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7. Intern. Buxtehude-Orgelwettbewerb in Lübeck entschieden

Fotos: Maximilian Busch · Der siebte Internationale Buxtehude-Orgelwettbewerb, den die Musikhochschule Lübeck (MHL) und die Hochschule für Musik und Theater Hamburg vom 25. September bis zum 3. Oktober in Lübeck und Hamburg ausgetragen haben, ist entschieden. Den ersten Preis erspielte sich die Leipziger Orgelstudentin Mio Kuriyama. Den zweiten Preis erhielt Jannik Gerdes, ebenfalls Orgelstudent in Leipzig und den dritten Preis Gregor Früh, Orgelstudent an der MHL.

Den mit 10.000 Euro dotierten ersten Preis des siebten Internationalen Buxtehude-Orgelwettbewerbs, gestiftet von der „Gemeinnützigen Sparkassenstiftung zu Lübeck“, erspielte sich Mio Kuriyama, Studentin an der Leipziger „Hochschule für Musik und Theater Felix Mendelssohn Bartholdy“ bei Prof. Martin Schmeding und Nicolas Berndt. Die Japanerin konnte sich gegen 19 weitere internationale Organistinnen und Organisten durchsetzen, die in drei Runden an den historischen Orgeln in Hamburg und Lübeck angetreten waren.

Der mit 5.000 Euro dotierte zweite Preis, den die Dräger-Stiftung und die Gerhard Trede-Stiftung zur Verfügung stellten, ging an Jannik Gerdes, ebenfalls Orgelstudent In Leipzig. Den dritten, mit 3.000 Euro dotierten Preis, gestiftet von der Oscar und Vera Ritter-Stiftung, erhielt Gregor Früh, Masterstudent in der Klasse von Prof. Arvid Gast an der MHL.

Die Finalrunde wurde in einstündigen öffentlichen Konzerten am Freitag, 2. Oktober in St. Jakobi Lübeck ausgetragen. Die drei Preistragenden qualifizierten sich unter insgesamt 20 Teilnehmenden aus über zehn Nationen für das Finale − insgesamt hatten sich 40 internationale Organistinnen und Organisten für den Wettbewerb beworben. Beim Preiskonzert am Samstag, 3. Oktober stellten die Preisträger ihre künstlerische Expertise mit Werken von Frescobaldi, Buxtehude, Bach und Distler noch einmal unter Beweis. Mio Kuriyama brachte an der Stellwagen-Orgel das von Sarah Proske eigens für den diesjährigen Wettbewerb komponierte Werk „Buxtehudes Traum“ zur Uraufführung.

Juror Arvid Gast, Projektleiter und Orgelprofessor an der MHL sagt zur Entscheidung der Jury: „Mio Kuriyama beeindruckte in allen Runden durch ihre technische Souveränität und Ausdruckskraft. Hinzu kommen bei ihr stilistische Vielfalt und ein überzeugender Klangsinn. Die schwere Aufgabe, innerhalb kurzer Zeit vier unterschiedliche Instrumente zu bespielen, meisterte sie mit Bravour.“ Die junge Organistin wurde bereits mehrfach bei Wettbewerben ausgezeichnet, zuletzt beim Internationalen Albert-Schweitzer-Orgelwettbewerb 2025 in Saarbrücken.

Unter Vorsitz des Niederländers Pieter van Dijk saßen in der hochrangig besetzten Jury, die alle Runden anonym bewertete, Isabelle Demers (Kanada), Monica Melcova (Spanien), Ja Kyung Oh (Südkorea), Antonio di Dedda (Italien/Deutschland), Gerhard Löffler und Arvid Gast (beide Deutschland). Zur Einordnung des Wettbewerbs erläutert Arvid Gast: „Der Wettbewerb bewegte sich auf einem  sehr hohen technischen und musikalischen Niveau. Dass die Musik Buxtehudes ein weltweites Interesse weckt und gespielt wird, zeigt ihre über die Zeiten hinausgehende Wirkungskraft. Sie ist der Schlüssel für ein tieferes Verständnis der Werke Johann Sebastian  Bachs und inspiriert auch heute noch junge Komponistinnen und Komponisten, wie an der eigens für den Wettbewerb geschriebenen Komposition von Sarah Proske zu erleben war.“

Der Internationale Buxtehude-Orgelwettbewerb befördert seit fast 20 Jahren als einziger Wettbewerb für Alte Musik in Norddeutschland Karrieren wie die von Johannes Lang, Thomasorganist und Professor an der Leipziger Musikhochschule oder Mari Ohki, Konzertorganistin an der Kawasaki Hall Tokio. Er ist weltweit der einzige Wettbewerb, der sich dem Thema Alte Musik in Verbindung mit der Norddeutschen Orgelkultur verschreibt. Dieterich Buxtehude (1637 bis 1707), Namensgeber des Wettbewerbs, ist ihr wichtigster Vertreter und gehört zu den großen europäischen Musikerpersönlichkeiten des Barock.

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