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Norddeutsche Wohnungswirtschaft warnt vor weiteren Eingriffen in den Wohnungsmarkt

Bild: Gemini KI generiert_(c) TBF · Lübeck. Die norddeutsche Wohnungswirtschaft hat vor weiteren Eingriffen in den Wohnungsmarkt gewarnt.

„Vergesellschaftung von Wohnungsunternehmen und Mietendeckel schaffen keine einzige zusätzliche Wohnung“, sagte Andreas Breitner, Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), am Montag zur Eröffnung der jährlichen Arbeitstagung des Verbandes in Lübeck.

„Statt ideologischer Luftschlösser brauchen wir eine pragmatische und an der realen Lage orientierte Politik, um die Probleme am Wohnungsmarkt zu lösen. Dazu gehören eine verlässliche und ausreichende öffentliche Wohnungsbauförderung sowie der Erhalt des Wohngeldes in seiner heutigen Form.“

Die VNW-Arbeitstagung ist das größte Treffen der norddeutschen Wohnungswirtschaft. In diesem Jahr nehmen an der Tagung fast 1.000 Geschäftsführer, Vorstände und Mitarbeiter von VNW-Unternehmen sowie Gäste aus Politik und Gesellschaft teil. Der VNW vertritt die Interessen von 502 Wohnungsgenossenschaften, Wohnungsgesellschaften und Partnerunternehmen aus Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Hamburg. Die monatliche Nettokaltmiete der VNW-Unternehmen liegt im Median bei 7,69 Euro pro Quadratmeter – und damit deutlich unter den Werten örtlicher Mietenspiegel. Der VNW ist zugleich Prüfungsverband.

Die Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Berlin hätten Erfolge populistischer Parteien gebracht, sagte VNW-Direktor Andreas Breitner. „Jetzt sind die Wahlkämpfe vorbei und es gilt, Lösungen zu finden, die das bezahlbare Wohnen sichern und zugleich den Bau von Wohnungen erleichtern. Daran müssen sich alle Parteien messen lassen.“

Eine verlässliche Wohnungsbauförderung ist unverzichtbar

In Mecklenburg-Vorpommern gelte es beispielsweise, nach den kommunalen Wohnungsunternehmen auch die Wohnungsgenossenschaften von sogenannten DDR-Altschulden zu befreien. „Genossenschaften garantieren bezahlbare Mieten und sind in vielen Regionen einer der wenigen stabilen wirtschaftlichen Anker. Sie können das aber nur bleiben, wenn ihre wirtschaftliche Basis gesichert wird.“

Eine verlässliche Wohnraumförderung gilt in allen drei norddeutschen Bundesländern als Voraussetzung für den Erhalt des bezahlbaren Wohnens. „Die künftige Schweriner Landesregierung sollte sich dabei an den Regeln in Kiel und Hamburg orientieren und ein dreistufiges Fördermodell entwickeln“, sagte der VNW-Direktor.

Nebenkosten in den Griff bekommen

Dringend notwendig sei es, die Steigerung der Nebenkosten in den Griff zu bekommen. „Wir brauchen keine Mietpreis-, sondern eine Nebenkostenbremse. Diese betrifft nicht nur Heizung und Energie, sondern auch kommunale Gebühren und die Grundsteuer. Wir erleben in einigen Regionen bereits, dass die sogenannte zweite Miete höher ist als die eigentliche Wohnungsmiete.“

Mit Blick auf die Herausforderungen der Energiewende mahnte VNW-Direktor Andreas Breitner Pragmatismus an. „VNW-Unternehmen existieren seit mehr als 100 Jahren und wissen, was es bedeutet, langfristig zu denken. Nachhaltigkeit gehört zu ihrer DNA.“

Allerdings müssten Geschäftsführer und Vorstände stets die Finanzen im Blick haben. „Deshalb müssen Energiewende und bezahlbare Mieten in Einklang gebracht werden. Die in diesem Sommer mit der Kieler Landesregierung geschlossene Realisierungsvereinbarung zur klimaneutralen Transformation des Wohnungsbestandes ist eine gute Blaupause für Vereinbarungen mit den Landesregierungen in Schwerin und Hamburg.“

Die VNW-Arbeitstagung dauert noch bis zum Dienstag. Als Gastredner treten unter anderem Prof. Dr. Thomas Straubhaar, emeritierter Professor der Universität Hamburg für Volkswirtschaftslehre, Ahmad Mansour, Diplom-Psychologe und Extremismus-Experte, sowie der Politikwissenschaftler Albrecht von Lucke auf.

21/09/2026

Der Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW) vertritt in Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein insgesamt 502 Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften. In den von ihnen verwalteten 760.000 Wohnungen leben rund zwei Millionen Menschen. Die durchschnittliche Nettokaltmiete pro Quadratmeter liegt bei den VNW-Unternehmen bei 7,69 Euro. Der VNW ist der Verband der Vermieter mit Werten.