Eine Woche Musik im Zeichen der Freiheit
Brahms-Festival der MHL startet Anfang Mai<
Über 250 Mitwirkende gestalten vom 2. bis 10. Mai das 34. Brahms-Festival der Musikhochschule Lübeck – mit Sinfoniekonzerten, Kammermusik, ungewöhnlichen Spielorten und einer sinfonischen Uraufführung.
Unter dem Motto „Freiheit!“ steht das diesjährige Brahms-Festival der Musikhochschule Lübeck (MHL). Vom 2. bis 10. Mai gestalten mehr als 250 Studierende und Lehrende in 30 Konzerten und über 50 Ensembles eine Festivalwoche, die sich musikalisch mit unterschiedlichen Facetten von Freiheit auseinandersetzt. Spielstätten in ganz Lübeck werden dabei zur Bühne für ein Festival, das in der deutschen Hochschullandschaft als einzigartig gilt.
Vor 800 Jahren besiegelte Kaiser Friedrich II. mit der Reichsfreiheitsurkunde Lübecks Aufstieg zur „Königin der Hanse“: Selbstbestimmung und Autonomie wurden zur Triebfeder für wirtschaftlichen Aufschwung, Stabilität und Sicherheit – ein Anlass für die MHL, ihr diesjähriges Brahms-Festival der Freiheit zu widmen.
Sinfoniekonzert mit Uraufführung
Das Festival bietet erneut ein breites Spektrum an Formaten: vom großen Sinfoniekonzert über zahlreiche Kammermusik- und Gesprächskonzerte bis hin zur Brahms Night Lounge. Rund 80 junge Musikerinnen und Musiker des MHL-Sinfonieorchesters eröffnen das Festival unter Leitung der renommierten britischen Dirigentin Catherine Larsen-Maguire am Samstag, 2. Mai um 19.30 Uhr im Großen Saal der MHL: Auf dem Programm stehen Beethovens „Leonoren“-Ouvertüre Nr. 3, Johannes Brahms’ dritte Sinfonie sowie Joaquín Rodrigos „Concierto de Aranjuez“ mit Gitarrenprofessor Otto Tolonen als Solist. Außerdem erklingt mit „Ziehen“ eine preisgekrönte Uraufführung der MHL-Studentin Sarah Proske. Das Konzert wird am Sonntag, 3. Mai um 17 Uhr im Großen Saal der MHL wiederholt. Auszüge aus diesem Programm sind am Montag, 4. Mai um 10.30 Uhr im Schulkonzert „Fake News – War Beethoven eine Frau?“ im Rahmen des Kooperationsnetzwerks „Musik in der Schule“ (MusiS) zu erleben.
Themenkonzerte zum Festivalmotto
Verschiedene Themenkonzerte greifen das Festivalmotto unmittelbar auf, so die Lesung mit Musik „Er war schon längst daran gewöhnt, keinen eigenen Willen zu haben“ (Mo, 4. Mai um 17 Uhr, Villa Brahms) oder „Indomabile – Freiheitskampf“ (Di, 5. Mai um 19.30 Uhr), „Frei aber einsam“ (Mi, 6. Mai um 17 Uhr, Villa Brahms), „May you be forever free“ (Mi, 6. Mai um 19.30 Uhr), „Frei erfunden – Die Kunst der Fantasie“ (Do, 7. Mai um 19.30 Uhr) und „Ich bin eine Engländerin, zur Freiheit geboren“ (Sa, 9. Mai um 19.30 Uhr). Zum Abschluss feiert das Abendkonzert „Spiel & Spaß“ das musikalische Spiel mit Werken von Mozart, Schumann, Kurtág, Cage und Gubaidulina. Das Konzert endet mit einer gemeinsamen Improvisation − der wohl höchsten Form musikalischer Freiheit.
Viele weitere Formate und außergewöhnliche Konzertorte
„Das Wispern der Freiheit“ (Do, 7. Mai 17 Uhr) heißt ein Wandelkonzert, bei dem MHL-Mitglieder erstmals die historischen Kabäuschen des Heiligen-Geist-Hospitals bespielen und an der Grenze des Hörbaren improvisieren. Da die Platzzahl begrenzt ist, ist hierfür eine Anmeldung erforderlich. In der beliebten Morgenreihe in St. Jakobi (Mo, 4. Mai bis Fr, 8. Mai um 8.30 Uhr) interpretieren Orgelstudierende unter dem Motto „Stylus phantasticus – Gestern, heute, morgen“ Werke von Frescobaldi, Buxtehude, Brahms und Liszt, ergänzt durch eigene Improvisationen. Fünf junge MHL-Ensembles widmen sich in den moderierten Lunchtime Concerts (Di, 5. Mai bis Sa, 9. Mai um 12.30 Uhr, Museum Behnhaus Drägerhaus) Beethovens späten Streichquartetten, mit denen der Komponist musikalische Konventionen seiner Zeit radikal hinter sich ließ und in die kompositorische Freiheit aufbrach. In der „Brahms Night Lounge“ (Mo, 4. Mai und Sa, 9. Mai, jeweils 22 Uhr CVJM Lübeck und MHL) schließlich improvisieren MHL-Mitglieder zu später Stunde über das Festival-Motto.
Eine besondere Begegnung ist mitzuerleben beim Konzert „Die Freiheit zu singen“ (Di, 5. Mai um 17 Uhr) in der JVA Lübeck, bei dem Chöre der Justizvollzugsanstalt gemeinsam mit dem MHL-PopsChor auftreten. Da die Plätze begrenzt sind, ist hierfür eine Anmeldung erforderlich. Mit der „Spatial Audio Performance“ (So, 10. Mai um 14 Uhr) erwartet das Publikum ein weiteres besonderes Klangerlebnis aus dem 360-Grad Spatial Audio Lautsprechersystem an besonderem Ort: Klassiker der elektroakustischen Musik sind in der „Notenbank“ am Holstentorplatz zu hören, die die MHL dann erstmals für das Lübecker Publikum öffnet. Auch hierfür ist eine Anmeldung erforderlich.
Karten sind bei allen dem Lübeck-Ticket angeschlossenen Vorverkaufsstellen sowie online unter www.mh-luebeck.de erhältlich. Auf der Festivalseite www.brahms-festival.de sind neben dem Gesamtprogramm auch die Anmeldung zu Veranstaltungen mit begrenzter Platzanzahl sowie das aktuelle Festival-Magazin mit vielen Infos rund um das Motto und die Konzerte zu finden.
Foto: Olaf Malzahn
