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„Movember“ – mit Schnurrbart für mehr Männergesundheit

Foto: SHKG · Im November bekommen Schnurrbärte eine besondere Bedeutung: Sie stehen für den „Movember“, eine weltweite Aktion, die auf Männergesundheit aufmerksam macht. Der Name setzt sich aus „Mo“ für „Moustache“ (Schnurrbart) und „November“ zusammen. Die Schleswig-Holsteinische Krebsgesellschaft e.V. (SHKG) unterstützt die Initiative und ermutigt Männer, ein sichtbares Zeichen zu setzen – und über ein Thema zu sprechen, das noch immer zu oft verdrängt wird: die eigene Gesundheit und die Früherkennung von Krebs.

Während Fitness, Ernährung und Leistungsfähigkeit für viele Männer selbstverständlich zum Alltag gehören, gerät die Krebsfrüherkennung häufig in den Hintergrund. „Männer reden nicht gern über Gesundheit – aber jeder Schnurrbart im Movember ist ein Gesprächsanstoß. Früherkennungsuntersuchungen wahrzunehmen, ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Stärke“, sagt Prof. Dr. med. Axel Merseburger, Direktor für Urologie am UKSH, Campus Lübeck, und Vorstandsmitglied der SHKG.
Dabei kann eine früh erkannte Krebserkrankung häufig besser behandelt werden. Umso wichtiger ist es, Risiken zu kennen, Veränderungen ernst zu nehmen und sich über passende Untersuchungen zu informieren.

Krebsrisiken kennen, Früherkennung nutzen

Prostatakrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Männern. Das Erkrankungsrisiko steigt mit zunehmendem Alter; auch eine familiäre Vorbelastung kann eine Rolle spielen. Hodenkrebs betrifft dagegen häufig jüngere Männer und zählt in der Altersgruppe zwischen 25 und 45 Jahren zu den häufigsten Krebserkrankungen.

Folgende Früherkennungsangebote sollten Männer kennen:

  • Ab 35 Jahren: Hautkrebs-Screening alle zwei Jahre.
  • Ab 45 Jahren: Jährliche ärztliche Untersuchung zur Früherkennung von Prostatakrebs. Dazu gehört unter anderem das Abtasten der Prostata. Ein PSA-Test zur Bestimmung des prostataspezifischen Antigens im Blut kann ergänzend besprochen werden. Er gehört nicht zum regulären gesetzlichen Früherkennungsprogramm und muss in der Regel selbst bezahlt werden.
  • Ab 50 Jahren: Darmkrebsfrüherkennung durch eine Darmspiegelung oder alternativ einen Stuhltest auf nicht sichtbares Blut. Die Untersuchungen werden von den gesetzlichen Krankenkassen im Rahmen des Früherkennungsprogramms übernommen.
  • Ab 50 Jahren können aktive und ehemalige starke Raucher ein Lungenkrebsscreening in Anspruch nehmen.

Darüber hinaus ist es sinnvoll, bereits in jungen Jahren den eigenen Körper kennenzulernen und Veränderungen wahrzunehmen. Daher empfiehlt die Schleswig-Holsteinische Krebsgesellschaft e.V. die Selbstuntersuchung der Hoden bereits ab dem 15. Lebensjahr. Bei Auffälligkeiten sollte zeitnah eine urologische Praxis aufgesucht werden.

Abtasten kann jeder

„All for the balls“ – das ist einer der augenzwinkernden, provokanten Sprüche aus der „Check Dich Selbst“-Kampagne der Schleswig-Holsteinischen Krebsgesellschaft. Mit Humor und einer klaren Botschaft möchte die Kampagne Männer dazu ermutigen, sich mit ihrem Körper auseinanderzusetzen und mögliche Warnzeichen ernst zu nehmen. „Wer seine Hoden kennt, kann Veränderungen eher bemerken und ärztlich abklären lassen. Gerade bei Hodenkrebs ist es wichtig, mögliche Anzeichen nicht zu ignorieren“, sagt Projektleiterin Maxi Liekfeldt.

Der Movember bietet eine gute Gelegenheit, das Thema Gesundheitsvorsorge anzusprechen – ob beim Arztbesuch, im Freundeskreis oder ganz nebenbei beim Blick auf den neu gewachsenen Schnurrbart.

Informationen zur Krebsfrüherkennung sowie praktische Anleitungen, etwa zum Erkennen möglicher Veränderungen an den Hoden, gibt es unter www.checkdichselbst.de.

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