Arbeitslosigkeit steigt langsamer an
- Saisonübliche Entwicklung zum Vormonat, Anstieg im Jahresdurchschnitt verlangsamt sich
- Beschäftigung steigt weiter, Unternehmen suchen überwiegend Fachkräfte
- Aus- und Weiterbildung bieten einen guten Schutz vor Arbeitslosigkeit
Im Bezirk der Arbeitsagentur Lübeck, der die Hansestadt Lübeck und den Kreis Ostholstein umfasst, ist die Arbeitslosigkeit im Dezember 2025 im Vergleich zum Vormonat und zum Vorjahr angestiegen.
„Unser Arbeitsmarkt ist weniger exportabhängig und hat weniger Höhen und Tiefen als andere Arbeitsmärkte in Deutschland. Er entwickelt sich langsamer als anderenorts, aber auch stetiger und stabiler. Die Beschäftigung ist bei uns weiter gestiegen und der Anstieg der Arbeitslosigkeit verlangsamt sich. In wachsenden Bereichen – wie etwa soziale Dienstleistungen oder Gesundheitsweisen – sind Arbeitskräfte enorm knapp. Auch technische Fachkräfte in Bereichen wie Infrastruktur, Energie und Rüstung werden für die Transformation dringend gebraucht. Dabei kann der Fachkräftebedarf nur zu einem Teil aus dem Pool der Arbeitslosen gedeckt werden, da ihre Profile nur unzureichend zu den Anforderungen der Stellen passen. Hier unterstützen wir gerne bei der Qualifizierung und Einarbeitung. Weiterbildung ist auch eine gute Möglichkeit, Personal zu halten und ihr Wissen an neue Technologien anzupassen. Gerne steht der Arbeitgeber-Service Unternehmen als Partner rund um alle Fragen zur Nachwuchs- und Personalgewinnung sowie Qualifizierung zur Seite“, so Markus Dusch, Vorsitzender der Geschäftsführung in der Agentur für Arbeit Lübeck.
„Durch den demografischen Wandel und steigende Fachkräftebedarfe eröffnen sich Chancen für Un- und Angelernte. Wir können Arbeitslose, aber auch Beschäftigte mit verschiedenen Programmen dabei unterstützen, den Berufsabschluss nachzuholen. Werden Sie zur gesuchten Fachkraft! Nutzen Sie Ihre Chancen und lassen Sie sich in der Agentur für Arbeit beziehungsweise im Jobcenter zu den Möglichkeiten beraten“, bietet der Agenturchef an.

Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk
Insgesamt waren in Lübeck und Ostholstein 15.514 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, 298 Personen (2,0 Prozent) mehr als im Vormonat. Im Vergleich zum Dezember 2024 gab es 43 (0,3 Prozent) mehr Arbeitslose. Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen stieg um 0,1 Prozentpunkte auf 6,8 Prozent zum Vormonat an und blieb unverändert zum Vorjahr.

Arbeitslosigkeit nach Rechtskreisen
Im Rechtskreis SGB III (Betreuung durch die Agentur für Arbeit) lag die Zahl der Arbeitslosen bei 5.603, das sind 315 (6,0 Prozent) mehr als im Vormonat und 204 (3,8 Prozent) mehr als im Vorjahr. Die anteilige SGB III‑Arbeitslosenquote betrug 2,4 Prozent.
Im Rechtskreis SGB II (Betreuung durch das Jobcenter) gab es 9.911 Arbeitslose. Das ist ein Minus von 17 (0,2 Prozent) gegenüber November 2025. Im Vergleich zum Dezember 2024 ging die Arbeitslosigkeit um 161 (1,6 Prozent) zurück. Die anteilige SGB II Arbeitslosenquote betrug 4,3 Prozent.
Stellenangebote
Im Dezember 2025 wurden 692 Stellen neu zur Besetzung angeboten, 32 (4,4 Prozent) weniger als im Vormonat und 110 (18,9 Prozent) mehr als im Vorjahr. Bei 3.892 Stellen werden noch Mitarbeitende gesucht, drei Viertel davon sind für Fachkräfte und Expert*innen gemeldet. Das waren 42 (1,1 Prozent) weniger als im November 2025 und 474 (14,1 Prozent) mehr als im Dezember 2024. Arbeitskräfte werden zum Beispiel im Handel, Gesundheits- und Sozialwesen oder in der Arbeitnehmerüberlassung, aber auch bereits in saisongeprägten Berufen wie dem Gastgewerbe oder Baugewerbe gesucht.
Unterbeschäftigung
Neben dem gesetzlich definierten Kreis der Arbeitslosen gibt es weitere Menschen, die ohne Beschäftigung sind. Sie werden unter dem Begriff der Unterbeschäftigung erfasst und monatlich veröffentlicht, um den Arbeitsmarkt transparent zu machen. Die Unterbeschäftigung stellt damit das gesamte Defizit an regulärer Beschäftigung dar. Hier werden neben den Arbeitslosen beispielsweise Personen in Qualifizierungsmaßnahmen oder Arbeitsgelegenheiten, Krankgeschriebene, geförderte Existenzgründende oder Arbeitsuchende mit Vorruhestandsregelungen ausgewiesen. Insgesamt 18.902 Personen befanden sich im Dezember 2025 in Unterbeschäftigung. Die Zahl der Unterbeschäftigten ist in den letzten zwölf Monaten um 478 Personen (2,5 Prozent) gefallen.
Arbeitsmarkt Regional
Im Vergleich zum Vormonat gab es in den Ostholsteiner Regionen eine Zunahme, während hier die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahr zurückging. In der Hansestadt Lübeck und der Geschäftsstelle Lübeck war die Entwicklung genau umgekehrt.
In der Hansestadt Lübeck waren im Dezember 2025 9.875 Arbeitslose gemeldet. Die Arbeitslosigkeit sank um 84 (0,8 Prozent) zum Vormonat und stieg um 337 (3,5 Prozent) im Vergleich zum Vorjahr an. Die Arbeitslosenquote ging um 0,1 Prozentpunkte zum Vormonat auf 8,2 Prozent zurück und stieg um 0,2 Prozentpunkt zum Vorjahr an.
2.837 Arbeitslose und damit 3 (0,1 Prozent) weniger als im Vormonat und 186 (7,0 Prozent) mehr als im Vorjahr waren dem Rechtskreis des SGB III (Betreuung durch die Arbeitsagentur) zuzuordnen.
Beim Jobcenter Lübeck (Rechtskreis SGB II) sank die Arbeitslosigkeit auf 7.038 Personen, das waren 81 (1,1 Prozent) weniger als im Vormonat und 151 (2,2 Prozent) mehr als vor einem Jahr.
Im Kreis Ostholstein waren im Dezember 2025 5.639 Arbeitslose gemeldet. Die Arbeitslosigkeit stieg um 382 (7,3 Prozent) zum Vormonat an und ging um 294 (5,0 Prozent) im Vergleich zum Vorjahr zurück. Die Arbeitslosenquote stieg zum Vormonat um 0,4 Prozentpunkte auf 5,2 Prozent an und ging um 0,3 Prozentpunkte zum Vorjahr zurück.
2.766 Arbeitslose wurden bei den Arbeitsagenturen in Ostholstein im Rechtskreis des SGB III betreut, 318 (13,0 Prozent) mehr als im November 2025 und 18 (0,7 Prozent) mehr als vor einem Jahr.
Beim Jobcenter Ostholstein (Rechtskreis SGB II) stieg die Arbeitslosigkeit auf 2.873 Personen an, das waren 64 (2,3 Prozent) mehr als im Vormonat und 312 (9,8 Prozent) weniger als vor einem Jahr.
Im Südbezirk (Geschäftsstelle Hauptagentur Lübeck und Umgebung) der Agentur für Arbeit Lübeck waren im Dezember 2025 11.164 Arbeitslose gemeldet. Ihre Zahl ging um 55 (0,5 Prozent) gegenüber dem Vormonat zurück und stieg um 342 (3,2 Prozent) gegenüber dem Vorjahreswert an. Die Arbeitslosenquote betrug 7,5 Prozent (Vorjahr 7,3 Prozent). Es meldeten sich 2.028 Personen arbeitslos und 2.082 Personen konnten ihre Arbeitslosigkeit beendeten. 457 neue Stellen wurden im Laufe des Monats angeboten, so dass bei 2.294 Stellen noch Mitarbeitende gesucht werden.
Im Mittelbezirk (Geschäftsstelle Eutin und Umgebung) der Agentur für Arbeit Lübeck waren im Dezember 2025 2.486 Arbeitslose gemeldet. Ihre Zahl stieg um 127 (5,4 Prozent) gegenüber dem Vormonat an und ging um 166 (6,3 Prozent) gegenüber dem Vorjahreswert zurück. Die Arbeitslosenquote betrug 5,3 Prozent (Vorjahr 5,7 Prozent). Es meldeten sich 549 Personen arbeitslos und 426 Personen konnten ihre Arbeitslosigkeit beendeten. 129 neue Stellen wurden im Laufe des Monats angeboten, so dass bei 986 Stellen noch Mitarbeitende gesucht werden.
Im Nordbezirk (Geschäftsstelle Oldenburg und Umgebung) der Agentur für Arbeit Lübeck waren im Dezember 2025 1.864 Arbeitslose gemeldet. Ihre Zahl stieg um 226 (13,8 Prozent) gegenüber dem Vormonat an und ging um 133 (6,7 Prozent) gegenüber dem Vorjahr zurück. Die Arbeitslosenquote betrug 5,7 Prozent (Vorjahr 6,1 Prozent). Es meldeten sich 541 Personen arbeitslos und 311 Personen konnten ihre Arbeitslosigkeit beendeten. 106 neue Stellen wurden im Laufe des Monats angeboten, so dass bei 549 Stellen noch Mitarbeitende gesucht werden.
Jahresrückblick 2025
Trotz der schwächelnden Konjunktur blieb die Beschäftigung stabil und wuchs weiter. Der aktuelle Wert von Ende Juni 2025 zeigt im Agenturbezirk Lübeck einen kontinuierlichen Anstieg der Beschäftigung seit 2006. Zwischen Lübeck und Fehmarn waren 171.511 Frauen und Männer sozialversicherungspflichtig beschäftigt, ein Anstieg um 1.094 (0,6 Prozent) zum Vorjahr und um 42.610 oder 33,1 Prozent seit 2006.
Demografie bedingt sinkt die Zahl der Beschäftigten unter 25 Jahren (-202 oder 1,2 Prozent) und die der Älteren ab 55 Jahren steigt (+734 oder 1,8 Prozent). Zuwächse wurden insbesondere bei Teilzeitbeschäftigten (+1.245 oder 2,1 Prozent auf 61.509) und ausländischen Beschäftigten (1.563 oder 7,5 Prozent auf 22.454) verzeichnet. Überproportional gestiegen ist dabei die Beschäftigung von Personen mit ukrainischer Staatsangehörigkeit (+372 oder 29,4 Prozent auf 1.638) sowie mit Staatsangehörigkeiten aus den Top 8 Asylherkunftsländern (+591 oder 16,7 Prozent auf 4.139).
Den stärksten Anstieg gab es im Gesundheitswesen (+445), Heime und Sozialwesen (+357) sowie Information und Kommunikation (+293), während Handel, Instandhaltung, Reparatur von Kfz (-303) sowie Arbeitnehmerüberlassung (-198) den stärksten Rückgang hatten.
106.836 (+ 928 oder 0,9 Prozent) Beschäftigte waren in der Hansestadt Lübeck und 64.675 (+166 oder 0,3 Prozent) im Kreis Ostholstein tätig.
Die Arbeitslosigkeit steigt langsamer. Unternehmen halten einerseits ihre Fachkräfte, sind angesichts der schwachen wirtschaftlichen Entwicklung aber zurückhaltend bei Einstellungen. Im Jahresdurchschnitt 2025 waren zwischen Lübeck und Fehmarn 15.454 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, 502 oder 3,4 Prozent mehr als 2024.
Der Rechtskreis SGB III (Betreuung durch die Agentur für Arbeit) war stärker von Arbeitslosigkeit betroffen (+441 oder 9,0 Prozent auf 5.330) als der Rechtskreis SGB II (Betreuung durch das Jobcenter, +62 oder 0,6 Prozent auf 10.123).
Seit Zusammenlegung von Sozialhilfe und Arbeitslosenhilfe im Jahr 2005 konnte die Arbeitslosigkeit nahezu halbiert werden auf 5.330 gemeldete Arbeitslose in den Arbeitsagenturen und 10.123 in den Jobcentern des Bezirkes.
In der Hansestadt Lübeck waren im Jahresdurchschnitt 2025 10.061 (+465 oder 4,8 Prozent) und im Kreis Ostholstein 5.393 (+37 oder 0,7 Prozent) Personen arbeitslos gemeldet. Dabei konnte das Jobcenter Ostholstein sogar einen Rückgang zum Vorjahr verzeichnen (-130 oder 4,2 Prozent auf 2.949).
| Bezirk | Bestand an Arbeitslosen | Prozent – Veränderung zum Vorjahr | Arbeitslosenquote
auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen |
| Gesamtbezirk
SGB III SGB II |
15.454
5.330 10.123 |
+3,4
+9,0 +0,6 |
6,8
2,3 4,4 |
| Hansestadt Lübeck
SGB III SGB II |
10.061
2.887 7.174 |
+4,8
+10,5 +2,7 |
8,4
2,4 6,0 |
| Kreis Ostholstein
SGB III SGB II |
5.393
2.444 2.949 |
+0,7
+7,3 -4,2 |
5,0
2,2 2,7 |
| Südbezirk (Geschäftsstelle Hauptagentur Lübeck und Umgebung)
SGB III SGB II |
11.347
3.456 7.891 |
+4,8
+10,3 +2,5 |
7,6
2,3 5,3 |
| Mittelbezirk (Geschäftsstelle Eutin und Umgebung)
SGB III SGB II |
2.422
1.023 1.399 |
0,0
+9,3 -5,8 |
5,2
2,2 3,0 |
| Nordbezirk (Geschäftsstelle Oldenburg und Umgebung)
SGB III SGB II |
1.685
852 833 |
-0,9
+3,8 -5,3 |
5,2
2,6 2,6 |
Die Arbeitslosigkeit ist kein fester Block und es gab viel Bewegungen am Arbeitsmarkt. Im Laufe des Jahres 2025 haben sich im Gesamtbezirk in beiden Rechtskreisen 36.216 (-448 oder 1,2 Prozent) Arbeitnehmende arbeitslos gemeldet und 36.205 (+445 oder 1,2 Prozent) Frauen und Männer konnten die Arbeitslosigkeit wieder verlassen. Davon meldeten sich 14.101 (+7 oder 0,0 Prozent) aus einer Erwerbstätigkeit arbeitslos, während 12.238 (+219 oder 1,8 Prozent) in eine Beschäftigung einmündeten.
Unternehmen suchen bei Stellenbesetzungen überwiegend Fachkräfte. Im Agenturbezirk Lübeck wurden im Laufe des Jahres 8.922 offene Stellen zur Besetzung angeboten, das waren 1.555 oder 21,1 Prozent mehr als 2024. 4.718 (+497 oder 11,8 Prozent) dieser Stellen wurden in der Hansestadt Lübeck und 4.204 (+1.058 oder 33,6 Prozent) im Kreis Ostholstein gemeldet. Zuwächse verzeichneten insbesondere freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen, Gesundheits- und Sozialwesen, Arbeitnehmerüberlassung, Baugewerbe und verarbeitendes Gewerbe. Handel, Gastgewerbe, Verkehr und Lagerei meldeten dagegen weniger Stellen zur Besetzung als im Vorjahr.
