt hat. Damit ist ein entscheidender Schritt getan, um den jahrelangen Stillstand beim Schutz dieses einzigartigen Naturraums zu überwinden.

Die Wakenitz steht seit langem unter erheblichem ökologischen Druck: Nährstoffeinträge, Sauerstoffmangel, Algenwachstum, zunehmende Erholungsnutzung und der Verlust wertvoller Lebensräume haben die Situation zunehmend verschärft. Umweltverbände haben wiederholt darauf hingewiesen, dass sich der Zustand trotz bestehender Schutzmaßnahmen verschlechtert hat. Umso wichtiger ist es, dass nun erstmals ein verbindlicher politischer Rahmen geschaffen wurde, um die dringend notwendigen Maßnahmen konsequent umzusetzen. Ein solch einmaliger Naturraum (“Amazonas des Nordens”) auf Lübecker Stadtgebiet ist ein Privileg und eine Verantwortung zugleich.

Mit dem Beschluss wird die von der Verwaltung vorgelegte Konzeptskizze zur Verbesserung der Gewässerqualität und zur Förderung der Biodiversität in ein tragfähiges Gesamtkonzept überführt.“

Marilla Meier, Mitglied im Ausschuss für Umwelt, Sicherheit und Ordnung, ergänzt:

„Dabei setzt der Antrag zentrale Schwerpunkte: Die zügige Weiterentwicklung unter Nutzung von Fördermitteln – z.B. aus der EU-Wasserrahmenrichtlinie –, die Klärung von Zeitrahmen sowie Kosten und Personalbedarf.

Ein weiterer zentraler Baustein ist die langfristige Flächensicherung für Renaturierungsmaßnahmen entlang der Wakenitz und ihrer Randgebiete. Nur durch gezielten Flächenerwerb, -tausch und Kooperation mit Partnern können notwendige Maßnahmen wie Uferschutzstreifen und ökologische Aufwertungen nachhaltig umgesetzt werden. Eine enge Zusammenarbeit mit ansässigen Landwirt*innen wird hierbei unumgänglich sein, nicht zuletzt auch, um schädliche Einträge in die Wakenitz zukünftig zu reduzieren.

Gleichzeitig sollen bereits kurzfristig wirksame Maßnahmen gestartet werden, um sichtbare Verbesserungen für Natur und Öffentlichkeit zu erreichen. Dazu gehören strukturverbessernde Eingriffe an der Wakenitz und am Niemarker Landgraben sowie die stärkere Einbindung von Fachwissen und zivilgesellschaftlichem Engagement.

Nicht zuletzt schafft der Beschluss Klarheit bei der Finanzierung und den personellen Ressourcen. Die kontinuierliche Projektbegleitung wird ebenso in den Blick genommen wie die langfristige Absicherung im Haushalt, um die Umsetzung über das Jahr 2027 hinaus zu gewährleisten.

Die Wakenitz braucht endlich konkretes Handeln statt weiterer Verzögerungen. Mit diesem Antrag legen wir die Grundlage dafür, dass Naturschutz, Klimaschutz und eine nachhaltige Nutzung dieses wertvollen Naturraums gemeinsam vorangebracht werden.

Jetzt kommt es darauf an, dass Verwaltung und Politik den eingeschlagenen Weg entschlossen weitergehen und die Maßnahmen zügig realisiert werden.“

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