Erfolgreiche Initiative der Wirtschaft: Zehn Jahre bilingualer Unterricht im Hansebelt
„Mission completed! – Mission erfüllt!“ Zehn Jahre nach dem Start des bilingualen Unterrichts an Lübecker und Bad Oldesloer Schulen ziehen die Initiatoren eine positive Bilanz des Projekts. Auf Initiative der Drägerwerk AG & Co KGaA und der IHK zu Lübeck entschlossen sich Unternehmen in der Hansestadt, die Attraktivität des Wirtschaftsstandorts durch Englisch als Unterrichtssprache bereits ab der ersten Schulklasse zu erhöhen und gründeten die Bilinguale Unterricht in Lübeck gGmbH. Bei einem Jubiläumsempfang in der IHK zu Lübeck feierten die Gründer ihre Erfolge gemeinsam mit Vertretern der Unternehmen, Schulen, Eltern, Kindern sowie Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Dr. Dorit Stenke.

Die Ziele der gGmbH waren, einen Beitrag zur Weltoffenheit junger Menschen, zu ihrer interkulturellen Bildung und zu einer besseren Teilhabe an einem internationalisierten Arbeitsmarkt zu leisten, sagte IHK-Hauptgeschäftsführer Lars Schöning. „Englisch als Unterrichtssprache bereits ab der ersten Klasse hat sich bewährt. In neun Grundschulen und vier weiterführenden Schulen in Lübeck und Bad Oldesloe unterrichten Lehrer nach dem von der Wirtschaft finanzierten Konzept mehr als 1.000 Mädchen und Jungen pro Jahr.“ Für Ausbildung der Lehrkräfte und Unterrichtsmaterial hat die gGmbH bereits 1,2 Millionen Euro in der Wirtschaft gesammelt. „Bisher hat dieses Unterrichtsangebot die öffentlichen Kassen nicht belastet“, betonte Schöning. Die IHK habe das Projekt vor allem mitfinanziert, um den Standort zu stärken und ein Bildungsangebot zu schaffen für den international ausgerichteten Mittelstand vor Ort.
Wie wichtig das Programm für die Unternehmen ist, betonte Dräger-Vorstandsvorsitzender Stefan Dräger: „Für uns beginnt internationale Kompetenz nicht im Unternehmen, sondern viel früher, nämlich in der Schule. Ein attraktiver Standort braucht nicht nur Arbeitsplätze und Infrastruktur, sondern auch gute Schulen, internationale Bildungsangebote und ein Klima der Offenheit.“ Deshalb habe sich der Konzern vor rund zehn Jahren entschieden, die bilinguale Erziehung in Lübeck nicht punktuell, sondern strukturell zu unterstützen: als Gesellschafter, als Mitverantwortlicher und im Schulterschluss mit Stadt, Land und Schulen. Dräger: „Dass aus einem wirtschaftlichen Impuls heute eine dauerhaft verankerte Bildungsrealität geworden ist, bestätigt uns darin, dass Wirtschaft gesellschaftliche Entwicklung langfristig, verlässlich und im Dialog mitgestalten kann.“ Wie erfolgreich bilingualer Unterricht sei, zeigten heute die vielen tollen Beiträge der Kinder. Besonders erwähnenswert und ein objektiver Beweis sei der Leistungsstand der Schülerinnen und Schüler , die ein Sprachzertifikat auf dem Level A 2 bestanden haben.
Auch die Bili-aktiven Schulen und eine Kindertagesstätte erhielten eine Auszeichnung. Der Geschäftsführer der gGmbH, Wolfgang Werner, überreichte den Schulleiterinnen und Schulleitern ein Hinweisschild mit dem Text „Hier kannst du bilingual starten! Betreuung und Unterricht in Englisch & Deutsch“ für das Versprechen, auch weiterhin bilingualen Unterricht anzubieten.
Bildungsministerin Dr. Dorit Stenke gratulierte der Initiative und den beteiligten Schulen und betonte den Mehrwert der Initiative für den bilingualen Unterricht in Schleswig-Holstein: „Mehrsprachigkeit ist für Kinder und Jugendliche eine sprachliche, kognitive und kulturelle Ressource. Dank der Initiative der IHK zu Lübeck und der Bili-gGmbH gibt es in dieser Region besonders viele Schulen mit bilingualer Ausrichtung – und entsprechend viele Kinder und Jugendliche, die davon profitieren. In unserem ‚Landeskonzept Bilingualer Unterricht‘ haben wir viele Impulse aufgegriffen und damit eine Struktur für alle Schulen geschaffen.“
Die Bilinguale Unterricht in Lübeck gGmbH wurde 2016 gegründet. Beteiligt waren die damalige Bockholdt KG, die Drägerwerk AG & Co KGaA, die Egon Oldendorff Management GmbH, die Helden Catering GmbH, die IBG Technology Hansestadt Lübeck GmbH, die Nordischer Maschinenbau Rud. Baader GmbH + Co. KG, die Sparkasse zu Lübeck und die IHK zu Lübeck.
Foto: IHK zu Lübeck/Özren

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