LKA-SH: Tatort Internet: So schützen Sie sich vor Online-Betrug!
Kiel (ots) – Eine gemeinsame Präventions-Aktion des Landeskriminalamtes und des WEISSEN RINGS Schleswig-Holstein
Der finanzielle Schaden ist oft nur einen Mausklick entfernt: Wer in der großen, bunten Welt des Internets unterwegs ist – ob auf digitalen Marktplätzen, in sozialen Netzwerken oder auf den Seiten angeblicher Anlageberater – gerät leicht in die Fänge perfider Online-Betrüger, die es auf Geld und persönliche Daten abgesehen haben. Die Maschen sind vielfältig und kommen zunehmend in professioneller Tarnung zum Einsatz. Umso wichtiger ist es, vermeintliche Angebote kritisch zu hinterfragen und vorsichtig mit persönlichen Daten umzugehen.
Das Landeskriminalamt und der WEISSE RING Schleswig-Holstein werden in den kommenden Wochen gemeinsam und in loser Reihenfolge über die gängigsten Online-Betrugsmaschen und Tipps für mehr Sicherheit im Internet informieren.
Einkäufe, Bankgeschäfte, Kommunikation und Identitätsnachweise finden heute vielfach online statt – und genau dort setzen Betrüger an. Die Zahl der registrierten Online-Betrugsfälle bewegen sich auch in Schleswig-Holstein auf hohem Niveau. In der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) wird der Online-Betrug allerdings nicht als eigene Kategorie erfasst, sondern je nach Modus Operandi zum Beispiel unter Vermögens- und Fälschungsdelikte mit dem Tatmittel Internet. Darunter fällt ein großer Teil der klassischen Online-Betrugsformen. Hier wurden im Jahr 2025 8315 Fälle registriert (2024:
8408). Den weitaus größten Anteil macht jedoch weiterhin der Waren- und Warenkreditbetrug im Internet aus, also Betrugsfälle durch Verkäufer oder Käufer im Onlinehandel.
Besonders perfide sind Online-Betrugsmaschen, bei denen Täter erst Vertrauen aufbauen, um ihre Opfer kurz danach zu manipulieren und finanziell auszunutzen.
Love-Scam, die moderne Form des Heiratsschwindels, fällt ebenso darunter wie falsche Anlageberater – gerne unterstützt durch gefakte KI-Prominenz. Ein weiteres Problem ist die Geschwindigkeit der digitalen Welt. Innerhalb weniger Minuten können gestohlene Daten weiterverkauft, Konten geleert oder neue Betrugsseiten eingerichtet werden. Oft bemerken Betroffene den Schaden erst, wenn das Geld bereits in dunklen Kanälen verschwunden ist.
„Online-Betrug entwickelt sich ständig weiter. Die Täter agieren hochprofessionell, sind international vernetzt und nutzen modernste Technologien. Umso wichtiger ist aus polizeilicher Sicht, dass wir sowohl auf nationaler, als auch auf internationaler Ebene eng mit betroffenen Partnerbehörden zusammenarbeiten und neben der konsequenten Strafverfolgung auch weiterhin die Bürgerinnen und Bürger in Schleswig-Holstein über die Gefahren im digitalen Raum aufklären“, betont LKA-Direktor Thomas Bauchrowitz.
Die Opfer solcher Straftaten müssen oftmals nicht nur den finanziellen Verlust verarbeiten, sondern haben auch mit psychischen Problemen zu kämpfen. Ob aus Scham, weil man auf die Täter „hereingefallen“ ist, aus Schuldgefühlen oder aus Angst vor dem Urteil der Umwelt: Besonders bei hohen Schadenssummen oder nach emotional manipulativen Betrugsformen wie Love Scam können Betroffene in eine psychische Ausnahmesituation geraten. Vertrauens- und Kontrollverlust bis hin zu traumatischen Stressreaktionen können die Folge sein.
Auch in solchen Fällen bietet die Opferschutzorganisation WEISSER RING ehrenamtliche Hilfe an – von der menschlichen Ansprache über Hilfe bei tatbedingten Notlagen bis hin zu Terminen bei der Polizei oder vor Gericht.
„Wir
leisten Präventionsarbeit mit zahlreichen Informationsveranstaltungen, um Straftatenzu verhindern, und stehen Betroffenen nach einer Tat mit Rat, praktischer Hilfe und persönlichem Beistand zur Seite“, fasst der Landespräventionsbeauftragte des WEISSEN RINGS Schleswig-Holstein, Stefan Klein, das umfangreiche Angebot zusammen.
Teil 1 unserer Serie wird am Freitag, 10. Juli 2026, veröffentlicht: Thema:
„Zu
leicht, um wahr zu sein: Betrug mit (Online-)Gewerbeanmeldungen“
