Politik & Wirtschaft

MIT Schleswig-Holstein: Aus Gründern Weltmarktführer machen

Die Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) Schleswig-Holstein sieht in der beschlossenen Startup- und Scaleup-Strategie der Bundesregierung einen wichtigen Schritt für mehr Wachstum, Innovation und wirtschaftliche Dynamik. Mit 152 Maßnahmen sollen die Rahmenbedingungen von der Gründung über die Wachstumsphase bis zur internationalen Expansion verbessert werden. Im Mittelpunkt stehen unter anderem Finanzierung, Bürokratierückbau, Fachkräfte, öffentliche Vergaben und die Zusammenarbeit mit dem etablierten Mittelstand.„Die Startups von heute sind der Mittelstand und die Hidden Champions von morgen. Wer aus guten Ideen Weltmarktführer machen will, muss Gründern Freiraum geben und Wachstumsbremsen lösen. Genau an den richtigen Stellen setzt die Strategie an: bei Bürokratie, Kapital, Fachkräften und dem Zugang zu neuen Märkten“, erklärt der MIT-Landesvorsitzende Stefan Lange.

Besonders wichtig ist aus Sicht der MIT Schleswig-Holstein das Vorhaben „Schneller Gründen“. Künftig sollen die notwendigen Daten nur noch einmal digital eingegeben, Steuernummern schneller erteilt und Register automatisch angebunden werden. Auch die digitale Beurkundung soll ausgeweitet werden. Mit einer einheitlichen europäischen Rechtsform sollen Unternehmen zudem leichter im gesamten Binnenmarkt wachsen können.

Richtig ist auch der stärkere Fokus auf privates Wachstumskapital. Die Zusagen im Rahmen der WIN-Initiative sollen auf mehr als 25 Milliarden Euro steigen. Der Zukunftsfonds wird über 2030 hinaus fortgeführt, KfW Capital soll sich mit „Scale-up Direct“ an größeren Finanzierungsrunden beteiligen und neue Generationen des Wachstumsfonds sowie des High-Tech Gründerfonds sollen aufgelegt werden. Auch eine praxistauglichere Mitarbeiterkapitalbeteiligung kann jungen Unternehmen helfen, qualifizierte Beschäftigte zu gewinnen und langfristig zu binden.

Die Strategie stärkt zugleich die Verbindung zwischen Startups und dem bestehenden Mittelstand. Gemeinsame Projekte und sogenannte Venture-Client-Modelle sollen dafür sorgen, dass innovative Lösungen schneller in mittelständischen Betrieben eingesetzt werden. Der Staat soll ebenfalls stärker als erster Kunde auftreten: Direktaufträge an Startups sollen bis zu einem Wert von 100.000 Euro möglich sein.

„Innovation entsteht häufig in einem Labor, einer Werkstatt oder einem kleinen Gründerteam. Zur wirtschaftlichen Erfolgsgeschichte wird sie aber erst, wenn daraus Produkte, Aufträge und Arbeitsplätze werden. Die Strategie baut eine Brücke von der guten Idee bis in die Werkshalle und auf den Weltmarkt. Davon profitieren Startups und Mittelstand gleichermaßen“, so Stefan Lange.

Nun kommt es auf eine zügige und verlässliche Umsetzung an. Das angekündigte jährliche Monitoring schafft dafür Transparenz. Die Richtung stimmt: Weniger Formulare, mehr privates Kapital und bessere Marktchancen sind der richtige Rückenwind für Gründer und den Mittelstand von morgen.

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