Politik & Wirtschaft

FDP: „Eric-Warburg-Brücke“: Peinlichkeit der Etikette

Blunk_Michaela
Bereits im Mai 2005 beschloss die Bürgerschaft auf Antrag der FDP einstimmig, die neue Brücke im Zuge der „Nordtangente“ zu Ehren des Hamburger Bankiers und Retters der Hansestadt Lübeck im Zweiten Weltkrieg „Eric-Warburg-Brücke“ zu nennen. Zur der Einweihung der nun fertig gestellten Brücke hatte die Hansestadt den Sohn Eric Warburgs eingeladen, der abgesagte. Dass es allerdings auch noch zwei Töchter Eric Warburgs gibt, hat wohl nur die FDP recherchiert. Dazu die FDP-Fraktionsvorsitzende Dr. Michaela Blunk:„Der Bürgermeister und der verantwortliche Bausenator (beide SPD) hatten also fast drei Jahre Zeit, die Einweihung der Brücke vorzubereiten. Als Fraktionsvorsitzende hatte ich schon bei dem ersten angekündigten Termin daran erinnert, rechtzeitig an die Familie Warburg mit der Bitte um Teilnahme heran zu treten. Mit der Einweihung dauerte es bekanntlich noch eine ganze Weile. Am 6. März erfuhr die FDP, dass der Sohn Eric Warburgs abgesagt hatte. Damit gab sich die Stadt zufrieden! Die FDP nicht! Mit einem einzigen Anruf konnten wir erfahren, dass auch zwei Töchter Eric Warburgs in Hamburg und Schleswig-Holstein leben.

Die Verantwortlichen in Lübeck hatten sich nicht einmal die Mühe gemacht, die Familiensituation zu klären. Angesichts der Kürze der Zeit ist es den beiden Damen leider nicht möglich, an der späten Ehrung ihres Vaters teilzunehmen. Aber ihre Reaktionen zeigten großes Bedauern und bewundernswerte Nachsicht für den faux pas der Hansestadt Lübeck. Dafür steht besonders unsere Abmachung in einem Anruf aus Barcelona(!): Sollte Frau M. Warburg wegen des Eisenbahnerstreiks ihre Termine in Berlin nicht wahrnehmen können, würde sie mit dem Wagen nach Lübeck kommen. Diese Haltung zeugt von hanseatischem Geist, den unsere Verantwortlichen leider nicht versprühten.

Die FDP erwartet, dass der Bürgermeister und der Bausenator ihr peinliches Versäumnis wenigstens nachträglich zu mildern suchen.“

Quelle: FDP Lübeck