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Haus & Grund Kiel: Mehr Wohnraum durch sichere Mietzahlungen und realistische Mietobergrenzen

Mehr Wohnraum entsteht nicht allein durch Neubau. Auch der vorhandene Wohnungsbestand muss für möglichst viele Wohnungssuchende zugänglich sein. Gerade Menschen, die auf staatliche Unterstützung angewiesen sind, haben es bei der Wohnungssuche häufig schwer. Haus & Grund Kiel sieht deshalb Handlungsbedarf bei der Absicherung von Mietzahlungen und bei den Mietobergrenzen für staatlich unterstützte Haushalte.

Eine bundesweite Befragung von Haus & Grund Deutschland unter privaten Vermietern zeigt, wie entscheidend die Zahlungssicherheit ist: 83 Prozent der Befragten bewerten die nachgewiesene Zahlungsfähigkeit als sehr wichtig, weitere fünf Prozent als eher wichtig. Unter den Vermietern, die diesem Kriterium eine hohe Bedeutung beimessen, sehen 68,6 Prozent grundsätzlich Potenzial, durch die Direktzahlung staatlicher Wohnkosten die Bereitschaft zur Vermietung an entsprechende Haushalte zu erhöhen. 41,4 Prozent dieser Gruppe würden eher vermieten, wenn sie die Direktzahlung selbst beantragen könnten.

„Wir müssen den Blick über den Neubau hinaus richten. In Kiel brauchen wir nicht nur zusätzliche Wohnungen, sondern auch bessere Voraussetzungen dafür, dass Menschen mit staatlicher Unterstützung auf dem regulären Wohnungsmarkt eine Wohnung finden. Wenn verlässliche Mietzahlungen die Bereitschaft privater Vermieter erhöhen, sollten wir dieses Potenzial konsequent nutzen“, sagt Sönke Bergemann, Geschäftsführer von Haus & Grund Kiel.

Der Verein spricht sich dafür aus, Vermietern ein eigenes Antragsrecht auf die Direktzahlung staatlicher Wohnkosten einzuräumen. Eine solche Regelung könnte das Vertrauen in die Zahlungssicherheit stärken und zusätzliche Vermietungsangebote erschließen. Zugleich müssen die Mietobergrenzen für staatlich unterstützte Haushalte auf den Prüfstand. Haus & Grund Kiel fordert, sie an den tatsächlichen örtlichen Mietverhältnissen auszurichten und dabei den Kieler Mietspiegel als Maßstab heranzuziehen. Wo die anerkannten Grenzen nicht ausreichen, um eine angemessene Wohnung anzumieten, wird der Zugang zum vorhandenen Wohnraum unnötig erschwert.

„Es ist widersinnig, wenn Menschen dringend eine Wohnung suchen, private Vermieter grundsätzlich zur Vermietung bereit wären, aber die Rahmenbedingungen nicht zusammenpassen. Zahlungssicherheit und realistische Mietobergrenzen sind keine Gegensätze zu sozialer Verantwortung – sie können dafür sorgen, dass mehr Menschen tatsächlich eine Wohnung bekommen. Wer den Wohnungsmarkt entlasten will, muss auch solche pragmatischen Lösungen umsetzen“, betont Bergemann.

Haus & Grund Kiel plädiert dafür, die Instrumente der Wohnungspolitik stärker auf ihre praktische Wirkung auszurichten. Neben dem Neubau gehört dazu, vorhandene Wohnungen besser zugänglich zu machen, Vermietungshemmnisse abzubauen und die Unterstützung von Haushalten mit angemessenen Rahmenbedingungen für private Vermieter zu verbinden.

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