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Zu Wagner trifft Mann: Jazz & Techno und auch Schellack

Wagner-Mann
Fliegende Pralinen und Unterwäsche aus Schokolade: Der Autor und Thomas Mann-DJ Reinhard Pabst präsentiert an diesem Wochenende anlässlich der Sonderausstellung „Wagner trifft Mann“ zwei musikalische Leckerbissen. Am Samstag, 26. April um 20 Uhr spielt und kommentiert Pabst unter dem Titel „Thomas Mann meets Jazz and Techno“ in der „Cole Street“ einen ganz modernen Thomas Mann, wie ihn kaum jemand kennt. Am Sonntag, den 27. April legt er um 11 Uhr im Buddenbrookhaus alte Schellackplatten auf, die der Nobelpreisträger selbst auf seinem Grammophon gehört hat.

Abb. Flyer Lübecker Museen Buddenbrookhaus
Ein Blick zurück: Die Geschichte der Thomas-Mann-Vertonungen begann mit einer Art Happening. Vor gut hundert Jahren soll der Musiker Herwarth Walden eine Komposition uraufgeführt haben, die kurz und bündig „Thomas Mann“ hieß und an die sich Katia Mann in ihren „Ungeschriebenen Memoiren“ als „ein sehr sonderbares Gebrumme auf dem Cello“ erinnerte. „Ich war immer sehr zum Lachen geneigt“, so Katia Mann weiter, „und kriegte einen furchtbaren Lachanfall. Um mich zu beruhigen, bewarf mich die [mit Walden verheiratete Lyrikerin Else] Lasker-Schüler ständig mit Pralinés, was mich aber eigentlich nur noch mehr zum Lachen brachte.“

Das kuriose Cellostück hat Reinhard Pabst, 45, zwar nicht im Gepäck, dafür wird er aber am Samstagabend eine Vielzahl internationaler Rock- und Popsongs präsentieren, die sich sehr originell auf Texte Thomas Manns („Der Tod in Venedig“, „Der Zauberberg“) beziehen. Unter den Interpreten findet sich neben so bekannten Namen wie Chaka Khan, Bette Midler und Rufus Wainwright auch eine amerikanische Retro-Funk-Band mit dem appetitlichen Namen „Midnight Spaghetti & The Chocolate G-Strings“.

Am Sonntagmorgen um 11 Uhr entführt Reinhard Pabst die Besucher(innen) des Buddenbrookhauses dann auf eine musikalische Zeitreise in die Belle Epoque und in die „wilden“ 1920er Jahre. Quadrillen im „Tonio Kröger“ und Tangos im „Zauberberg“ beweisen, dass Thomas Mann sich auch für Unterhaltungs- und nicht nur für ernste Musik interessierte. Auf der Basis einer privaten Sammlung höchst seltener Schellackplatten und weitgehend unbekannter historischer Aufnahmen demonstriert Pabst, wie sehr Thomas Mann mit der Tanzmusik seiner Zeit vertraut war.

Der Eintritt für die Veranstaltungen beträgt jeweils 6 Euro (ermäßigt 4 Euro).